Was ist die Aorta?

Die Aorta ist die Hauptschlagader, aus der alle Arterien des Körperkreislaufs hervorgehen. Vom Herzen aus verläuft sie zunächst nach oben (Aorta ascendens), mit dem Aortenbogen krümmt sie sich nach unten (Aorta descendens) und verzweigt sich etwa auf Hüfthöhe in die Beckenarterien. Eingriffe an der Hauptschlagader machen in Deutschland etwa zwölf Prozent aller Operationen unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine aus. Tendenziell nimmt die Zahl der Aorteneingriffe zu, was vor allem an der zunehmenden Lebenserwartung liegt. 

Häufigste Erkrankungen der Aorta

Die häufigsten Gründe für eine Operation an der Aorta sind sogenannte Aneurysmen oder Dissektionen. Eine Aortendissektion ist eine Aufspaltung der drei Wandschichten der Aorta, meist verursacht durch einen Riss der inneren Schicht. Das Blut dringt in den Zwischenraum und vergrößert ihn immer weiter, was lebensbedrohlich sein kann. Ein Aneurysma ist eine Erweiterung oder Aussackung der Aorta. Die Ursachen sind sogenannte degenerative Veränderungen (Arteriosklerose), angeborene Bindegewebsschwächen oder Entzündungserkrankungen. 

Die meisten Aneurysmen an der Aorta verursachen keine Beschwerden und werden daher häufig nur zufällig bei einer Untersuchung entdeckt. Erst wenn ein Aneurysma sehr groß ist, kann es Beschwerden wie Nervenschädigungen, Durchblutungsstörungen oder Atemnot hervorrufen. Wenn ein Aneurysma mehr als fünf Zentimeter Durchmesser umfasst, wird Patienten meist zu einer Operation geraten. Der Grund ist das hohe Risiko eines Risses der Aortenwand, der sogenannten Aortenruptur, bei der Blut in das umgebende Gewebe fließt. Dringt das Blut dabei in großen Mengen in eine Körperhöhle wie den Herzbeutel ein, führt die Ruptur häufig zum Tod. Die Sterblichkeit während und nach der Operation ist deutlich höher als bei einer geplanten Operation. Es ist deshalb besonders wichtig, dass Patienten mit einer Erweiterung der Aorta mit einem kleineren Durchmesser als fünf Zentimeter regelmäßig untersucht werden. In manchen Fällen wird eine Operation auch bei geringerem Durchmesser angeraten. 

Therapie

Bei der Operation von Aortenaneurysmen und -dissektionen wird das erkrankte Gefäß durch eine Prothese ersetzt. Meist besteht die Prothese aus Kunststoff. Wenn infektiöse Prozesse der Hauptschlagader oder des umliegenden Gewebes vorliegen, können auch sogenannte Homografts, bei Organentnahmen entfernte Hauptschlagadern, oder biologische Prothesen aus Herzbeutelgewebe eingesetzt werden. Am Deutschen Herzzentrum Berlin werden jährlich über 400 Aortenoperationen vorgenommen. Spezialisierte Ärzte entscheiden nach sorgfältiger Untersuchung über die optimale Behandlungsmethode für jeden Patienten. 

Konventionelle Operation 

Der Ablauf einer Aorten-Operation hängt davon ab, welche Segmente der Hauptschlagader betroffen sind. Bei Aneurysmen der herznahen Aorta und des Aortenbogens wird das Brustbein durchtrennt und der Brustkorb des Patienten geöffnet. Der absteigende Teil der Aorta wird über einen Schnitt zwischen den Rippen erreicht. Ist auch die Bauchschlagader betroffen, wird der Schnitt bis zur Bauchwand verlängert. Liegt ein Aneurysma der Bauchschlagader unterhalb der Nierenarterien vor, wird dieses über eine Eröffnung der Bauchhöhle erreicht. Bei einigen Operationen übernimmt eine Herz-Lungen-Maschine während des Eingriffs die Funktion dieser beiden Organe. 

Minimalinvasive Operation

Heute können viele Aneurysmen mit sogenannten Endoprothesen ohne eine offene Operation behandelt werden. Bei dieser schonenden "endovaskulären Implantation" wird die Prothese über einen kleinen Einschnitt an der Leiste oder am Arm des Patienten bis an die erkrankte Stelle vorgeschoben und dort entfaltet. Mediziner des DHZB haben zur Entwicklung zahlreicher neuartiger Operationsverfahren in der minimalinvasiven Aortenchirurgie beigetragen.