Was ist das TAVI-Verfahren?

TAVI steht für "Transcatheter Aortic Valve Implantation", also Transkatheter-Aortenklappen-Implantation. Dieses Verfahren wurde für Patienten mit einer hochgradigen Aortenklappenverengung (genannt Aortenklappenstenose) entwickelt, die einen Herzklappenersatz benötigen, bei denen eine Operation am offenen Herzen aber zu riskant ist. Bei allen anderen Patienten wird die Aortenklappe chirurgisch ersetzt.

Aortenklappenstenose

Die Aortenklappenverengung, genannt Aortenklappenstenose, ist die häufigste erworbene Herzklappenerkrankung. Sie tritt meist in höherem Alter auf, wenn sich die drei halbmondförmigen Klappentaschen wegen von Verschleiß oder Verkalkung (Sklerose) nicht mehr weit genug öffnen können. Die linke Herzkammer muss dann einen deutlich erhöhten Druck aufbringen, um das Blut durch die verengte Klappe zu pressen. Die Folge: Betroffene leiden unter Atemnot, Brustenge, plötzlicher Bewusstlosigkeit oder akuter Herzschwäche. Die Lebenserwartung ist deutlich eingeschränkt. Die einzige Therapie ist der Aortenklappenersatz. 



Behandlung mit dem TAVI-Verfahren

Das TAVI-Verfahren wird ohne Spaltung des Brustbeins und ohne Herz-Lungen-Maschine durchgeführt. Über einen Herzkatheter dehnt der Arzt zunächst die erkrankte Klappe mit einem Ballon auf. Anschließend wird – ebenfalls über den Katheter – eine zusammengefaltete biologische Herzklappe an die Stelle der alten Klappe gesetzt. Die alte Herzklappe wird in die Wand der Aorta gedrückt und die neue Klappe spannt sich nach Zurückziehen des Katheters auf. Sie ist in einem Drahtgerüst verankert, das sich beim Aufspannen an der richtigen Stelle verhakt. 

Der Katheter wird meist über einen kleinen Einschnitt an der Leiste über Leistenarterie und Aorta bis ins Herz vorgeschoben (transfemoral). Falls die Leistenarterien zu klein oder die Hauptschlagadern schwer verkalkt sind, wird die Klappe über die Herzspitze eingeführt (transapikal). Dabei wird zwischen der fünften und sechsten Rippe unterhalb der Brustwarze ein wenige Zentimeter langer Hautschnitt vorgenommen. Darunter befindet sich die Herzspitze, über die der Katheter eingeführt und die Herzklappe implantiert werden kann.


Das TAVI-Programm am DHZB

Saal 8 im DHZB, ein hochmoderner sogenannter "Hybrid-OP": hier werden TAVI-Eingriffe vorgenommen

Das TAVI-Programm am DHZB gehört zu den größten Deutschlands. Die Eingriffe werden stets von erfahrenen Kardiologen und Herzchirurgen gemeinsam im sogenannten "Heart-Team" geplant und vorgenommen. Hierzu stehen zwei hochmoderne sogenannte Hybrid-Operationssäle zur Verfügung, die zugleich die Möglichkeiten  eines Herzkatheterlabors (bewegliche Röntgenanlage) und die Ausstattung eines Operationssaals bieten. Bei Komplikationen können im Hybrid-OP sofortige herzchirurgische Maßnahmen ergriffen werden.