Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen an den einzelnen Herzklappen oder am Herzmuskel zu untersuchen und bildlich darzustellen. Je nach Erkrankung und Therapieoption können weitere Untersuchungen notwendig sein.

Auf dieser Seite erklären wir Ihnen einige der wichtigsten Untersuchungen.

Echokardiographie

Die Echokardiographie ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Mediziner*innen sprechen auch von „Herzecho“. Dabei werden über einen sogenannten Schallkopf Ultraschallwellen ausgesendet und vom Körpergewebe entweder „verschluckt“ oder zurückgeworfen. Der Schallkopf empfängt die reflektierten Wellen und wandelt sie in elektrische Impulse um, die auf einem Bildschirm dargestellt werden. Dies geschieht „live“, sodass die Kardiologin bzw. der Kardiologe das Herz mit dem Ultraschall kontinuierlich untersuchen kann. 

Das Elektrokardiogramm (EKG)

EKG steht für Elektrokardiogramm und bezeichnet die Messung der elektrischen Aktivität des Herzens. Der Herzschlag, also die rhythmische Kontraktion des Herzmuskels, wird durch den sogenannten Sinusknoten in der Mitte des Herzens ausgelöst. Von hier aus breiten sich elektrische Impulse über sich verzweigende Leitungsbahnen zu allen Bereichen des Herzens aus. Diese sogenannte Herzaktion wird beim EKG in Form von Kurven aufgezeichnet – die berühmte "EKG-Zacke". So erhält der Arzt Informationen über den Gesundheitszustand des Herzens, denn die Bildung und Ausbreitung der elektrischen Erregung ist bei vielen Krankheiten verändert

Computertomographie (CT)

Die Computertomographie (CT) basiert auf der Nutzung von Röntgenstrahlen und produziert wie die MRT viele Schnittbilder. Die Patient*innen liegen in einer rotierenden Röntgenröhre. Der Computer errechnet aus vielen zweidimensionalen Röntgenbildern ein dreidimensionales Gesamtbild. Die CT ist bei Aortenerkrankungen das Mittel der Wahl, um eine präzise Diagnose stellen zu können. Die Untersuchung dauert im Vergleich zur MRT nur wenige Minuten und kann daher auch in einer Notfallsituation angewandt werden.

Die Magnetresonanztomographie (MRT)

Bei der Magnetresonanztomographie (MRT) werden mithilfe eines starken Magnetfeldes viele Schnittbilder erzeugt. Besonders gut lassen sich so das Weichteil- und Nervengewebe beurteilen. Die Untersuchungsmethode zeigt die exakte Anatomie und Funktion von Herzfehlern und unterstützt Mediziner*innen dabei, wichtige Entscheidungen in der Behandlung von Patient*innen zu treffen.

Röntgen

Die klassische Röntgenuntersuchung des Brustkorbs bietet eine gute Übersicht über die knöcherne Struktur, das Lungengewebe und die Herzgröße. Wenn möglich, wird die Untersuchung im Stehen und von zwei Seiten durchgeführt. Der Aortenbogen kann begrenzt eingesehen werden; große Aortenaneurysmen werden oftmals erfasst. Ansonsten steht bei dieser Untersuchung die Beurteilung des Lungengewebes im Vordergrund.

Am DHZB erstellen wir digitale Röntgenaufnahmen (Detektortechnologie) von Patient*innen in verschiedenen Positionen – stehend und/oder direkt liegend auf der Station. Weitere Informationen gibt es hier.

Herzkatheteruntersuchung

Als „Herzkatheter“ wird eine Untersuchung des Herzens, insbesondere der Herzkranzgefäße und der Herzkammern bezeichnet. Die Ärztin bzw. der Arzt kann dabei mithilfe eines dünnen Kunststoffschlauches (Katheter) sowie unter Verwendung von Kontrastmittel die Herzkranzgefäße sowie die Herzkammern auf einem Röntgenbildschirm sichtbar machen, um so eventuelle Durchblutungsstörungen des Herzens oder Störungen der Pumpkraft zu sehen. Dazu wird meist über ein Gefäß in der Leiste ein Schlauch (Katheter) vorsichtig bis zum Herzen vorgeschoben.

Lungenfunktionsuntersuchung

Die Lungenfunktionsuntersuchung (Spirometrie) beurteilt das vorhandene Lungenvolumen und die Luftflussgeschwindigkeit. Es können verschiedene Lungenerkrankungen, zum Beispiel die COPD (engl. Abkürzung für chronisch obstruktive Lungenerkrankung), beurteilt werden. In der Aortenchirurgie spielt die Lungenfunktionsuntersuchung vor allem im Hinblick auf mögliche längere Aufenthalte auf der Intensivstation mit Beatmung eine Rolle.


Über den Autor

Dr. Nicolas Merke ist Oberarzt an der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB). Er leitet den Bereich Echokardiographie am DHZB.

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Stand des Ratgebers: März 2022