30.04.2020

Sicherheit für alle

Am Deutschen Herzzentrum Berlin werden jetzt auf freiwilliger Basis alle Mitarbeiter*innen mit Patientenkontakt sowohl auf das Corona-Virus als auch auf Antikörper getestet.

Josephine Siebe von der DHZB-Studienzentrale auf den Weg zu einer Station: Jede(r) Mitarbeiter*in bekommt ein Tütchen mit Test-Utensilien und Fragebögen zur wissenschaftlichen Auswertung.

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Bisher hat es am Deutschen Herzzentrum Berlin noch keinen bekannten Fall einer Übertragung des Corona-Virus gegeben, weder von Mitarbeiter*innen untereinander noch auf Patient*innen.

Um eine Ausbreitung des Corona-Virus auch weiterhin konsequent zu unterbinden, werden jetzt alle Mitarbeiter*innen des DHZB, die in regelmäßigem Kontakt mit Patient*innen stehen oder sich regelmäßig in deren Nähe aufhalten, sowohl auf eine akute Corona-Virusinfektion als auch auf Antikörper getestet. Beide Tests sollen wiederholt durchgeführt werden.

Dies betrifft nicht nur Ärzt*innen und Pflegende, sondern unter anderem auch Fachassistent*innen der Ambulanzen und des Röntgenteams, Mitarbeiter*innen der Anmeldung, Reinigungs- und Servicekräfte. Zur Testung aufgerufen sind damit rund 750 Mitarbeiter*innen. Die Kosten trägt das DHZB.

Ziel des Screenings ist es, auch infizierte Mitarbeiter*innen schnellstmöglich zu identifizieren, die keine Symptome und/oder ungeschützte Kontakte mit COVID-Erkrankten und damit auch keinen Verdacht auf eine Infektion hatten.

„Wir rechnen – wenn überhaupt – nur mit sehr wenigen virus-positiven Testergebnissen“, sagt Kardiologe Prof. Dr. med. Philipp Stawowy, Leitender Oberarzt am DHZB und Leiter des Projekts, „aber mit jedem einzelnen Infektionsfall, den wir frühzeitig erkennen und sofort vom Dienst freistellen können, schaffen wir mehr Sicherheit.“

Für die Flächen-Testung am DHZB ist kein Nasenabstrich nötig: Die Mitarbeiter*innen müssen lediglich eine kurze Mund-Rachen-Spülung mit Kochsalzlösung durchführen. Diese Art des Tests ist nicht nur weniger unangenehm als ein Rachenabstrich: Aktuelle Untersuchungen der Yale-Universität in den USA zeigen auch eine noch höhere Nachweisempfindlichkeit.

Für den Antikörper-Test, also den Nachweis einer bereits durchgemachten Corona-Virusinfektion, werden Blutproben entnommen. „Das Ergebnis dieser Antikörper-Testung dient ausdrücklich nicht zum gezielten Einsatz von Personal in bestimmten klinischen Bereichen“, betont Prof. Philipp Stawowy, „es wird den jeweiligen Vorgesetzten auch nicht zugänglich gemacht.“

Die anonymisierten Ergebnisse beider Testungen werden aber im Rahmen einer epidemiologischen Studie wissenschaftlich ausgewertet.

Beide Tests unterliegen den notwendigen Datenschutzbestimmungen und sind freiwillig. „Wir rechnen aber mit einer sehr hohen Teilnehmerquote und sind allen Kolleginnen und Kollegen für die Mitwirkung und Unterstützung sehr dankbar“, so Prof. Philipp Stawowy.

Schon in zwei Wochen sollen alle DHZB-Mitarbeiter*innen erneut auf eine bestehende Infektion getestet werden, auch ein weiteres Antikörper-Screening ist geplant.

Hintergrund:

Das Deutsche Herzzentrum Berlin bleibt – auch entsprechend dem klinikübergreifenden Konzept des Berliner Senats – so lange wie möglich ausschließlich der Versorgung von nicht an COVID-19 erkrankten Patient*innen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbehalten.

Entsprechend gelten seit Wochen sehr strenge Vorgaben, um eine Ausbreitung der Infektion im DHZB zu verhindern. Unter anderem:

  • gilt im gesamten DHZB-Klinikgebäude ein striktes Mundschutz-Gebot
  • werden ausnahmslos alle Patient*innen bei der stationären Aufnahme ins DHZB auf das Corona-Virus getestet, wenn nicht innerhalb der letzten 24 Stunden ein Test mit negativem Testergebnis durchgeführt wurde
  • werden Patient*innen, die Kontakt zu COVID-Patient*innen und/oder COVID-Symptome aufweisen, bis zum Vorliegen eines negativen Testergebnisses in speziell dafür eingerichteten und abgetrennten Bereichen der Klinik betreut
  • werden Mitarbeiter*innen bei Symptomen oder dem Verdacht auf einen Kontakt mit COVID-Patient*innen sofort getestet und ggf. auch vorsorglich vom Dienst freigestellt. Bei einem positiven Testergebnis erfolgt selbstverständliche eine sofortige Freistellung vom Dienst, ggf. auch für Kolleg*innen der betroffenen Mitarbeiter*innen. Die genauen Regelungen sind auf der DHZB-Website veröffentlicht: https://www.dhzb.de/presse/corona/

Über 1.100 Tests auf eine SARS-CoV-2-Infektion wurden am DHZB bereits durchgeführt, davon etwa 530 bei DHZB-Mitarbeiter*innen. Bisher wurde dabei in nur drei Fällen eine Infektion festgestellt. Diese Mitarbeiter*innen haben sich außerhalb des DHZB infiziert und hatten keinen Patientenkontakt. Sie wurden umgehend freigestellt und haben sich in häusliche Quarantäne begeben.

Bislang hat es am DHZB keinen bekannten Fall einer SARS-CoV-2-Übertragung gegeben, weder von Mitarbeiter*innen untereinander noch auf Patient*innen.

Die Mitarbeiter*innen des DHZB werden kontinuierlich detailliert über alle notwendigen Schutz- und Hygienemaßnahmen informiert und, wo notwendig, geschult.

 

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