01.08.2019

Erster Schritt zum Medikament

Dr. Kira Kuschnerus, in Ausbildung zur Fachärztin für Herzchirurgie am DHZB, wurde mit dem Uta und Jürgen Breunig-Forschungspreis 2019 der Deutschen Herzstiftung ausgezeichnet

Dr. Kira Kuschnerus

Dr. Kira Kuschnerus

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Dr. Kuschnerus erhält den mit 6.000 Euro dotierten Preis für ihre Forschungsarbeit zur Arteriosklerose bei Diabetes-Patienten.

Menschen, die an Diabetes Mellitus, also der Zuckerkrankheit, leiden, haben ein stark erhöhtes Risiko für koronare Herzkrankheit und einen Herzinfarkt. Dies liegt vor allem daran, dass Diabetes zu einer besonders aggressiven Form der Arteriosklerose, also der Arterienverkalkung, führen kann.

Wie diese Schädigung der Blutgefäße auf Zellebene genau abläuft und wie sie sich möglicherweise verhindern lässt, ist aber noch weitgehend ungeklärt.

Dr. Kira Kuschnerus identifizierte nun das Molekül  „miR-483-3p“ - eine Mikro-Ribonukleinsäure oder auch Mikro-RNA. Mikro-RNA regulieren in den Körperzellen, welche Gene zu welchem Zeitpunkt abgelesen und in Proteine (Eiweiße) umgesetzt werden.

Die von Dr. Kuschnerus gefundene miR-483-3p hemmt die Bildung eines Proteins, das offenbar bei der Selbstheilung der Blutgefäß-Wände eine wichtige Rolle spielt.

„Ein Medikament, das die Konzentration der miR-483-3p in der Gefäßwand und in Zellen des Blutstroms senkt, könnte also zur besseren Selbstheilung kleiner Gefäßschäden beitragen, wie sie täglich spontan bei diabetischen Patienten vorkommen, aber auch im Rahmen ärztlicher Maßnahmen wie Herzkatheteruntersuchungen und Stentimplantationen entstehen können“, erläutert die Ärztin.

Bis ein solches Medikament auf den Markt kommen könnte, sind natürlich viele weitere Untersuchungen und Test notwendig. Die Forschung von Dr. Kira Kuschnerus und ihren Co-Autoren von der Charité ist auf diesem Weg aber ein wichtiger erster Schritt.

Die prämierte Arbeit ist in der Fachzeitschrift „Diabetes“ (2019) publiziert (https://doi.org/10.2337/db18-0084).

Der Förderpreis der Deutschen Herzstiftung ist nach seinem Stifterehepaar, Uta und Dr. Jürgen Breunig, benannt und wird seit 2014 jährlich vergeben. Dr. Breunigs Krankengeschichte als Herzpatient hat ihn und seine Frau dazu bewogen, einen Wissenschaftspreis ins Leben zu rufen. Die Eheleute wünschen sich, dass mit ihrem Preis die Forschung auf dem Gebiet der Arteriosklerose und der Koronaren Herzkrankheit vorangetrieben wird und damit die Behandlung von Herzpatienten verbessert werden kann.

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