Herz-Kreislauf-Monitoring

Gerade im Rahmen der Herzoperation liegt das Hauptaugenmerk in der lückenlosen Überwachung der Herz- und Kreislaufunktion. Dafür stehen uns modernste Monitore, Datenerfassungs- und Messsysteme zur Verfügung, die alle erhobenen Daten rund um EKG, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Temperatur in ein elektronisches Narkoseprotokoll einpflegen.

"Schluckecho" (transösophageale Echocardiographie-TEE)

Eine zusätzliche Möglichkeit, schnelle Informationen über die Herzfunktion zu erhalten, bietet der intraoperative Herzultraschall. Die transösophageale Echocardiographie ist ein semi-invasives Verfahren.

Im Rahmen der TEE (Schluckecho) liefert eine Ultraschallsonde, die unter Narkose unmittelbar vor Operationsbeginn über die Speiseröhre bis nahe ans Herz geschoben wird, dem Chirurgen vor und während der Operation wichtige anatomische und funktionelle Informationen zur OP-Planung und ermöglicht dem Anästhesisten eine Überwachung der Herzfunktion in Echtzeit.

Es konnte gezeigt werden, dass die intraoperative Echokardiographie bei 30-50 Prozent der Patienten neue, die Therapie wesentlich beeinflussende Informationen, liefert. Im DHZB wird die intraoperative Echokardiographie von Anästhesisten in Kooperation mit Kardiologen durchgeführt.

In allen OP-Sälen stehen Ultraschallgeräte mit der modernsten Technologie (dreidimensionale Darstellung in Echt-Zeit) zur Verfügung. Die gespeicherten Bilder / Bildsequenzen können in der elektronischen Krankenakte jederzeit abgerufen werden.

Neuro-Monitoring

Während großer Herzoperationen übernimmt meist eine Herz-Lungen-Maschine die Funktion dieser Organe. Vor allem die Sauerstoffversorgung des Gehirns muss in dieser Phase genau überwacht werden. 

Sogenannte Nahinfrarotspektroskopie („NIRS“) - Geräte ermöglichen eine kontinuierliche und gefahrlose Messung des Sauerstoffgehalts im Hirngewebe.

Dazu wird den Patienten nur eine harmlose Sonde auf die Stirn geklebt, regelmäßige Blutentnahmen sind nicht mehr nötig.

Bereits kleinste Veränderungen werden in Echtzeit angezeigt. So können die Ärzte wenn nötig sofort und gezielt reagieren, um Hirnschäden vorzubeugen – und darüber hinaus auch wissenschaftliche Erfahrung sammeln, wie sich das empfindliche Organ in Zukunft noch besser schützen lässt.

Zusätzlich verfügen wir bei bestimmten thorako-abdominellen Eingriffen an der Hauptschlagader (Aorta) über spezielle Messmethoden zur Überwachung der Rückenmarksdurchblutung. 

Lungen-, Nieren- und Leberfunktion

Neben dem Herz-Kreislauf- und Neuro-Monitoring werden während der Herzoperation auch die Organfunktionen von Lunge, Nieren und Leber mit entsprechenden Kontrollen überwacht und die Daten aus dem Beatmungsprotokoll ebenso wie die Labordaten in Bezug auf Lunge, Nieren und Leber in der elektronisch Patientenakte gespeichert.

Schnelltests

Die in jedem Saal vorrätigen Blutgasanalyse- und Gerinnungsmessgeräte ermöglichen uns eine zeitnahe und lückenlose Blutuntersuchung mit den wichtigsten Blutwerten und ermöglichen uns so schnellstmöglich auf Veränderungen zu reagieren.

Für besondere Fragestellungen im Bereich der angeborenen oder erworbenen Blut- und Gerinnungserkrankungen im Zusammenhang mit Eingriffen an der Herz-Lungen-Maschine stehen uns über das Labor u.a. moderne Testverfahren zur Gerinnungsmessung (wie z.B. HIT-, ROTEM- und Multiplate-Testverfahren) zur Verfügung. 

Das Blutdepot im DHZB stellt - in Zusammenarbeit mit dem Blutlabor der Charité - die bei einer Herzoperation notwendigen Blut- bzw. Gerinnungsprodukte zeitnah für den Patienten zur Verfügung.