28.10.2021

HerzCheck: Mobiles Herz-MRT jetzt auch in Neuruppin

Das Projekt „HerzCheck“ ermöglicht die Früherkennung der Herzinsuffizienz mithilfe mobiler MRT-Einheiten in ländlichen Regionen. Patient*innen können sich jetzt in Neuruppin untersuchen lassen.

Eröffnung des HerzCheck-Projektstandorts in Neuruppin mit Prof. Sebastian Kelle (DHZB-Oberarzt und Herzcheck-Projektleiter), Prof. Michel Noutsias (Chefarzt Ruppiner Kliniken), Susanne Rost (Leitung der Ostprignitz-Ruppiner Gesundheitsdienste GmbH), Diana Graja (Projektleiterin AOK Nordost), Ralf Reinhardt (Landrat der Stadt Neuruppin), Dr. med. Undine Witt (Ärztin am DHZB) und Christopher Kauffmann (Leiter Region Nord bei medneo) (v.l.n.r.).

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Rund 2,5 Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer sogenannten Herzinsuffizienz (Herzschwäche). Die Magnetresonanztomografie (MRT) ermöglicht eine frühzeitige Erkennung dieser gefährlichen Volkskrankheit, ist auf dem Land häufig jedoch nur eingeschränkt verfügbar. Mit dem Projekt „HerzCheck“ werden MRT-Untersuchungen des Herzens auch in ländlichen Regionen Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns möglich gemacht: Mithilfe mobiler MRT-Einheiten und telemedizinischer Befundung durch Ärzt*innen des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB). Ein solcher MRT-Truck steht ab sofort an den Ruppiner Kliniken im brandenburgischen Neuruppin.

Ziel von „HerzCheck“ ist es, eine Herzinsuffizienz bei Risikopatientinnen und -patienten frühzeitig zu erkennen und so deren Prognose und Lebensqualität zu verbessern. Zudem können hohe Folgekosten einer erst spät diagnostizierten Herzinsuffizienz deutlich gesenkt oder sogar vermieden werden. Den Betroffenen bleiben belastende Krankenhausaufenthalte erspart. Mit der Möglichkeit moderner medizinischer Versorgung will „HerzCheck“ auch einen Beitrag zur Stärkung der ländlichen Regionen als Raum zum Leben und Arbeiten leisten.   

Telemedizinische Befundung und anschließende Therapie-Empfehlung

Geschultes medizintechnisches Personal führt die MRT-Untersuchung in den mobilen MRT-Einheiten sicher und zuverlässig durch. Die Untersuchungsdaten werden unter Beachtung aller Datenschutzvorgaben online an das DHZB übermittelt und dort durch ein geschultes Fachärzteteam ausgewertet. Unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Befundes legen die behandelnden Ärzt*innen vor Ort die weiteren Maßnahmen der Therapie fest. Ein Jahr nach der Erstuntersuchung wird der gesundheitliche Zustand aller Patientinnen und Patienten mit auffälligem Befund erneut untersucht und der Therapieerfolg wissenschaftlich evaluiert. Auch eine Teilgruppe mit unauffälligem Befund wird als Stichprobe erneut untersucht.

Wertvoller Beitrag zur Grundlagen- und Versorgungsforschung 

„Das Projekt ermöglicht ein Screening von Risikopatientinnen und -patienten, das bislang nicht durchgeführt wurde“ erklärt Dr. Gunnar Pietzner, Geschäftsführer der Ruppiner Kliniken GmbH. „Damit leistet es einen wesentlichen Beitrag zur Grundlagen- und Versorgungsforschung. Wir freuen uns daher sehr, als Kooperationspartner dabei zu sein.“

Landrat Ralf Reinhardt nahm die Eröffnung des neuen „HerzCheck“-Standortes zum Anlass, den Projektpartnern für ihr Engagement in der Region zu danken: „Projekte, die der Früherkennung dienen und hochwertige Medizintechnik sowie spezielles Knowhow vor Ort zur Verfügung stellen, leisten einen wertvollen Beitrag, die Menschen in unserem Landkreis vorbeugend medizinisch zu betreuen, um auch im höheren Alter gesund zu bleiben."

„Mit den modernen Mitteln ambulanter Diagnostik und mit Hilfe der Telemedizin können wir Herzinsuffizienz-Patientinnen und Patienten auch in ländlichen Regionen ein optimales Diagnose- und Therapieangebot machen“, sagt Projektleiter Prof. Dr. med. Sebastian Kelle, Kardiologe und Oberarzt am Deutschen Herzzentrum Berlin. „Wir sind überzeugt, damit eine medizinische Versorgungslücke schließen zu können.“

Das Projekt „HerzCheck“

Das Projekt unter medizinischer Leitung des Deutschen Herzzentrums Berlin wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) mit über 7 Millionen Euro gefördert. Konsortialpartner sind die AOK Nordost ­­– die Gesundheitskasse, die medneo Deutschland GmbH als Betreiberin der mobilen MRT-Systeme und der IT-Technologie, das Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen, die Universitätsmedizin Göttingen, die Universitätsklinik Köln sowie das Universitätsklinikum Heidelberg.

Weitere Informationen unter: www.herzcheck.org

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