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Januar 2016

Lebensrettende Technik bei unheilbaren Herzkrankheiten

Am Deutschen Herzzentrum Berlin wurde die europaweit 100. künstliche Herzpumpe der neusten Generation implantiert.

HeartMate 3

Zum europaweit 100. Mal haben Herzchirurgen am Deutschen Herzzentrum Berlin jetzt ein Kreislauf-Unterstützungssystem des neusten Typs „HeartMate 3“ implantiert. Dem 46jährigen Patienten geht es gut, er konnte bereits in eine Rehabilitationsklinik entlassen werden.

Mechanische Kreislaufunterstützungssysteme, die oft nicht ganz korrekt als „Kunstherzen“ bezeichnet werden, sind Pumpsysteme, die die Funktion eines unheilbar geschädigten Herzmuskels übernehmen.

Meist wird direkt an der linken Kammer des erkrankten Herzens (das im Körper des Patienten bleibt) eine nur wenige Zentimeter große Pumpe eingesetzt und mit der Hauptschlagader (Aorta) verbunden. Die Pumpe ist durch ein Kabel mit einer Steuereinheit und Akkus außerhalb des Körpers verbunden, die der Patient in einem kleinen Rucksack oder einer kleinen Tasche mit sich trägt. 

Die Patienten können so häufig ein weitgehend normales Leben außerhalb der Klinik führen, ihrem Beruf nachgehen und auch Sport treiben.

In der Fachsprache werden solche Pumpsysteme kurz als VAD („Ventricular Assist Device“) bezeichnet. Je nach Notwendigkeit kann ein VAD auch an der rechten oder an beiden Kammern des Herzens eingesetzt werden.

Patienten mit einem VAD stehen meist auf der Warteliste für ein Spenderherz, immer häufiger werden Kunstherz-Systeme aber auch zu einer dauerhaften Alternative zur Transplantation, da nicht genügend Spender zu Verfügung stehen oder auch weil der Zustand eines Patienten eine Transplantation nicht zulässt.

In einigen Fällen erholt sich das eigene Herz der Patienten während der Entlastung durch die künstliche Pumpe sogar, so dass sie wieder entfernt werden kann.

Das „HeartMate 3“ des amerikanischen Herstellers St. Jude Medical gilt als derzeit modernstes Unterstützungssystem für die linke Herzkammer und hat im Oktober 2015 die europaweite Zulassung erhalten.

Das Deutsche Herzzentrum Berlin betreibt das größte Kunstherz-Programm der Welt, seit 1988 wurden bereits über 2500 Systeme implantiert.

Dank dieser Erfahrung und intensiver Forschungsarbeit können die Patienten nicht nur immer länger, sondern auch mit immer mehr Lebensqualität auf ein Spenderorgan warten oder sogar dauerhaft mit einem VAD leben.

Weitere Informationen:

Christian Maier
Pressesprecher
Deutsches Herzzentrum Berlin
cmaier@dhzb.de
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