10.09.2020

Kurz und effektiv

Eine Taskforce der internationalen Gesellschaft für kardiovaskuläre Magnetresonanz hat spezifische Empfehlungen zur MRT bei COVID-19-Patient*innen erarbeitet.

Prof. Dr. med. Sebastian Kelle

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Dass eine SARS CoV-2 Infektion auch das Herz akut betreffen kann, ist als ernste Komplikation bereits seit längerem bekannt und wissenschaftlich dokumentiert.
Zunehmend weisen klinische Daten aber auch auf eine mögliche langfristige Schädigung des Herzmuskels durch eine COVID 19-Erkrankung hin.
Die kardiale MRT, also die Untersuchung des Herzens mit Hilfe der Magnetresonanztomographie, ist die wichtigste Untersuchungsmethode, um Schädigungen des Herzmuskels bei COVID-19 Patientinnen und Patienten mit kardialen Symptomen frühzeitig erkennen und ihnen entgegenwirken zu können.

Zugleich sollten die Untersuchungen so kurz wie möglich gehalten werden: „Um das Ansteckungsrisiko für das MRT-Personal, aber auch die Belastungen der COVID-19 Patientinnen und Patienten zu minimieren, die oft unter Luftnot leiden, aber bei den Untersuchungen beispielsweise auch die Luft anhalten müssen“, erläutert der Kardiologe Prof. Dr. med. Sebastian Kelle, Oberarzt und Leiter der kardialen MRT am Deutschen Herzzentrum Berlin.

Sebastian Kelle gehört zu einer Taskforce der internationalen Gesellschaft für kardiovaskuläre Magnetresonanz, die jetzt spezifische Empfehlungen zur Verwendung von MRT-Protokollen bei  COVID-19-Patient*innen erarbeitet hat – laienverständlich ausgedrückt also Empfehlungen, wie die MRT-Untersuchung des Herzens bei COVID-19 Patientinnen so kurz wie möglich und zugleich so effektiv wie nötig durchgeführt werden kann.

Sie sind nun im Journal of Cardiovascular Magnetic Resonance  kostenlos abrufbar.

„Wir hoffen, mit dieser Publikation einen Beitrag zur momentan bestmöglichen medizinischen Versorgung von Patientinnen und Patienten leisten zu können, deren Herz von einer COVID 19 Erkrankung betroffen ist“, sagt Erstautor Sebastian Kelle, „zugleich bleibt es unser selbstverständlicher gemeinsamer Anspruch, die kardialen Auswirkungen dieser Erkrankung immer besser verstehen, diagnostizieren und behandeln zu können.“

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