Kontaktdaten

Deutsches Herzzentrum Berlin
Institut für Anästhesiologie
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin, Germany
Tel +49 30 4593-2600

E-Mail anae-fellowship@dhzb.de

 

 

Die Erwachsenenkardioanästhesie widmet sich der prä-, intra- und postoperativen Betreuung von Patienten, welche sich herzchirurgischen, vaskulären und intrathorakalen Eingriffen, sowie interventionellen und diagnostischen kardiovaskulären Prozeduren unterziehen.
Der Großteil der klinischen Ausbildung umfasst hierbei die Versorgung von Patienten im OP-Bereich, an anderen Anästhesiearbeitsplätzen und auf der Intensivstation. Am Deutschen Herzzentrum Berlin werden im Jahr bei über 6600 Narkosen Patienten des gesamten Spektrums der Erwachsen- und Kinderherzchirurgie anästhesiologisch versorgt. Für die intensivmedizinische Versorgung stehen auf zwei Stationen 44 Erwachsenen- Intensivbetten zur Verfügung.

Das Institut für Anästhesiologie bietet jährlich 3 Kollegen die Möglichkeit im Rahmen eines zweijährigen Fellowships...

  • die Fähigkeiten, das Wissen und die Routine zu erlangen um unabhängig und selbständig Patienten in den Subspezialisierungen Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie anästhesiologisch und intensivmedizinisch versorgen zu können
  • die Zusatzbezeichnung Intensivmedizin zu erwerben
  • transthorakale und transösophageale Echokardiographie zu erlernen, inklusive entsprechender Zertifizierungen (DGAI, EACVI/EACTA), und darüber hinaus eine ausgewiesene Expertise in der perioperativen/-interventionellen Echokardiographie zu erlangen
  • sämtliche Kriterien für die Qualifikation als „erfahrener Kardioanästhesist“ gemäß den Empfehlungen der DGAI / des GBA zu erfüllen,
  • dabei in einem interdisziplinären Team mit flacher Hierarchie zu agieren
  • von Beginn an in die klinische Routine des OP-Betriebs, der PACU und der Intensivstation mit eingebunden zu sein
  • an einem modernen Klinikum mit exzellenter Infrastruktur mitzuarbeiten
  • an einem Herzzentrum mit überregionaler Zentrumsfunktion u. a. für die Implantation mechanischer Ventrikelunterstützungsverfahren (LVAD), für die Versorgung des akuten Aortensyndroms, für die Behandlung kongenitaler Vitien im Erwachsenenalter sowie für interventionelle und minimalinvasive Klappenchirurgie tätig zu sein

Voraussetzungen für eine Bewerbung sind

  • Erwerb der Facharztqualifikation Anästhesie innerhalb der letzten 3 Jahre
  • CME-Nachweise über kontinuierliche Fortbildung entsprechend Tätigkeitsdauer als Facharzt
  • abgeschlossene Promotion
  • Deutsch als Muttersprache oder Kenntnisse auf C1-Niveau
  • Englischkenntnisse auf B2-Niveau

Das Fellowship am DHZB ist als „on the job“-Training (OJT) konzipiert.

Ergänzt durch kurrikuläre Unterrichtseinheiten werden die für den Kardioanästhesisten relevanten Ausbildungsinhalte im klinischen Kontext vermittelt. Der Fellow arbeitet in Vollzeit. Die Bezahlung erfolgt nach Tarifvertrag in der Eingruppierung für Fachärzte (Ä2). Nach adäquater Einarbeitung ist die Beteiligung am Bereitschafts- und Rufdienst mit Hintergrundunterstützung durch die Oberärzte der Abteilung vorgesehen.

Während der intensivmedizinischen Weiterbildung werden neben den notwendigen Inhalten gemäß der Weiterbildungsordnung Intensivmedizin der Ärztekammer Berlin die Besonderheiten der kardiovaskulären und thoraxchirurgischen Intensivmedizin vermittelt.

Zu Beginn des Trainings erfolgt, aufbauend auf der bisherigen Erfahrung des Fellows, die Einarbeitung auf der Intensivstation mit dem Schwerpunkt hämodynamisches Monitoring und Erkennung und Behandlung von typischen Krankheitsbildern der kardiovaskulären Intensivmedizin.

Dabei bilden die Techniken und Verfahren des erweiterten hämodynamischen Monitorings und Managements einen zentralen Trainingsinhalt, der sich als roter Faden durch das gesamte zweijährige Fellowship zieht. Von Beginn an ist der Fellow im intensivmedizinischen und operativen Alltag in die Instrumentierung, Anwendung und Interpretation dieser Maßnahmen eingebunden und erlernt diese in einem didaktisch fundierten und konstant supervidierten Umfeld.

Zunächst erlernt der Fellow neben der routinemäßigen, postoperativen Versorgung nach elektiven kardiovaskulären Eingriffen die Besonderheiten der Behandlung von spezifischen Krankheitsbildern (u.a. postoperatives low-cardiac-output-syndrom, kardiogener Schock, ARDS) kennen und wird diese im Verlauf der intensivmedizinischen Weiterbildung selbstständig umsetzen können. Daran anschließend wird im Rahmen der weiteren Qualifizierung der Fokus auf den Besonderheiten spezieller operativer und intensivmedizinischer Prozeduren (Transplantation, LVAD, ECMO) liegen.

Außerdem werden dem Fellow die Grundlagen der transthorakalen Echokardiographie durch Teilnahme am TTE-Grundkurs (PFE-Modul 1), Training am Ultraschall-Simulator und bedside Teaching nahegeacht.

Nach angemessener Einarbeitung wird erwartet, dass der Fellow seinerseits Ärzte in Weiterbildung außerhalb der Kernarbeitszeit supervidiert und anleitet. Eine durchgehende Verfügbarkeit eines erfahrenen Intensivmediziners im Sinne eines oberärztlichen Rufdienstes für Intensivmedizin wird dabei gewährleistet.

In den ersten Monaten der anästhesiologischen Fellowshiphälfte stehen die präoperative Evaluation und Optimierung des herzchirurgischen Patienten sowie die anästhesiologischen Betreuung im Rahmen von Standardeingriffen des kardiovaskulären Spektrums im Vordergrund. Darüber hinaus liegt ein Schwerpunkt auf der frühen postanästhesiologischen Versorgung und Schmerztherapie von unkomplizierten und insbesondere Fast-Track geeigneten Eingriffsformen in der dem OP-Bereich angeschlossenen PACU.

Die Risikoabschätzung, Prävention und Behandlung eines postoperativen Delirs und des postoperativen kognitiven Defizits (POCD) sind in diesem Kontext besonders herausgestellte Ausbildungsbestandteile und ein Forschungsbereich des DHZB.

Die Teilnahme an einem ACLS-Providertraining nach den Vorgaben der AHA wird seitens des Instituts unterstützt und bis zum Abschluss des Fellowships vorausgesetzt.

Der Fellow erhält während des anästhesiologischen Fellowshipjahres eine umfassende theoretische und praktische Ausbildung in transösophagealer Echokardiographie durch Teilnahme an den institutsangebundenen Echokurs (PFE Module 3 und 4), an den regelmäßigen internen Echoreviews, sowie durch Simulatorschulung am abteilungseigenen Simulator und vor allen Dingen durch tägliches Hands-on Training im Operationssaal. Die notwendigen Fallzahlen für eine Zertifizierung in transösophagealer Echokardiographie gemäß den Kriterien der EACTA/EACVI sowie der DGAI werden durch die Fellows im Laufe des Jahres problemlos erreicht. Ein ausführliches Training in der korrekten Akquisition, Manipulation und Interpretation von echokardiographischen 3D-Datensätzen versteht sich von selbst.

Das zeitkritische Gerinnungsmanagement kardiochirurgischer Patienten wird inklusive der angemessenen und situationsgerechten Anwendung verfügbarer point-of-care Diagnostik in der täglichen Anwendung vermittelt und umgesetzt. Dies beinhaltet natürlich ebenfalls den Erwerb der Fachkenntnisse für die perioperative Betreuung von Patienten mit HIT II, Antiphospholipidsyndrom und anderen erworbenen wie angeborenen Gerinnungsstörungen.

Ab dem 4. Monat des Trainings im OP-Bereich findet ein langsamer Übergang zu einer individualisiert-fokussierten Supervision statt. Der Fellow arbeitet im klinischen Alltag zunehmend selbständig und autark. Echountersuchungen i. S. eines „comprehensive exams“ nach den Guidelines der American Society of Echocardiography werden durch den Fellow mit abnehmender Unterstützung durch die Oberärzte eigenständig akquiriert und ausgewertet und mit Supervision elektronisch befundet.

Die Leistung und der Lernfortschritt des Fellows werden kontinuierlich evaluiert und motivierend begleitet. Nach drei und sechs Monaten findet darüber hinaus jeweils ein formales Evaluationsmeeting des Fellows mit den Programmdirektoren statt, mit zusätzlicher Gelegenheit zu gegenseitigem Feedback. Der Fellow ist während des gesamten Jahres der anästhesiologische Ausbildung angehalten ein Case Log zu führen, welches bei diesen Gelegenheiten gemeinsam ausgewertet wird. Nach einem halben Jahr Echotraining wird in einem klinischen Assessment die bis dahin erworbene Echokompetenz beurteilt, um im weiteren Verlauf gegebenenfalls schwerpunktmäßige Anpassungen vornehmen und besonders zu fördernde Ausbildungsinhalte herausarbeiten zu können.

Gegen Ende des anästhesiologischen Jahres wird der Fellow bei zunehmend anspruchsvolleren und komplexeren Eingriffen wie on- und off-pump Assistimplantationen, thorakalen Transplantationen, thorakoabdominellen Aorteneingriffen mit Neuromonitoring und spinaler Drucküberwachung, pulmonalen Thrombdendarteriektomien in tiefer Hypothermie eingesetzt.

Das akademische Curriculum wird durch wöchentliche interne Fortbildungsveranstaltungen, Echoreviews, abteilungsübergreifende Fallkonferenzen und 1:1 Teaching im klinischen Alltag abgedeckt. Die Themenauswahl und der Umfang des theoretischen Studienprogramms orientiert sich u. a. an den Empfehlungen der DGAI zu den Lehrinhalten Kardioanästhesie. Der Fellow ist angehalten hierbei durch eigene Präsentationen im Rahmen des Journal Clubs, Fallvorstellungen und Unterstützung des Lehrkörpers an der dem DHZB angeschlossenen Akademie für Kardiotechnik mit zu wirken. Dem Fellow wird während der zweijährigen Ausbildung selbstverständlich Gelegenheit zu aktiver aber auch passiver Teilnahme an wissenschaftlichen Konferenzen des kardioanästhesiologischen und echokardiographischen Themenkreises gegeben. Die Beteiligung an wissenschaftlichen Untersuchungen, Qualitätsmanagementsprojekten, Publikation von Fallberichten, Mitarbeit bei der Erstellung und Pflege interner Behandlungsrichtlinien (SOPs) und andere akademische Vorhaben werden ausdrücklich unterstützt und gefördert.

Mögliche Starttermine

...sind jeweils der 1. Januar, der 1. Mai und der 1. September jeden Jahres
 

 

01.2020

05.2020

09.2020

01.2021

05.2021

09.2021

                

 

Programmsynopsis kardiochirurgische Intensivmedizin

Monat 1 - 2

Einarbeitung: einwöchige Hospitation im OP, Einweisungen nach
MPG, SOPs, „Pflegetag“, Hospitation Atmungstherapeuten,
Training CPR nach herzchirurgischen Eingriffen
Schwerpunkt Monitoring: erweitertes hämodynamisches
Monitoring (incl. PAK, transpulmonale Thermodilution),
Neuromonitoring (prozessiertes EEG, NIRS), zielgerichtete
hämodynamische Therapie, Therapie der postoperativen Blutung
(incl. POC-Diagnostik/ROTEM), Scoring-Systeme,
Sedierungsmanagement

Monat 3 - 6

Schwerpunkt spezifische Diagnostik und Therapie der
perioperativen Herzinsuffizienz (Linksherzinsuffizienz,
Rechtsherzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Elektrotherapie)
Schwerpunkt Beatmung und (extrakorporale)
Organersatztherapie / mechanische Kreislaufunterstützung:
veno-arterielle und veno-venöse ECMO (inkl. Organprotektion,
Gerinnungstherapie, Weaning), IABP, kontinuierliche und
intermittierende Nierenersatztherapie, Hospitation Bronchoskopie

Monat 7 - 12

Schwerpunkt transthorakale Echokardiographie (Teilnahme am
Echo-Kurs PFE-Modul 1, echokardiographische Untersuchungen
unter Supervision),
Antiinfektivatherapie, Ernährung,
Übernahme von Schichtleitungen im Nachtdienst
Schwerpunkt intensivmedizinische Therapie nach Herz- und
Lungentransplantation, LVAD-Implantation, Eingriffen an der
thorakoabdominellen Aorta (inkl.
Liquordrainage)
Schwerpunkt „chronic critical illness“, prolongiertes Weaning,
Schmerztherapie auf der Intensivstation, Therapie des Delirs,
Therapiezieländerungen, Teilnahme an einer Sitzung der
klinischen Ethikkommission

Programmsynopsis Erwachsenen-Kardioanästhesie

  • Monat 1
    Einarbeitung: IT-Infrastruktur, lokale Standards, SOPs, Einweisungen nach MPG
     
  • Monat 2
    Rotation Kardiotechnik
    Einarbeitung PACU
    Beginn aktive Beteiligung interne Fortbildung
    Intensivierung Einbindung in die Patientenversorgung
     
  • Monat 3
    Fokus Koronarchirurgie (CABG, OPCAB)
    Intensivierung TEE-Ausbildung am Patienten
    Beginn Teilnahme Schicht-/Rufdienste
     
  • Monat 4
    Fokus Aortenklappeneingriffe (SAVR, TAVI)
     
  • Monat 5
    Fokus interventionelle und nicht-thorakale Aortenprozeduren (TEVAR, EVAR, BAA)
     
  • Monat 6
    Schwerpunkt Mitral-/Trikuspidalklappe (MKR/E, TKR/R), Ascendens- und Bogenchirurgie
     
  • Monat 7
    Schwerpunkt minimalinvasive Herzchirurgie (MIC-MKR/TKR/AKE, MIDCAB) inkl. SVC-Kanülierung, retrograd-transjugulärer Kardioplegie, Endoclamping
     
  • Monat 8
    Fokus CIEDs (Implantation, Systemexplantationen, Sondenextraktionen/-revisionen) sowie interventionelle Katheterprozeduren (z. B. Angiovac)
     
  • Monat 9, 10
    Fokus mechanische Unterstützungsverfahren (VAD, ECMO, Impella), komplexe Mehrfachklappen- und Redo-Chirurgie, Pulmonalis-Thrombendarterektomien
     
  • Monat 11, 12
    Fokus thorakoabdominelle Aortenchirurgie inkl. Neuromonitoring (Spinalkatheter, evozierte Potenziale), echoabhängige Interventionen (MitraClip®, ViV-Prozeduren, PVL-Verschlüsse etc.), thorakale Transplantationen
     
  • Thoraxchirurgie
    Thoraxeingriffe werden während des gesamten anästhesiologischen Ausbildungsjahres mit eingebunden. Dies beinhaltet u. a. Einlungenventilationen im Kontext von minimal invasiver Chirurgie, thorakoabdomineller  Aortenchirurgie, lateralen Perikardektomien, thorakalen Transplantationen und i. R. der Komplikationschirurgie (Hernien, Dekortikationen, Resektionen).

Faculty

Institutsdirektor: Prof. Dr. Dr. h.c. H. Kuppe

Stellvertretender Institutsdirektor: Dr. M. Hommel, MBA

Fellowship Direktor, Kardioanästhesie: Dr. D. Eggert-Doktor

Fellowship Direktor, Intensivmedizin: Dr. J. Kügler

Fellowship Direktor, Echokardiographie: Dr. A. Mladenow

Fellowship Faculty / Trainer: Oberärztinnen und -ärzte des Instituts für Anästhesiologie

Sämtliche Institutsoberärzte erfüllen die Kriterien der DGAI als in der Kardioanästhesie besonders erfahrene Anästhesisten und verfügen über Zertifikate in transösophagealer Echokardiographie zumindest der EACTA/EACVI und/oder des NBE sowie mitunter zusätzlich der DGAI. Mindestens ein Mitglied der Fellowship Faculty ist rund um die Uhr verfügbar.
Die Fellowship Direktoren widmen einen signifikanten Anteil ihrer klinischen und nichtklinischen Tätigkeit der praktischen und theoretischen Ausbildung der Fellows sowie der Unterhaltung und Weiterentwicklung des Fellowshipprogramms.