Organisationseinheit Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie

Die Abteilungen für Kinderkardiologie und Kinderherzchirurgie am DHZB bilden zusammen eines der weltweit größten und bedeutendsten Zentren für Kinderherz-Medizin. Unser Leistungsspektrum umfasst alle interventionellen und chirurgischen Korrekturen angeborener Herzfehler, die bestmögliche Behandlung aller erworbenen Herzerkrankungen bei Kindern sowie das weltweit größte pädiatrische Kunstherzpogramm.

Entsprechend spezialisiert und anspruchsvoll sind die pflegerischen Aufgaben auf der Intensivstation und der Intermediärpflegestation H4, die zusammen eine "Organisationseinheit für Angeborene Herzfehler" bilden.

Und hier finden Sie unsere Stellenausschreibungen für die Kinder-Pflegestationen!

Intensivpflegestation für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie

So sieht Kinder-Intensivschwester Josefine ihren Job

Die Station verfügt über zwölf Beatmungsplätze. Das Pflegeteam setzt sich aus Gesundheits- und Krankenpflegern sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflegern zusammen. Im Team arbeiten darüber hinaus auch  eine Hygienebeauftragte, ein Gerätebeauftragter sowie zwei Praxisanleiter zur Organisation und Koordination der Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen.

Allen Mitarbeitern steht ein umfangreiches Angebot an weiteren Inhouse-Fortbildungen zur Auswahl. Zudem bietet das DHZB die Fachweiterbildung "pädiatrische Intensivpflege" an und es werden regelhaft Kollegen ausgebildet.  

Die Station verfügt über eine flexible Besuchszeitenregelung und eine psychologisch / seelsorgerische Betreuung der Eltern. Zusätzliche Unterstützung erfährt das Pflegeteam durch eine Stationsassistentin.

Josefine, seit 8 Jahren Kinderkrankenschwester am DHZB: "Für mich macht den Intensivbereich hier aus, dass wir ein unglaublich starkes und gutes Team sind und dass man hier mehr machen darf als in anderen Kliniken – viel mehr! Man darf nicht zart besaitet sein, man muss medizinisch sich immer auf dem neuesten Stand halten und eben auch mal zuhause was nachlesen. Wir haben hier einen hohen Stellenwert, die Zusammenarbeit mit den Ärzten ist sehr eng, sehr intensiv."

Station H4 (Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie)

Die Station H4 gehört zur Organisationseinheit Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie und umfasst 20 Betten. Auf der Station arbeiten über 40 examinierte Gesundheits- und Kinderkrankenpflegekräfte sowie eine Stationsassistentin und eine Erzieherin.

Patienten mit angeborenen Herzfehlern aller Altersstufen und verschiedener Nationalitäten werden hier vor und nach Operationen oder Herzkatheter-Eingriffen versorgt. Darüber hinaus betreuen wir Patienten, die zu ambulanten Untersuchungen, wie MRT, CT, Kardioversionen, TEE (transösophageale Echokardiographie) und zur nachstationären Nachsorge ins DHZB kommen.

Interview mit Sevgi, Intensivstation

Sevgi über ihren Beruf

Sevgi hat 1994 im DHZB angefangen und arbeitet seitdem auf der Intensivstation für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie.

Wann hast Du Dich für diesen Beruf entschieden?

Ich war ungefähr 13, da habe ich im Fernsehen eine Reportage über eine Kinderklinik gesehen. Das hat mich beeindruckt, „Wow, sowas will ich auch machen“ hab‘ ich mir gedacht. Der Wunsch ist geblieben, also habe ich die Ausbildung angefangen. Und da hat sich bestätigt, dass das genau mein Ding ist. Schon während der Ausbildung konnte ich auf mehreren Intensivstationen mitarbeiten. Und dieser Herausforderung wollte ich mich stellen. So bin ich schließlich hier gelandet. Mit 20.

Wie war dein Start damals?

Der Anfang war hart! Klar, ich bin da auch etwas naiv rangegangen, würde ich heute sagen. „Alle Kinderkrankenschwestern sind Engel, alles ist ganz toll und allen Patienten kann geholfen werden“ – so ist die Realität eben leider nicht.

Bei uns am DHZB werden schwer kranke Kinder behandelt, die an vielen anderen Kliniken gar nicht mehr behandelt werden könnten, sehr häufig Neugeborene. Da ist ständige und höchste Aufmerksamkeit gefragt, Fehler darfst Du Dir keine erlauben. Es sind auch oft sehr lange und schwere Verläufe. Da sind die Eltern mit ihrer Sorge und ihrer Hoffnung. Und auch wir am DHZB können nicht jedem Kind helfen. Damit müssen wir umgehen. Das lernt man nicht in der Schule, das lernt man auch nicht so schnell im Berufsalltag. Seit ich selbst Mutter bin, kann ich mich auch noch besser in die Lage der Eltern versetzen.

Wie viel Zeit bleibt Euch denn, um auf die Eltern einzugehen?

Das ist unterschiedlich. Die höchste Priorität haben natürlich immer die Patienten. Unmittelbar nach einer großen Herzoperation ist deren Versorgung sehr aufwändig, da kann man sich um die Eltern oft nur sehr wenig kümmern. Aber wir versuchen sie immer so viel wie möglich mit einzubeziehen, ihnen alles zu erklären und ihnen zu sagen, dass wir sie verstehen. Wir wollen Vertrauen schaffen, und ein Stück weit hilft das auch uns Pflegekräften, mit dem Alltag hier fertig zu werden. Wir versuchen uns diese Zeit zu nehmen, und wenn wir statt einer halben Stunde nur 10 Minuten Pause machen. Das ist uns wichtig.

Tun einem die Kinder nach so vielen Jahren denn noch leid? Oder stumpft man ab?

Ganz klar nein! Das würde ja heißen dass wir Menschen nach 10 Jahren oder nach 20 Jahren so sehr abstumpfen, dass wir auch im Alltag Elend, Gutes oder Schlechtes nicht mehr sehen könnten weil man sich dran gewöhnt hat. Man geht professioneller damit um, aber das Mitleid bleibt. Sonst sollte man den Beruf wechseln.

Wie belastbar muss man sein bei Euch?

(lacht) Da kann ich nicht drum herumreden: Sehr belastbar. Man braucht ein Privatleben, in dem man Kraft tanken kann, einen Ausgleich, das ist ganz wichtig. Klar, je erfahrener man ist, um so mehr Sicherheit ist da. In den ersten Jahren hatte ich wirklich noch „Angst“ vor jedem Patienten, der aus dem OP kam. Das war auch gut so, eine „gesunde Angst“, würde ich sagen. Aber das lässt natürlich nach. Obwohl sich Routine nie einschleichen darf. Da müssen wir drauf achten.

Das klingt alles ganz schön hart. Was treibt Euch an?

Tja, wir haben hier Kinder mit sehr komplexen angeborenen Herzfehlern die ohne eine Herzoperation nicht überleben würden. Und manchmal dauert es auch Wochen, bis sie sich erholen. Aber wenn wir diese Patienten dann wegverlegen können, ganz oft mit der Perspektive auf ein völlig normales Leben, wenn wir die ungeheure Freude und Erleichterung mit den Eltern teilen dürfen – es gibt nichts Schöneres! Das nutzt sich genauso wenig ab wie das Mitleid. Und das nimmt man auch mit hinaus ins Privatleben.

Ganz wichtig ist auch der Zusammenhalt im Team. Wir helfen uns, wir sind füreinander da in schweren Stunden und wir freuen uns gemeinsam. Das passt. Sonst würde man es nicht 21 Jahre lang auf einer Station aushalten.

Stolz?

Ja klar! Auf so'ne Arbeit kann man doch nur stolz sein! Stolz auf mich und unsere verdammt gute Truppe!

Interview mit Sarah, Station H4

Sarah über ihren Beruf

Sarah ist seit sieben Jahren als Kinderkrankenpflegerin auf der Station H4 für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie tätig.

Was macht den Job für dich aus?

Ganz einfach – die Kinder. Es gibt eigentlich keine ehrlicheren Wesen auf der Welt. Und wenn man denen helfen kann, das bestärkt einen und es gibt ein gutes Gefühl.

Wie gut warst Du nach der Ausbildung vorbereitet auf das was dich hier erwartet?

Rein fachlich sicher gut. Aber wie es dann wirklich ist, mit den Kindern zu arbeiten oder auch die Eltern zu begleiten in schwierigen Situationen, das lernt man natürlich erst im Alltag. Aber da hat man immer erfahrene Kollegen an seiner Seite, genauso wie eine Psychologin, mit der man täglich reden könnte, wenn man das bräuchte. Und so wächst man da sehr gut rein.

Mitleid, Zuwendung und professionelle Distanz: Wie findet man da die richtige Balance?

Das ist schwer am Anfang und sicherlich ist es, glaube ich, menschlich, dass man in den einen oder anderen Fall auch mehr Herzblut dran hängt. So es gibt immer wieder Situationen die man mit nach Hause nimmt, abstumpfen tut man nicht in den Jahren – man lernt nur bessere Wege, damit umzugehen.

Man darf das Schicksal der Kinder, die Sorge der Eltern schon an sich heranlassen. Aber sobald man merkt, es wird zu persönlich, dann muss man sich aus der Situation rausziehen und möglichst an Kollegen abgeben. So schützen wir uns im Team auch gegenseitig. Unser Ziel ist aber definitiv immer, hier niemanden zu verlieren, sondern glücklich nach Hause gehen zu sehen. Das ist das, was man vor Augen hat und nicht das Leid der Kinder.

Wie groß ist der Grad an Eigenverantwortung bei Euch?

Das DHZB ist ein Hochleistungszentrum, wo man auch eine recht lange Einarbeitungszeit bekommt im Vergleich zu anderen Krankenhäusern und wo man in seinem Gebiet zum Spezialisten wird. Egal in welcher Berufsgruppe. Und da muss man auch eine entsprechend hohe Verantwortung übernehmen, ja.

Aber das ist gut zu bewältigen, weil alle Berufsgruppen hier eng im Team zusammenarbeiten: Ärzte, Pflege, Physiotherapeuten, Erzieher, Ernährungsberater. Trotzdem: Der Respekt vor der Arbeit bleibt.

Man muss fokussiert bleiben, egal ob einen die Situation gerade selber belastet, egal wie groß die Geräuschkulisse gerade ist oder wie viel gerade zu tun ist.

Was macht dich unzufrieden?

Wenn ich nicht gepflegt haben kann, so wie ich es gelernt habe und wie ich das für ethisch als richtig erachte, weil es aufgrund von zeitlichen Gegebenheiten und Personalmangel oder einfach wegen Notfällen nicht immer machbar ist. Weil man hat schon seinen eigenen Anspruch und man möchte Kinder, Eltern und sich selbst am Ende des Tages glücklich sehen.

Es gibt Kinder, die über ein Jahr lang auf dieser Station leben. Für die Eltern eine enorme Belastung. Gleichzeitig steht auch ihr oft unter Stress. Kommt es da nicht zu Spannungen?

Definitiv, egal wie professionell man ist, wir sind alle nur Menschen. Da kann mal ein deutlicheres Wort den Eltern gegenüber fallen oder auch anders herum. Aber dann geht man im Nachhinein hin und sagt, wir wollen alle das Gleiche, das ist unser Ziel, dass ihr Kind hier glücklich und zufrieden mit ihnen hier raus geht. Dann ist man sofort wieder auf einer Ebene.

Gibt es Momente des Zweifels?

Ja. Es gibt Tage an denen man selber an seine Grenzen stößt, sowohl emotional auch manchmal medizinisch gesehen. Und da fragt man sich natürlich, ist dieses Zentrum richtig für mich, sollte ich mir lieber etwas ruhigeres suchen, ein paar Erkältungserscheinungen oder so behandeln (lacht). Aber soviel Bestärkung, wenn die Kinder gesund nach Hause gehen nach ganz langen schlechten Verläufen, das gibt’s nur hier.

Traumjob?

Wenn man Kinder wirklich sehr dolle liebt, wenn man Kommunikation liebt, ist es ein Traumjob. Würde ich sagen – ja!