Übersicht

Weltweit gehört die arterielle Hypertonie zu den häufigsten Erkrankungen und ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für kardiovaskuläre  Erkrankungen und Todesfälle. Schätzungen zufolge leiden allein in Deutschland über 30 Millionen Menschen an artierieller Hypertonie. Nicht akzeptabel ist, dass trotz einer Vielzahl an anti-hypertensiv wirksamen Medikamenten nur ca. 20% der behandelten Hypertoniker die Zielblutdruckwerte erreichen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und beinhalten das Vorliegen einer sogenannten therapieresistenten arteriellen Hypertonie, einer sekundären arteriellen Hypertonie, Wechselwirkungen von Arzneimitteln oder auch Unverträglichkeiten.

Das Hypertoniezentrum am DHZB - zertifizierte Kompetenz

Um die Versorgungsqualität von Bluthochdruck-Patienten zu verbessern, hat die „Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention“ begonnen, medizinische Einrichtungen zu prüfen und nach Eignung mit dem Titel „Zertifiziertes Hypertonie-Zentrum DHL®“ auszuzeichnen.

Die Klinik für Innere Medizin/Kardiologie des DHZB wurde Anfang 2014 mit dem Zertifikat der DHL ausgezeichnet. Das Hypertoniezentrum im Deutschen Herzzentrum Berlin - eines von insgesamt fünf  Zentren in  Berlin -  steht unter der ärztlichen Leitung von Herrn Prof. Dr. Philipp Stawowy (LINK). Mitarbeiter der Klinik sind als von der Deutschen Hochdruckliga e.V. zertifizierte Hypertensiologen tätig und garantieren so eine hohe Fachkompetenz.

Unser Angebot

Die Erstellung leitliniengerechter Behandlungspfade sichert, zusammen mit der entsprechenden räumlichen und apparativen Ausstattung der Klinik sowie den Möglichkeiten der interdisziplinären Kooperation (Endokrinologie, Nephrologie, Neurologie) eine optimale Behandlung der arteriellen Hypertonie.

Ein Schwerpunkt des Hypertoniezentrums ist unter anderem die Diagnostik und Therapie der so genannten sekundären Hypertonie. Dabei liegt eine organische Ursache als Auslöser des Bluthochdrucks vor. Durch Therapie dieser Grundrkrankung kann der Bluthochdruck heilbar sein und die Patientinnen und Patienten müssen keine blutdrucksenkenden Tabletten mehr einnehmen. Erkrankungen, welche zu einer arteriellen Hypertonie führen, sind zum Beispiel hormonelle Störungen („Conn-Syndrom“und „Phäochromazyton“) oder das Vorliegen einer Nierenarterienstenose. Unser Hypertoniezentrum verfügt über alle Möglichkeiten der Diagnostik (wie Hormonanalysen und Belastungstests; Ultraschalluntersuchung oder auch Magnetresonanztomographie und  Computertomographie der Nierenarterien) und der Therapie (Ballondilatation und Stenteinlage in Nierenarterienstenosen; operative Therapie Hormon-produzierender Tumore in enger Kooperation mit anderen Fachdisziplinen).

Weiter Schwerpunkt ist die Behandlung schwierig einzustellender Patientinnen und Patienten mit so genannter „therapieresistenter Hypertonie“. Hierunter versteht man Fälle, die trotz der Einnahme von drei  oder mehr Medikamenten und der  Änderung ihres Lebensstils (Gewichtsreduktion, sportliche Betätigung) nicht den Zielbereich erreichen. Im Hypertoniezentrum wird hierzu zunächst das Vorliegen der sekundären Hypertonie ausgeschlossen. Liegt eine solche nicht vor, so kann durch eine individuelle und sich ergänzende Umstellung der medikamentösen Therapie mit effektiven und gut verträglichen Medikamenten in aller Regel der Blutdruck gut eingestellt werden.