Definition

Unter dem Begriff koronare Herzerkrankung versteht man eine Einengung (Stenosierung) einer oder mehrerer Herzkranzarterien, die den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Erreicht der Grad der Einengung eine kritische Größe (ab ca. 60 Prozent), führt dies in der Regel zu Angina-pectoris-Beschwerden (Brustschmerzen) als Ausdruck einer Minderdurchblutung des Herzens.

Ursache

Die koronare Herzerkrankung entsteht durch die Auswirkung eines oder mehrerer Risikofaktoren (RF); dazu gehören Rauchen, Bluthochdruck (arterielle Hypertonie), ein erhöhter Cholesterinspiegel (Hyperlipoproteinämie) – insbesondere des LDL-Cholesterins –, die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und andere.

Krankheitsverlauf

Die KHK ist eine im Prinzip chronische Erkrankung, deren Prognose von einer frühzeitigen Diagnose, dem Ausschalten von Risikofaktoren, sowie einer leitliniengerechten medikamentösen und auch interventionellen (Ballon, Stents) Therapie abhängt. Die Erkrankung kann zu einer zunehmenden Einengung einer Kranzarterie führen, was letztlich zu einer typischen Symptomatik mit (belastungsabhängigem) Druck- und Engegefühl in der Brust, aber auch im (linken) Arm, der Schulter, dem Rücken, Oberbauch oder der Kieferregion führt. Kommt es zu einem schlagartigen Verschluss einer Herzkranzarterie, so ist die beschriebene Symptomatik wesentlich ausgeprägter, oft auch verbunden mit vegetativen Symptomen wie Schwitzen, Übelkeit oder Erbrechen – in diesem Fall besteht mit hoher Wahrscheinlichkeit ein akuter Herzinfarkt, der eine sofortige Klinikeinweisung verlangt.

Konservative Therapie

Abgesehen von der Primärprophylaxe (Vorbeugung) im Sinne einer gesunden Lebensführung und Nikotinverzicht ist es notwendig, erkannte Risikofaktoren konsequent diätetisch und medikamentös zu behandeln. Es stehen für jegliche RF wirksame Medikamente zur Verfügung, die in einem individuellen Behandlungsplan zwischen Arzt und Patient besprochen und festgelegt werden.

Interventionelle Therapie

Wenn die konservative Therapie allein nicht zur Beseitigung der Krankheitssymptome und Verbesserung der Prognose führt, sollte eine Herzkatheteruntersuchung zur Sicherung der Diagnose und Planung einer interventionellen Behandlung der Engstellen erfolgen. Dies geschieht dann durch eine Ballonaufweitung, in der Regel auch verbunden mit dem Einsetzen von Stents („Gefäßstützen“), die die behandelten Stellen langfristig offenhalten können. Sollte aufgrund des Ausmaßes und/oder der Morphologie eine Stent-Implantation nicht möglich sein, bietet sich alternativ die Bypass-Chirurgie an.