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Christian Maier
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10.09.2015

Lebensrettende Hotline

Das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) richtet als erste Klinik Europas ein „Aorten-Telefon“ ein.

So soll ein akut lebensbedrohliches Krankheitsbild durch effektive Zusammenarbeit der Berliner und Brandenburger Rettungsdienste, Notärzte und Kliniken schneller und besser behandelt werden.

Hinter dem nüchternen Fachbegriff „akute Aortendissektion“ verbirgt sich ein dramatischer Notfall: Meist ohne Vorwarnung reißt dabei die innere Wand der Hauptschlagader (Aorta) unmittelbar am Herzen. Die Folge ist starker Blutverlust, der sofort oder innerhalb weniger Stunden zum Tod führt.

Bis zu 1000 Patienten erleiden in Berlin und Brandenburg jedes Jahr eine akute Aortendissektion. Die Ursachen der Erkrankung sind noch weitgehend unbekannt. Sicher ist aber, dass nur eine sofortige Operation die Patienten retten kann.

Was die Aortendissektion besonders tückisch macht: Ihre Symptome – vor allem die starken Brustschmerzen – können von Rettungassistenten und Notärzten vor Ort kaum von den Anzeichen eines Herzinfarkts unterschieden werden, der ganz anders behandelt werden muss.

Eine sichere Diagnose kann deshalb meist nur mit Hilfe eines Computertomographen (CT) gestellt werden, der nicht an jeder Klink zur Verfügung steht.

„Und selbst dann dauert es in vielen Fällen mehr als sieben Stunden bis zum Beginn einer Operation“, sagt Stephan Kurz, Notfallmediziner und Anästhesist am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB), „dabei geht es oft um jede Minute“.

Wie viele Patienten jedes Jahr an einer Aortendissektion sterben, sei nicht eindeutig belegt, so Kurz, „fest steht aber, dass viel mehr Patienten überleben könnten, wenn die Operation früher erfolgt“.

Das DHZB hat deshalb das Projekt „Aortentelefon“ gestartet: Eine medizinische Hotline, die ab sofort allen Berliner und Brandenburger Ärzten rund um die Uhr koordinierend und beratend zur Seite steht. So soll die Zeit vom Ereignis bis zur OP nicht nur verkürzt, sondern auch besser genutzt werden.

„Wir wollen bereits während der Erstversorgung gemeinsam mit den Ärzten vor Ort die Behandlungsstrategie festlegen, den Transport so schnell wie möglich in die Wege leiten und gleichzeitig die Operation am DHZB optimal vorbereiten“, so Stephan Kurz. „Dazu gehört zum Beispiel auch, dass uns sämtliche Patientendaten und Messwerte bereits vorliegen, bevor der Patient eintrifft“.

Auf diese Weise wollen die DHZB-Mediziner die sogenannte „Pain-Cut-Time“, also die Zeit vom Auftreten der ersten Symptome bis zum Beginn der Operation auf unter vier Stunden senken.

Stephan Kurz und seine Kollegen haben dazu entsprechende medizinische Richtlinien erarbeitet und sie mit Rettungsdiensten, leitenden Notärzten und den Rettungsstellen der Kliniken in Berlin und Brandenburg abgestimmt. Zum Start des Aortentelefons werden nun noch einmal alle Beteiligten informiert.

„Wir sind überzeugt, dass wir die Überlebensrate bei der akuten Aortendissektion erheblich steigern können“, sagt Prof. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums Berlin, „wenn wir länderübergreifend, interdisziplinär und effektiv zusammenarbeiten.“

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen zu Verfügung. Auch einen Interviewtermin mit Dr. Kurz vermitteln wir gerne.

Christian Maier
Pressesprecher Deutsches Herzzentrum Berlin
cmaier@dhzb.de
+49 30 4593 1211

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