Klappenimplantationen bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern 1988 – 2017

n = 2.333

Bei angeborenen Herzfehlern sind Klappenoperationen besonders häufig. Die eigene Herzklappe durch Rekonstruktion zu erhalten, ist eine bevorzugte Therapieform der Klappenoperation, um einen Klappenersatz vermeiden zu können. Dennoch sind der operative Ersatz der Pulmonalklappe (Pulmonalklappe OP) oder der Aortenklappe immer noch häufig notwendig. Im Bereich der Aortenklappenoperationen  ist der autologe Aortenklappenersatz  (hellgrün) mit dem Einbau der eigenen Pulmonalklappe in Aortenposition und Einsatz einer Bioprothese oder eines Homograft in Pulmonalposition, die sogenannte Ross-Operation, eine besondere Spezialität des Deutschen Herzzentrum Berlin. Auch wenn dies einem Zweiklappeneingriff entspricht, bleibt die Reoperation der eigenen Klappe in Aortenposition die Ausnahme und eine orale Antikoagulation für die Patienten lässt sich vermeiden. Bei der Pulmonalklappenoperation ist der nichtoperative Ersatz mit Hilfe der kathetergestützten Implantation eines  klappentragenden Stents (Melody – Klappe oder Sapien - Klappe / grau) eine alternative Möglichkeit, minimal-invasiv einen Herzklappenersatz ohne Operation durchzuführen (siehe Grafik unten).
Bei selektionierten Patienten kann diese Technik mittlerweile auch zum minimal-invasiven Klappenersatz der Trikuspidalklappe zwischen rechtem Vorhof und rechter Herzkammer eingesetzt werden, vereinzelt kam diese interventionelle Technik auch schon zum Ersatz der Mitralklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer zum Einsatz. Speziell die interventionelle Therapie der Klappen zwischen den Vorhöfen und Kammern ist ein hoch-kompliziertes Verfahren und kann nur an sehr wenigen Zentren standardisiert durchgeführt werden Nicht zuletzt aufgrund der großen Erfahrung auf dem Gebiet des minimal-invasiven kathetergestützten Klappenersatzes fungiert das DHZB schon seit vielen Jahren als internationales Trainings- und Ausbildungszentrum.

Pulmonalklappenimplantationen bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern 1988 – 2017

n = 1.522

Trotz der interventionellen Klappenimplantation (dunkelblau) ist kein Rückgang des operativen Klappenersatzes (Summe aus Anzahl der Xenograft-, Homograft- und mechanische Klappen-Ops) zu verzeichnen. Aufgrund der Zunahme an komplexer klappenerhaltender Rekonstruktionschirurgie im Pulmonal- und Aortenklappenbereich kann für die Zukunft ein Rückgang der Gesamtzahl des operativen Klappenersatzes erwartet werden. Die hohe Expertise in der Behandlung von Klappenerkrankungen jeglicher Art ist eines der Hauptargumente für Patienten, die speziell dafür unser Zentrum aufsuchen.