Normalpflegestationen am DHZB

Die peripheren Pflegestationen am DHZB haben – ausgenommen der Kinderstationen – zusammen rund 100 Betten. Aufgrund der hohen Spezialisierung stellt die Arbeit auf diesen Stationen hohe Ansprüche an das Wissen und Können der Pflegenden. Hier ein Überblick über unsere Stationen und ihre Schwerpunkte.

Station H1 Chirurgie (H1C)

Die Station H1 Chirurgie ist die periphere Pflegestation des DHZB, die die Patient*innen mit einer mechanischen Herzunterstützungspumpe (Ventricular Assist Device „VAD“ ) betreut.

Sie verfügt über 20 Patientenbetten. Gemeinsam mit der Transplantationsstation H3 bildet sie bezüglich der Behandlung der terminalen Herzinsuffizienz eine Organisationseinheit. Dies betrifft die Evaluation zur HTX-Listung der Patient*innen, die bereits eine mechanische Herzunterstützungspumpe erhalten haben sowie die Evaluation zur Implantation eines mechanischen Herzunterstützungssystems.

Das Aufgabenspektrum der Station H1 Chirurgie umfasst hauptsächlich die postoperative Pflege der Patient*innen mit einem mechanischen Herzunterstützungssystem nach der Intensivphase bis zur Verlegung in eine Rehabilitationsklinik. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Physiotherapeut*innen, den Kardioingenieur*innen und einem Team aus Ärzt*innen und Pflegekräften, die die Patient*innen während und nach ihrem stationären Aufenthalt in unserer „Assist“-Ambulanz weiter betreuen.

Zudem versorgt das Team der Station H1 Chirurgie Patient*innen nach minimalinvasiven Eingriffen wie TAVI (Transcatheter Aortic Valve Implantation).  Ebenso werden Patient*innen zur Bypass-, Herzklappen- und Gefäßoperation präoperativ sowie im Langzeitverlauf Patient*innen nach Herz-und/der Lungentransplantation betreut.

An jedem Bettplatz besteht die Möglichkeit der Monitorüberwachung mit Anschluss an eine Zentralüberwachung. Auf der H1 Chirurgie versorgt tagsüber eine Pflegekraft bis zu sieben Patient*innen, nachts liegt das Verhältnis bei eins zu elf.

Station H1 Kardiologie (H1K)

Die Station H1 Kardiologie befindet sich im Erdgeschoss des DHZB-Gebäudes auf der linken Seite und zählt zu den peripheren Stationen im Haus. Die Station verfügt über 24 Betten, wovon vier Betten zur auf der Station integrierten Chest Pain Unit gehören. Über 25 Pflegekräfte versorgen im 3-Schichtsystem die Patientinnen und Patienten. Auf der H1 Kardiologie versorgt tagsüber eine Pflegekraft bis zu sechs Patient*innen, nachts liegt das Verhältnis bei eins zu zwölf.

Das Hauptaufgabenfeld der H1 Kardiologie ist die Betreuung von Patient*innen vor und nach diagnostischen oder interventionellen Herzkathetern, Elektrophysiologischen Untersuchungen (EPU), Implantationen von Herzschrittmacher-Systemen (CRT, ICD, CRT-D, DDD) und minimalinvasiven Aortenklappen Operationen (TAVI). Außerdem die spezielle Pflege bei Herzmuskel- und Herzklappenentzündungen, Herzinsuffizienz und kardialer Dekompensation.

Die Betreuung der Patient*innen findet in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Ärzt*innen, Physiotherapeut*innen, Heart failure Nurses und dem Sozialdienst statt.

Eine professionelle und strukturierte Einarbeitung ermöglicht neuen Mitarbeiter*innen einen optimalen Start auf der Station. Die Pflegeplanung und Dokumentation erfolgt mittels neuester EDV-Systeme am Patientenbett.

Station H8

Die Privatstation H8 des DHZB befindet sich aufgrund begrenzter Raumkapazitäten im Paulinenkrankenhaus, unserem Kooperationspartner. Das Paulinenkrankenhaus im Berliner Westend ist eine moderne Spezialklinik für die kardiologische Weiterversorgung von Patient*innen nach einer Operation. Die Behandlungsabläufe beider Kliniken sind eng vernetzt.

Auf der 6. Etage des Paulinenkrankenhauses verfügt die Station H8 über 15 Einzelzimmer inklusive zweier Suiten. Derzeit versorgen 17 Pflegefachkräfte im 3-Schichtsystem sowie zwei Ärzt*innen des DHZB die Patient*innen. Tagsüber liegt der Pflegeschlüssel bei einer Pflegekraft zu sieben Patient*innen, nachts versorgt eine Pflegekraft bis zu 15 Patient*innen.

Auf der Station H8 erfolgt nach akuter Erkrankungsphase und intensivmedizinischer Betreuung die stationäre Weiterbehandlung. Die Genesung der Patient*innen wird durch ein Team begleitet, das im Umgang mit kulturellen und religiösen Besonderheiten speziell geschult und zum Teil mehrsprachig ist. 

Vorrangig werden hier postoperative Patient*innen versorgt, aber auch Patient*innen mit einer terminalen Herzinsuffizienz, die eine mechanische Herzunterstützungspumpe erhalten haben und/oder auf eine Herztransplantation warten oder bereits transplantiert wurden. Von hier aus werden die Patient*innen nach Hause entlassen oder in eine passende Reha-Einrichtung verlegt.

An jedem Bettplatz besteht die Möglichkeit der Monitorüberwachung mit Anschluss an eine zentrale Überwachungseinheit, die Dokumentation erfolgt mittels EDV-Systemen. Eingebunden in ein kleines, sehr nettes Team begegnen Pflegekräfte auf der H8 dem gesamten Spektrum der chirurgischen Herzmedizin.

 

Station H2

Die H2 zählt zu den peripheren Stationen des DHZB. Hier findet neben der Patientenaufnahme aller herzchirurgischen Patient*innen auch die postoperative Versorgung statt, sobald die Behandlung auf der Intensivstation abgeschlossen ist. Nach der Operation werden die Patient*innen hier 24 Stunden am Tag überwacht und können sich in ihrem ganz persönlichen Tempo von der Operation erholen.

Unterstützt werden sie dabei von über 60 Mitarbeiter*innen im 3-Schichtsystem. Auf der H2 versorgt eine Pflegekraft tagsüber bis zu fünf Patient*innen, nachts bis zu zehn Patient*innen.

Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Pflegefachkräften, Ärzt*innen und Mitarbeiter*innen anderer Heilberufe können sich die Patient*innen hier schnell erholen. Nach wenigen Tagen sind viele Patient*innen schon wieder selbstständig und spüren, dass sich ihre Lebensqualität durch ihre Operation gesteigert hat.
 
Gleich nachdem unsere Patient*innen zu uns auf die H2 gekommen sind, besprechen wir mit ihnen den weiteren Verlauf ihrer Genesung. In täglichen Visiten durch die Oberärzt*innen und die Stationsärzt*innen können sie jederzeit alle Fragen stellen, die ihnen auf dem Herzen liegen. Im Anschluss an die Akutphase der herzchirurgischen Behandlung werden unsere Patient*innen nach Hause entlassen, in unser Partnerkrankenhaus oder direkt in eine geeignete Rehabilitationsklinik verlegt.

Interview mit Nathalie (Station H2)

Natalie ist seit 12 Jahren am DHZB. Sie arbeitet auf der chirurgischen Pflegestation H2.

Wie kamst Du zur Pflege?

Eigentlich wollte ich mal Medizin studieren und die Ausbildung nur zur Überbrückung der Wartezeit nutzen. Aber je länger ich dabei war, um so weniger wollte ich etwas anderes machen. Sicher gibt’s auch mal schlechte Tage. Aber im Großen und Ganzen mag ich den Job doch sehr.

Wie sieht der typische Tagesablauf aus?

Das ist von Schicht zu Schicht sehr unterschiedlich. Der Frühdienst ist der aktivste Dienst. Da werden die Patienten morgens gewaschen und versorgt, dann kommt die Visite, danach Verlegungen und Neuaufnahmen. Da ist ständig was los. Im Spätdienst ist es erstmal bisschen ruhiger, weil die Patienten ja alle da sind. Wir bereiten die Patienten vor, die am nächsten Tag operiert werden müssen, wir begleiten und versorgen die Menschen über den Abend und in die Nacht. Zur Nachtschicht muss man sagen, dass wir hier keine ganz normale periphere Station sind, wo die Mehrheit der Patienten einfach schläft. Viele unserer Patienten brauchen noch intensive Pflege. Für viele Menschen ist der Übergang von der Intensivstation zu uns auch nicht ganz leicht, hier ist ja alles viel ruhiger und dunkler. Das löst bei manchen Patienten Angstgefühle aus, und dann müssen wir da sein.

Wie genau wisst ihr eigentlich Bescheid über die Patienten?

Medizinisch sehr genau. Bei der Dienst-Übergabe oder bei der Verlegung von der Intensivstation zu uns gibt es eine sehr detaillierte Übergabe. Es wird gesagt, wann der Patient operiert wurde, was er bekommen hat, was passiert ist, worauf man speziell zu achten hat. Je nachdem, welche OP bei unseren Patienten gemacht wurde, gibt es ganz unterschiedliche Therapien und Maßnahmen, die hinterher gemacht werden müssen.

Und menschlich?

Das hängt auch von der Schicht ab. Im Nachdienst geht es ja darum, die Patienten gut über die Nacht zu bringen, also sie zu beruhigen, sie zum Schlafen zu bringen. Aber im Frühdienst lernt man seine Patienten schon ziemlich kennen, weil man beim Waschen auch nachfragt, tut es irgendwo weh, haben sie Rückenschmerzen, Knieschmerzen, und so weiter. Wir erklären, was wir tun, wir fragen nach, wir sind freundlich – dann sind die Patienten auch entspannter und arbeiten besser mit, ganz klar. Das passiert aber alles parallel zur pflegerischen Arbeit. Dass wir uns zum Patienten ans Bett setzen und mit ihm reden – dafür ist eigentlich keine Zeit.

Tun Dir die Patienten eigentlich leid?

Klar. Wenn zum Beispiel ein Mensch in meinem Alter, also mit Ende 20, wegen einer verschleppten Erkältung eine neue Herzklappe braucht, dann ist das schon hart. Aber man muss eine professionelle Distanz schaffen. Vor allem am Anfang ist das nicht besonders leicht. Ich sage immer: Man ist Krankenschwester auf dem Papier nach den drei Jahren Ausbildung – erst in der Praxis lernt man, worum es wirklich geht. Das betrifft auch die hohen Erwartungen, die man an sich selbst hat. Natürlich haben wir eine große Verantwortung und es gibt Fehler, die einfach nicht passieren dürfen. Aber man muss innerlich auch loslassen können nach der Schicht, auch wenn vielleicht nicht alles perfekt war.

Bist Du stolz darauf, hier zu arbeiten?

Sagen wir so – ich könnte mir nicht vorstellen woanders zu arbeiten. Der Anspruch ist hier hoch, man braucht schon ein sehr großes Wissen. Aber darauf bilde ich mir nichts ein. Man ist halt Krankenschwester. Und entweder ist man das mit Herz oder gar nicht – völlig egal, wo man arbeitet!