Hintergrund

Sondenextraktion im Hybrid-OP: Rechts der Monitor für Röntgen- und Ultraschallbildgebung, über dem Patienten das Röntgengerät, im Hintergrund die Herz-Lungen-Maschine im Standby-Betrieb.

Aufgrund der steigenden Zahlen an Schrittmacher- und Defibrillator(ICD)-Implantationen wird es auch immer häufiger notwendig, solche Schrittmacher- oder ICD-Systeme vollständig zu entfernen oder einzelne Sonden zu extrahieren. Gründe hierfür können unter anderem eine Infektion des Systems, die Fehlfunktion einer Sonde oder der durch eine Sonde bedingte Verschluss eines grossen Blutgefässes sein.

Die Entfernung des Schrittmacher/Defibrillator-Aggeragtes selbst ist in der Regel unproblematisch, da es im Unterhautfettgewebe oder unter dem Brustmuskel platziert und gut zugänglich sind. Die schlauch- bzw. drahtförmigen Sonden eines solchen Systems, die über das Venensystem in die Herzkammern gelegt werden, können jedoch mit den Gefässwänden oder dem Herzmuskel selbst verwachsen. Die Entfernung der Sonden ist in Abhängigkeit der Ausprägung der Verwachsungen entsprechend komplex.

Sondenextraktion am DHZB

Prof. Dr. med. Christoph Starck, leitender Oberarzt am DHZB, bei einer Sondenextraktion

Zur erfolgreichen und sicheren Durchführung von Sondenextraktionen sind eine hohe medizinische Expertise und eine exzellente Ausstattung nötig. 

Am Deutschen Herzzentrum Berlin werden diese Eingriffe nur von wenigen speziell geschulten und sehr erfahrenen Operateuren vorgenommen. Diesen Experten steht ein breites Sortiment an hochmodernen Spezialinstrumenten zur Verfügung. 

Die minimalinvasiven Sondenextraktionen werden in einem sogenannter Hybrid-Operationssaal mit modernster Bildgebungstechnik (Röntgen- und Ultraschallsysteme) durchgeführt. 

Jederzeit ist gewährleistet, dass im äusserst seltenen Fall einer schwerwiegenden Komplikation ohne jede weitere Verzögerung eine offene herzchirurgische Behandlung vorgenommen werden kann, wenn nötig auch mit Einsatz der Herz-Lungen-Maschine.