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18.05.2017

Passend zum Pokal-Finale

Im Februar wurde Ben (13) am DHZB lungentransplantiert. Bei einem Nachuntersuchungstermin gab’s für den leidenschaftlichen BVB-Fan jetzt eine echte Überraschung.

Prof. Christoph Knosalla, Ben und Prof. Volkmar Falk

Prof. Christoph Knosalla, Ben und Prof. Volkmar Falk

Schon kurz nach seiner Geburt im September 2003 stellen die Ärzte fest, dass Ben Lewandowski aus der Nähe von Landau in der Pfalz an pulmonaler Hypertonie leidet, einem krankhaft erhöhten Blutdruck im Kreislauf von Herz und Lunge. 

Jahrelang können die Spezialisten an der Heidelberger Uniklinik mit Medikamenten dafür sorgen, dass Ben trotz der unheilbaren Erkrankung weitgehend normal aufwachsen kann. 

Im Jahr 2016 verschlechtert sich sein Zustand aber unaufhaltsam. Schließlich wird klar, dass nur eine Lungentransplantation Ben noch retten kann. Weil diese Operation in Heidelberg nicht vorgenommen wird, raten die dortigen Spezialisten zur einer Verlegung ins Deutsche Herzzentrum Berlin. „Wir haben Ben in Heidelberg immer in sehr guten Händen gewusst,“ sagt Vater Marcus, „also sind wir diesem Ratschlag natürlich gefolgt – trotz der großen Entfernung.“ 

Am 15. Februar steht Ben nach allen nötigen Untersuchungen auf der Warteliste. Er und seine Familie müssen angesichts des Spendermangels mit einer Wartezeit von vielen Monaten rechnen. Doch nur 5 Tage später klingelt frühmorgens das Telefon - ein für Ben passendes Spenderorgan steht zur Verfügung. 

Mit dem Rettungswagen werden der Junge und sein Vater zum Flughafen in Mannheim gebracht, dann geht es mit einem Charterflugzeug weiter nach Berlin. Bens Mutter packt die Koffer und fährt mit dem Auto hinterher. Schon um kurz nach 12 Uhr mittags gibt Marcus Rutz-Lewandowski sein Kind an der OP-Schleuse ab. 

„Alles ist unglaublich schnell gegangen, wir hatten keine Zeit uns groß Gedanken zu machen oder uns innerlich vorzubereiten,“ erzählt der Vater, „im Nachhinein denke ich, das war eigentlich das Beste, was uns passieren konnte.“

In einer neunstündigen Operation ersetzen Oberarzt Professor Christoph Knosalla und sein Team Bens unheilbare kranke Lunge durch das gesunde Spenderorgan. Zwar gibt es nach der Operation noch Komplikationen. Doch dann erholt Ben sich schnell und kann im April nach Hause entlassen werden. 

Inzwischen sind bereits anderthalbstündige Fahrradtouren wieder drin, noch im Mai soll Ben wieder zur Schule gehen. Allerdings muss er noch regelmäßig zur Kontrolle ins DHZB kommen. 

Und dabei gab es jetzt eine echte Überraschung: Ein Trikot mit den original-Unterschriften der Spieler von Borussia Dortmund. Denn das gesamte DHZB-Team hatte schnell mitbekommen, dass dieser Patient (mit dem gleichnamigen Fußballspieler übrigens nicht verwandt) ein glühender Fan von Borussia Dortmund ist. Mit Hilfe von Arne Friedrich (Ex-Nationalspieler und mit seiner Stiftung ein großer Förderer des DHZB) konnte schließlich ein Trikot mit original-Signaturen organisiert werden – „als kleine Belohnung für Bens große Tapferkeit“, so Prof. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des DHZB.   

Welchen Ehrenplatz das kostbare Stück genau einnehmen wird, habe die Familie noch nicht entschieden, erzählt der Vater. Aber fürs TV-Gucken vom Pokalfinale am 27. Mai ist Ben jetzt jedenfalls gut ausgerüstet! 

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