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13.10.2015

Gutes Leben mit „halbem Herz“

Das Deutsche Herzzentrum Berlin richtet als erste Herzklinik eine spezielle „Fontan-Ambulanz“ ein: Patienten mit schwersten angeborenen Herzfehlern soll ein immer längeres und immer besseres Leben ermöglicht werden.

Hinter dem nüchternen medizinischen Fachbegriff „hypoplastischer Ventrikel“ verbirgt sich ein schwerer angeborener Herzfehler: Nur eine der beiden Herzkammern hat sich entwickelt, betroffene Kinder kommen also mit einem „halben Herz“ zur Welt, das außerdem noch weitere schwere Fehlbildungen aufweist.

Noch vor wenigen Jahrzehnten bedeutete diese Missbildung den sicheren Tod bereits kurz nach der Geburt.
Heute aber kann das Herz chirurgisch so umgestaltet werden, dass es den Körper auch mit nur einer Kammer gut mit sauerstoffreichem Blut versorgen kann. Man spricht dann von einem „Fontan-Kreislauf“.

Meist sind dazu drei komplizierte Operationen innerhalb der ersten Lebensjahre nötig, die erste bereits kurz nach der Geburt. Dann aber können viele „Fontan-Patienten“ nahezu wie gesunde Kinder aufwachsen.

„Es geht heute nicht mehr in erster Linie ums Überleben dieser Patienten, sondern um eine immer bessere Lebensqualität“, sagt Professor Felix Berger, Direktor der Klinik für Kinderkardiologie am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB), wo bereits über 300 Patienten durch einen Fontankreislauf das Leben gerettet werden konnte.

Nach und nach werden diese Patienten nun erwachsen. Ein großer medizinischer Erfolg, der die Ärzte aber auch vor neue Herausforderungen stellt: Denn ihren Patienten drohen nun verschiedene Langzeit-Komplikationen, von denen einige auch lebensbedrohlich sein können, erklärt Priv. Doz. Dr. Joachim Photiadis, Direktor der Klinik für Kinderherzchirurgie am DHZB.

Das Deutsche Herzzentrum Berlin richtet deshalb als erstes Herzzentrum überhaupt eine standardisierte Fontan-Ambulanz ein.

Das bedeutet: Alle DHZB-Patienten mit einem Fontankreislauf werden nun regelmäßig nach einem exakt festgelegten medizinischen Schema untersucht und die Ergebnisse entsprechend ausgewertet.

Bisher erfolgten Untersuchungen und Nachbehandlungen individuell für jeden Fall, erläutert Priv. Doz. Dr. Ovroutski, Oberarzt der Fontan Ambulanz: „Aber wir brauchen eine breitere und exakte wissenschaftliche Basis, um die Langzeit-Komplikationen unserer Fontan-Patienten besser zu verstehen. Denn wir wollen ihnen frühzeitig vorbeugen oder sie gezielt behandeln. Und dabei dürfen wir keine Zeit verlieren!“

Kontakt und Termine über kinderkardiologische Ambulanz:

Priv. Doz. Dr. Stanislav Ovroutski
Fr. Dr. Friederike Danne
Tel.: +49 30 4593-2820
E-Mail: kika-ambulanz@dhzb.de

 

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