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12.10.2015

Schon ein Jahr „Off“!

Elena (19 Monate) ist das 20ste am Deutschen Herzzentrum Berlin vom Kunstherz entwöhnte Kind: Eine weltweit einmalige Erfolgsgeschichte.

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Ein schöneres Weihnachtsgeschenk als im vergangenen Jahr werden David Yi und seine Frau Ryu Mi aus Dresden wohl ihr ganzes Leben lang nicht mehr bekommen: Denn es war kurz vor Heiligabend, als ihre Tochter Elena nach Hause entlassen werden konnte. 

„Die Ärzte am Deutschen Herzzentrum Berlin haben unserem Kind das Leben geschenkt“ sagt Papa David.

Als Elena vier Monate zuvor mit dem Hubschrauber nach Berlin geflogen wird, stehen ihre Überlebenschancen nahe null: Das fünf Monate alte Kleinkind ist an der sogenannten „dilatativen Kardiomyopathie“ erkrankt, einer plötzlichen Vergrößerung und gleichzeitiger Erschlaffung des Herzmuskels. In Fällen wie bei Elena ist die Ursache der Krankheit bis heute ungeklärt. Fest steht aber: Sie ist akut lebensbedrohlich.

Bereits beim Flug ins Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) muss Elena reanimiert werden. Am DHZB wird sie an das „Berlin Heart“ angeschlossen, eine in Berlin entwickelte künstliche Kreislaufpumpe außerhalb des Körpers, das weltweit einzige für Kleinkinder zugelassene Kunstherz-System.  

Die Ärzte wissen: Wenn sich Elenas Herzmuskel nicht erholt, ist ein Spenderherz ihre einzige langfristige Chance. Doch dank der Entlastung durch das künstliche Pumpsystem erholt sich Elenas eigenes Herz. Nach etwas über zwei Monaten sind die Kinderkardiologen sich sicher: Elena kann vom „BerlinHeart“ wieder befreit werden.

Genau ein Jahr ist seitdem vergangen. Elena hat sich vollständig erholt, ist ein lebhaftes Mädchen und hält ihre Eltern von früh bis spät auf Trab. „Sie hat jedenfalls mehr Kondition als wir“, stellt David Yi lachend fest.

Elena ist bereits das zwanzigste Kind, dessen eigenes Herz sich während der Unterstützung durch das „BerlinHeart“-Kunstherz am DHZB wieder so gut erholt hat, dass die künstliche Pumpe wieder entfernt werden konnte. Wohl in keinem anderen Herzzentrum weltweit ist dies so häufig gelungen.

 

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„Wir wissen aber noch viel zu wenig darüber und forschen entsprechend intensiv daran, warum es in etwa 15 Prozent der vergleichbaren Fälle zu dieser Spontanheilung kommt und bei den anderen Patienten nicht“, sagt Dr. Oliver Miera, Kinderkardiologe am DHZB, „schließlich wollen wir einen Erfolg wie bei Elena so oft wie möglich erleben“.

Ein schwerkranker Säugling, dem Tod näher als dem Leben – so hat Dr. Miera Elena vor 14 Monaten kennen gelernt. Jetzt besucht ihn ein gesundes Kleinkind.  „Eine schönere Bestätigung für unsere Arbeit“, sagt der Herzmediziner und streicht seiner kleinen Ex-Patientin über den Kopf, „kann es wirklich nicht geben!“

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