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15.02.2016

Doppelt guter Zweck

Kardiologinnen und Kardiologen des DHZB und der Berliner Charité unterstützen „Arche“ und „Ärzte ohne Grenzen“

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Letztendlich kommt jede medizinische Fortbildung von Ärzten den Menschen zu gute - ein von Kardiologinnen und Kardiologen des Deutschen Herzzentrums Berlin und der Berliner Charité (Campus Buch) gemeinsam veranstalteter Workshop aber hatte jetzt gleich einen doppelt guten Zweck: Denn einen Großteil der Teilnahmegebühren haben die Veranstalter an Hilfsorganisationen weitergegeben. 

„Der Workshop über Herzbildgebung mit Hilfe der Magnetresonanz-Tomographie (MRT) war der erste, den wir gemeinsam mit den Charité-Kolleginnen und Kollegen aus Buch veranstaltet haben“, sagt DHZB-Kardiologe Dr. Sebastian Kelle, „und mit dieser Premiere wollten wir einen kleinen Beitrag über die medizinische Fortbildung hinaus leisten“. 

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08.03.2016

30 Jahre Kunstherzen – eine Berliner Erfolgsgeschichte

Am 7. März vor 30 Jahren implantierte der Herzchirurg Prof. Emil Bücherl am Berliner Klinikum Westend zum ersten Mal in Deutschland ein künstliches Herz. Sein Patient überlebte damals nur wenige Tage. Heute aber können Patienten mit mechanischen Herzpumpen viele Jahre lang ein weitgehend normales Leben führen. Zunehmend gelten die modernen Systeme als dauerhafte Alternative zur Transplantation. 

Fast 25 Jahre hatte Emil Bücherl an der Entwicklung gearbeitet, ehe er am 7. März 1986 das von ihm entwickelte Kunstherz einem 39jährigen Berliner Handwerksmeister einsetzte, für den kein Spenderherz zur Verfügung stand. Das mit Druckluft betriebene Kunstherz funktionierte, nur wenige Tage später konnte es gegen ein - nun verfügbares - Spenderherz ausgetauscht werden. Dann aber kam es zu schweren Komplikationen, am 13. März 1986 ist der erste deutsche Kunstherzpatient verstorben. 

Doch trotz dieses Rückschlags wurde in Berlin immer wieder und bis heute Kunstherz-Geschichte geschrieben. Mit zunehmendem Erfolg. 

Am Deutschen Herzzentrum Berlin - am 1. Januar 1986 in Betrieb genommen und am 29. April 1986 offiziell eröffnet - wurde Prof. Bücherls herzchirurgisches Programm weitergeführt. Bereits 1987 wurde hier die erste Kunstherz-Implantation vorgenommen, 1990 konnte weltweit zum ersten Mal die Wartezeit auf eine Transplantation bei einem Kind erfolgreich mit einem Kunstherz überbrückt werden. 

Fünf Jahre später kam es zum nächsten Durchbruch: Das natürliche, bislang schwerkranke Herz eines 38-jährigen Thüringers erholte sich am Kunstherz so gut, dass es explantiert werden konnte und dem Patienten eine Transplantation erspart blieb. Auch dies war weltweit der erste Fall. 

Aus der Forschung am DHZB ging auch die Firma „Berlin Heart“ hervor. Das Berlin Heart „Excor Pediatric“ ist heute das weltweit einzige Kreislauf-Unterstützungssystem, das bei Säuglingen und Kleinkindern zugelassen ist und weltweit über 100 mal pro Jahr eingesetzt wird.

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08.01.2016

Medizinische Pionierleistung

John M. kommt im Mai 2015 mit mehreren schweren Herzfehlern zur Welt. Um sein Leben zu retten, sind vier komplizierte Operationen nötig. Eine davon wurde weltweit nur wenige Male durchgeführt. Jetzt konnte John aus dem Deutschen Herzzentrum Berlin entlassen werden. Die Geschichte von starken Eltern, einer mutigen Chirurgin - und einem Baby, das leben will.

Die Diagnose bekommen Maja und Mandy M., ein gleichgeschlechtliches Paar aus Berlin bereits in der 13. Schwangerschaftswoche: Ihr Sohn John hat einen schweren multiplen Herzfehler.

Es gibt bei einer solchen Diagnose immer die Möglichkeit zum Abbruch der Schwangerschaft. Doch Johns Eltern entscheiden sich fürs Leben. Auch wenn sie wissen, dass ihrem Baby mehrere schwere Operationen bevorstehen. Ohne Garantie auf Erfolg.

John kommt am 5. Mai 2015 zur Welt und wird sofort ins Deutsche Herzzentrum Berlin verlegt. Mi-Young Cho übernimmt den Fall. Sie ist leitende Oberärztin am Herzzentrum und eine der deutschlandweit erfahrensten Kinderherz-Chirurginnen.

Bei schweren angeborenen Herzfehlern unterscheiden die Experten zwischen „therapeutischen“ und „palliativen“ Eingriffen: Operationen, die eine dauerhafte „Reparatur“ des Herzens ermöglichen. Oder solche, die nur lebenserhaltend wirken. Mi-Young Cho will trotz Johns schwerer Fehlbildungen ein therapeutisches Ergebnis bewirken. Doch sie weiß auch, dass dazu mehrere Operationen nötig sein werden.

Sechs Tage nach seiner Geburt operiert Mi-Young Cho ihren winzigen Patienten zum ersten Mal. Sie nimmt dabei die wichtigsten, überlebensnotwendigen Korrekturen an Johns Herz vor, das etwa so groß ist wie eine Walnuss. Die Operation dauert 11 Stunden und verläuft wie geplant. Sechs Wochen später können Maja und Mandy M. ihren John nach Hause holen.

Anfang Dezember erfolgt die zweite Operation. Mi-Young Cho korrigiert weitere Fehlbildungen. Mit am schwierigsten dabei ist die Korrektur der sogenannten Mitralklappe. Diese Herzklappe wirkt wie ein Ventil zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer, die das sauerstoffreiche Blut in den Körper pumpt. Johns Klappe schließt nicht richtig. Mi-Young Cho will dieses Leck beheben. An einer Klappe, die so groß ist wie der Daumennagel eines Erwachsenen.

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25.01.2016

Ende einer Ära

Hubertus Moser übergibt nach 16 Jahren die Präsidentschaft des DHZB-Stiftungsrates

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21 Jahre, mehr als ein Viertel seines bisherigen Lebens, hat sich Senator E.h. Hubertus Moser als Mitglied des Stiftungsrates dem Deutschen Herzzentrum Berlin verschrieben, 16 Jahre lang hat er dem Gremium als dessen Präsident vorgestanden. Nun gibt Hubertus Moser das Ehrenamt ab. Für das DHZB geht damit eine Ära zu Ende.

Der 1935 in Zerbst (Sachsen-Anhalt) geborene Hubertus Moser ist gelernter Betriebswirt und Bankkaufmann. Er war Vorstandsmitglied der Hessischen Landesbank in Frankfurt/Main, später Vorstandsvorsitzender der Berliner Sparkasse und der Landesbank Berlin.

Bereits im Mai 1994 wurde er Mitglied des DHZB Stiftungsrates, im Mai 1999 – drei Jahre nach seinem beruflichen Abschied bei der Berliner Landesbank – wurde er schließlich zum Präsidenten gewählt.

Die Satzung des Deutschen Herzzentrums als Stiftung des bürgerlichen Rechts bestimmt, dass der Stiftungsrat die „Geschäftsführung des Vorstandes überwacht“ und „die Grundzüge der Verwirklichung des Stiftungszwecks bestimmt“ - nämlich die  gemeinnützige „Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und von Wissenschaft und Forschung“.

Solche hehren Satzungsworte aber wollen auch in die Praxis umgesetzt werden - was große Verantwortung für das DHZB und entsprechende Pflichten bedeutet.

Es galt für Hubertus Moser, gemeinsam mit dem Vorstand tragfähige Zukunftsstrategien für das DHZB und seine Kooperation mit der Charité zu gestalten und diese unter wechselnden politischen Rahmenbedingungen auch umzusetzen.

So wurde unter seiner entschlossenen Beteiligung etwa die eigenständige Klinik für die Chirurgie der Angeborenen Herzfehler/Kinderherzchirurgie geschaffen und mit PD Dr. Joachim Photiadis als leitenden Arzt besetzt.

Moser wirkte auch am Generationenwechsel am DHZB durch die Bestellung und Berufung  von Prof. Dr. Volkmar Falk und Prof. Dr. Burkert Pieske als neuen Klinikdirektoren sowie Charité-Professoren entscheidend mit und bahnte den Weg für die gemeinsame Zukunft der Berliner Herzmedizin von DHZB und Charité als Universitäres Herzzentrum Berlin.

Hubertus Moser hat sich den Herausforderungen als ausgewiesener Finanzfachmann und erfahrene Führungspersönlichkeit mit großem Können und mit größtem Engagement gestellt. Ehrenamtlich. Und erfolgreich.

„Hier hat sich ein Bürger Berlins für eine Stiftung des bürgerlichen Rechts mit all seiner Kraft und Leidenschaft eingesetzt“, sagt DHZB-Verwaltungsdirektor Thomas Michael Höhn, „und mit seiner Lebenserfahrung, seinem Wissen und seinem klugen Pragmatismus über Jahrzehnte zum Gemeinwohl beigetragen. Durch eine unbeirrte, glaubwürdige und völlig uneigennützige Politik, ganz im Sinne der Ziele und Zwecke einer Stiftung des bürgerlichen Rechts.“

Hubertus Moser, Ehrensenator der Freien Universität Berlin und Träger des Bundesverdienstkreuzes, hat im Oktober letzten Jahres seinen 80. Geburtstag gefeiert und am 9. Dezember seine Präsidentschaft des DHZB Stiftungsrats aus Altersgründen an Dr. Reinhard Uppenkamp, Vorstandsvorsitzender der Berlin-Chemie AG, übergeben.

„Er war nicht ein Präsident, er war unser Präsident“, sagt Thomas Höhn: „Hubertus Moser gebührt unser größter Respekt und unser herzlichster Dank.“

 

 

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09.05.2016

TV-Reportage über Organtransplantation am DHZB

Über das Thema Organspende wird viel diskutiert, doch viele Menschen kommen damit nie persönlich in Berührung. Um den Zuschauern einen persönlichen Eindruck zu vermitteln, hat das RBB-Fernsehen über viele Monate hinweg mehrere Patienten in der Charité und im Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) mit der Kamera begleitet.

Zum Teil warten die Patienten bis heute auf ein Spenderorgan, zum Teil wurden sie bereits transplantiert. Entsprechend konnte RBB-Autor auch den Eingriff selbst, die Intensivpflegephase und den stationären Aufenthalt bis zur Entlassung nach Hause dokumentieren.

Die Reportage begleitet auch eine junge Frau, der eine Spenderlunge und -Leber in einer Operation gemeinsam von Chirurgen des DHZB und der Charité eingesetzt wurden. Ein Eingriff, der nur sehr selten vorgenommen wird.

Der Film „Neues Organ – neues Leben“ wird am Mittwoch, 11. Mai um 20:15 (bis 21:00) im RBB-Fernsehen gesendet.

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24.05.2016

Neue Leitlinien zur Behandlung der Herzinsuffizienz veröffentlicht

DHZB-Spezialisten gehören zum Autorenteam

Auf dem „Heart Failure“ Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in Florenz wurden jetzt die neuen europäischen Leitlinien zur Diagnose und Behandlung der chronischen und akuten Herzinsuffizienz veröffentlicht.

Zum 21köpfigen internationalen Autorenteam gehören auch die Berliner Herzmediziner Prof. Dr. Volkmar Falk und Prof. Dr. Burkert Pieske. Prof. Volkmar Falk ist Ärztlicher Direktor und Direktor der Klinik für Herz-Thorax-, und Gefäßchirurgie am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) sowie Ordinarius für Kardiochirurgie der Berliner Charité; Prof. Burkert Pieske ist Direktor der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie am DHZB und leitet zugleich die Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie am Campus Virchow-Klinikum der Charité.

Die jetzt veröffentlichten Leitlinien sind vier Jahre gültig. Sie bewerten alle derzeit verfügbaren Verfahren zur Diagnostik und Therapie der chronischen und akuten Herzinsuffizienz und geben den Medizinern entsprechende Handlungsempfehlungen, beruhend auf sämtlichen relevanten klinischen Daten und wissenschaftlichen Forschungsergebnissen. Diese Empfehlungen sind entsprechend differenziert, je nach dem wie sicher sie belegt werden können. Die Bewertungsgrundlagen sind vollständig transparent.

Die Herzinsuffizienz bezeichnet Erkrankungen des Herzmuskels verschiedener Ursache. Sie gilt in Deutschland derzeit als vierthäufigste Todesursache, nach koronarer Herzkrankheit, akutem Herzinfarkt und Bronchial- oder Lungentumoren (Stand 2014).

„Die Herzinsuffizienz betrifft vor allem ältere Menschen. Angesichts des steigenden Altersdurchschnitts unserer Bevölkerung gewinnt dieser Bereich unserer Arbeit damit weiter an Bedeutung“, sagt Prof. Volkmar Falk, „Prof. Burkert Pieske und ich freuen uns deshalb, als Berliner Ko-Autoren der ESC-Leitlinien unseren internationalen Kolleginnen und Kollegen Empfehlungen an die Hand geben können, die mit größter Sorgfalt erarbeitet wurden und helfen sollen, das Behandlungsangebot für unsere Patienten kontinuierlich weiter zu verbessern.“

Die „European Society of Cardiology (ESC)“ wurde 1950 gegründet und vertritt rund 95.000 Ärzte und Pflegekräfte aus dem Bereich der Herzmedizin. Ihr gehören 56 nationale Kardiologie-Gesellschaften an, darunter auch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK).

 

Die neuen ESC-Leitlinien finden Sie hier...

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07.06.2016

Lange Nacht der Wissenschaften am 11. Juni 2016, 17-24 Uhr

Herzmedizin auf höchstem Niveau - Das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) öffnet seine Türen

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Lange Nacht der Wissenschaften am 11. Juni 2016, 17-24 Uhr

Herzmedizin auf höchstem Niveau - Das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) öffnet seine Türen

Das Deutsche Herzzentrum Berlin gehört zu den größten und innovativsten Herzzentren Europas. Über 100.000 Herzoperationen wurden hier bereits durchgeführt. In der Langen Nacht der Wissenschaften öffnen sich Türen, die für Besucher sonst strikt verschlossen bleiben müssen: Zum Operationssaal und zum Herzkatheterlabor. Welche faszinierenden Fortschritte die Herzmedizin gemacht hat und welche modernsten Behandlungsverfahren heute eingesetzt werden – darüber können Sie sich in dieser Nacht umfassend informieren. Herzmedizin auf höchstem Niveau – zum Anschauen, Anfassen und: zum Staunen.

Unsere Angebote im Einzelnen:

„Schlüsselloch-Chirurgie in 3D“

Über nur wenige Zentimeter große Schnitte schiebt der Herzchirurg seine Instrumente und eine Kamera in den Brustkorb, dann operiert der Spezialist mit Blick auf einen 3D-Monitor - wo er das Herz des Patienten in 3D vor sich sieht. Was sich wie Science-Fiction anhört, ist am DHZB bereits Alltag. Setzen Sie die 3D-Brille auf und nehmen Sie die Instrumente in die Hand: An einem Simulationsmodell in unserem OP können Sie in der Langen Nacht der Wissenschaften selbst ein Herzchirurg sein.

Wie funktioniert ein Kunstherz?

Was heute meist als „Kunstherzen“ bezeichnet wird, sind Pumpen, die das kranke Herz des Patienten nicht ersetzen, sondern unterstützen. Die Systeme können nahezu komplett in den Körper eingesetzt werden, viele Patienten können mit einem Kunstherzen ein fast völlig normales Leben führen. Das Deutsche Herzzentrum Berlin betreibt eines der größten und innovativsten Kunstherz-Programme des Welt. In der Langen Nacht der Wissenschaften können Sie Kunstherzen, anschauen, anfassen und lernen, wie sie funktionieren.  

 

Die Herz-Lungen-Maschine

Die Erfindung der Herz-Lungen-Maschine hat moderne Herzchirurgie erst möglich gemacht: Denn um komplizierte Eingriffe vornehmen zu können, muss der Motor unseres Kreislaufs vorübergehend still gelegt werden. Die Funktion von Herzen und Lunge übernimmt in dieser Zeit die Herz-Lungen-Maschine, gesteuert von einem Kardiotechniker. Das Deutsche Herzzentrum Berlin nimmt eine weltweite Führungsposition ein, was den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine bei Neugeborenen und Kleinkindern angeht. Warum – das können Sie in der Langen Nacht der Wissenschaften erfahren.

Der Hybrid-OP

„Saal 8“ im DHZB gehört zu den modernsten Operationssälen Deutschlands: Der sogenannte Hybrid-OP ist mit modernsten Bildgebungsverfahren ausgestattet und ermöglicht kombinierte katheterbasierte und herzchirurgische Eingriffe. DHZB-Spezialisten stehen ihnen zur Seite, wenn Sie in der Langen Nacht der Wissenschaften unseren „Saal 8“ besuchen und verstehen möchten.

Das Herzkatheterlabor

Im Frühjahr 1929 wagte der Berliner Mediziner Werner Forßmann einen spektakulären  Selbstversuch: Über einen Schnitt im Oberarm führte er einen dünnen Schlauch über die Blutgefäße bis in sein schlagendes Herz. Für diesen ersten dokumentierten Herzkatheter-Eingriff bekam Forßmann später den Nobelpreis. Heute ermöglicht das Herzkatheterverfahren die genaue Diagnose und auch Behandlung vieler Herzerkrankungen, ohne dass dafür eine Operation nötig ist. In den  Herzkatheterlaboren des DHZB können Sie erfahren, wie dieses in der Herzmedizin alltägliche und dennoch faszinierende Verfahren funktioniert. 

Einblick ins Herz – Diagnostik am DHZB:

Keine Therapie ohne genaue Diagnose: Im Deutschen Herzzentrum Berlin werden modernste Verfahren zur genauen Feststellung von Herzerkrankungen durchgeführt. Unsere Untersuchungsräume für Computer- und Magnetresonanztomographie (MRT) stehen Ihnen offen. Und wenn Sie Ihr eigenes Herz einmal schlagen sehen wollen, können Sie sich von einem unserer Kardiologen mit einem „4D-Ultraschall“ untersuchen lassen.

Biofilmzentrum

Biofilme sind organisierte Lebensgemeinschaften von Mikroorganismen, die sich an nahezu jeder Oberfläche ansiedeln können. Unter dem Mikroskop erscheinen Biofilme in faszinierender Schönheit, für Patienten im Krankenhaus können Sie eine tödliche Gefahr sein. In der Langen Nacht der Wissenschaften können Sie die Forschungsarbeit des DHZB-Biofilmzentrums im Kampf gegen die Erreger kennen lernen.

Weitere Angebote:

Treffen Sie Menschen, die seit vielen Jahren mit einem Spenderherz leben, sprechen Sie mit unseren Psychologen darüber, wie wichtig psychische Betreuung von Herzpatienten ist, lernen Sie die Forschungsarbeit unserer Experten zur Verhinderung von Infektionen kennen. Und: Begreifen Sie die Funktionsweise Ihres Herzens, in dem Sie hineinlaufen – in unser begehbares Herz!

Die Lange Nacht der Wissenschaften am DHZB: Herzlich Willkommen!

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09.06.2016

Marcus Polle wird zum 1. Januar 2017 neuer Verwaltungsdirektor des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB)

Prof. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des DHZB; Marcus Polle, zukünftiger Verwaltungsdirektor; Thomas Michael Höhn, amtierender Verwaltungsdirektor; Dr. Reinhard Uppenkamp, Präsident des…

Prof. Volkmar Falk, Marcus Polle, Thomas Michael Höhn, Dr. Reinhard Uppenkamp, Günter Dibbern

Marcus Polle wurde 1967 in Dortmund geboren. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der FH Dortmund arbeitete er im Evangelischen Krankenhaus Schwerte (heute Marienkrankenhaus Schwerte), zunächst als Controller, später auch als Verwaltungsleiter und Stellvertretender Geschäftsführer. 2003 wurde er Kaufmännischer Direktor des Brüderkrankenhauses St. Josef in Paderborn und des St.-Marie-Hospitals in Marsberg.

Im September 2006 wurde Marcus Polle Geschäftsführer des Universitären Herzzentrums Dresden und des Sana Herzzentrums Cottbus, vier Jahre später schließlich Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses in Oberhausen, einem Schwerpunktversorger mit über 500 Betten, 16 Kliniken bzw. Instituten und über 1.000 Mitarbeitern.

Vor seinem Wechsel ans DHZB war Marcus Polle als Geschäftsführer der Kliniken des Landkreises Sigmaringen tätig.

Die universitäre Herzmedizin als Verbindung von Krankenversorgung, Forschung und Lehre ist Marcus Polle aus Dresden bereits sehr vertraut, auch was die enge Zusammenarbeit mit einem benachbarten Uni-Klinikum und den politischen Instanzen angeht.

Der neuen Aufgabe sieht Marcus Polle mit großer Vorfreude entgegen: „Das DHZB als gemeinnützige Stiftung mit einem klar formulierten Stiftungszweck, sein hervorragender internationaler Ruf, die Innovationskraft und fachliche Exzellenz des Hauses hatten mich seit vielen Jahren beeindruckt.“

Die Qualität und Sicherheit der medizinischen Leistungen am DHZB auf höchstem Niveau zu halten, die Weiterentwicklung von Strukturen und Prozessen, erfolgreiche Mitarbeitergewinnung und hohe Personalzufriedenheit, den Erhalt der Wirtschaftlichkeit sowie die bauliche Weiterentwicklung nennt Polle als wichtigste Herausforderungen beim weiteren Ausbau der nationalen wie internationalen Spitzenposition des DHZB.

Dazu gehöre insbesondere die enge Kooperation von Charité – Universitätsmedizin Berlin und DHZB als Universitäres Herzzentrum Berlin, so Polle: „Ein sicherlich komplexer und langfristiger Prozess, aber eben auch eine große Chance für die Berliner Herzmedizin.“

Marcus Polle übernimmt zum Jahreswechsel die Nachfolge von Dipl. Ing. Thomas Michael Höhn, der das DHZB seit 1992 mit großem Erfolg kaufmännisch geleitet hat und der in den Ruhestand gehen wird. „Mit Marcus Polle konnten wir einen Nachfolger gewinnen, der sein Wissen und seine Fähigkeiten durch seine bisherigen Erfolge eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat“, so Thomas Michael Höhn, „ich weiß das DHZB auch nach meinen Abschied in den besten Händen.“

Das Foto zeigt (von links): Prof. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des DHZB; Marcus Polle, zukünftiger Verwaltungsdirektor; Thomas Michael Höhn, amtierender Verwaltungsdirektor; Dr. Reinhard Uppenkamp, Präsident des DHZB-Stiftungsrates und Günter Dibbern, Mitglied des DHZB-Stiftungsrates.

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10.06.2016

„Mehr Forschung für Kinderherzen!“

Dritte PSD Herzfahrt startet am 3. Juli 2016

Die PSD-Herzfahrt 2015

Die PSD-Herzfahrt 2015

Unter dem Motto "Mehr Forschung für Kinderherzen" startet am 3. Juli 2016 zum dritten Mal die „PSD HerzFahrt“ auf dem Tempelhofer Feld: Eine gemeinsame Aktion des ADFC Berlin, des „Berliner helfen e.V.“ und der PSD Bank Berlin-Brandenburg. Für jede gefahrene Runde spendet die PSD Bank Berlin-Brandenburg vier Euro zugunsten der Klinik für Angeborene Herzfehler am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB). 

Der Gesamtbetrag fließt in die Anschaffung eines sogenannten „NIRS“-Geräts, mit dem die Sauerstoffversorgung des Gehirns junger Herzpatienten während einer Operation kontinuierlich und schonend überwacht werden kann. Ziel ist es, einen möglichst großen Teil der Gesamtkosten von 30.000 Euro zu „er-radeln“.

Eingeladen sind alle, die gerne Rad fahren, egal wie schnell. Ob Kinder, Alltagsradler und ambitionierte Sportler - wir freuen uns auf Sie! Beginn: 15 Uhr; Dauer: 3 Stunden.

Hintergrundinformationen zum NIRS-Monitoring 

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Während großer Herzoperationen übernimmt meist eine Herz-Lungen-Maschine die Funktion dieser Organe. Trotz modernster Technik wissen die Mediziner, dass sie vor allem die Sauerstoffversorgung des Gehirns in dieser Phase genau beobachten müssen. 

Sogenannte Nahinfrarotspektroskopie („NIRS“) - Geräte ermöglichen eine kontinuierliche und gefahrlose Messung des Sauerstoffgehalts im Gewebe.

Dazu wird den Patienten nur eine harmlose Sonde auf die Stirn geklebt, regelmäßige Blutentnahmen sind nicht mehr nötig. 

Bereits kleinste Veränderungen werden in Echtzeit angezeigt. So können die Ärzte wenn nötig sofort und gezielt reagieren, um Hirnschäden vorzubeugen – und darüber hinaus auch wissenschaftliche Erfahrung sammeln, wie sich das empfindliche Organ in Zukunft noch besser schützen lässt.

„Natürlich bekommt jedes herzkranke Kind am DHZB die bestmögliche medizinische Versorgung“, sagt Prof. Felix Berger, Direktor der Klinik für Angeborene Herzfehler am Deutschen Herzzentrum Berlin, „wir sind darüber hinaus jedoch immer bemüht, die Qualität unserer Arbeit weiterzuentwickeln. Dazu gehört nicht nur die Behandlung des Herzens, sondern auch der Schutz aller anderen Organe.  Aus diesem Grund soll immer auch neueste Technik und weiterführender Forschung eingesetzt werden, was die knappen Forschungsbudgets häufig aber übersteigt. Um die Diagnostik und Therapie für Kinder mit angeborenen Herzfehlern dennoch stetig verbessern zu können, sind wir auf Unterstützung angewiesen.“

Das Deutsche Herzzentrum Berlin mit seinen Kliniken für Angeborene Herzfehler/Kinderkardiologie und für die Chirurgie der Angeborenen Herzfehler / Kinderherzchirurgie gehört zu den weltweit führenden Zentren für Kinderherz-Medizin.

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15.06.2016

Offene Türen am DHZB

Mehr als 1000 Besucher in der Langen Nacht der Wissenschaften

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Trotz Biergarten-Wetter und Fußball-EM: Weit über 1000 Menschen haben in der Langen Nacht der Wissenschaften am 11. Juni das Deutsche Herzzentrum Berlin besucht. 

Publikumsmagnet war dabei sicherlich „Saal 8“, ein hochmoderner sogenannter Hybrid-OP, in dem kardiologische und herzchirurgische Maßnahmen gleichzeitig durchgeführt werden können und der mit modernsten Bildgebungsverfahren ausgestattet ist. 

  

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Hier konnten die Besucher einen Eindruck bekommen, wie moderne minimalinvasive Herzoperationen durchgeführt werden, bei denen der Chirurg den Brustkorb nicht durchtrennen muss und mit 3D-Brille über eine endoskopische Kamera operiert.

  

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Und auch die jungen Besucher konnten hier ihr chirurgisches Talent unter fachkundiger Aufsicht mit einem Elektro-Messer testen. 

  

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Herzkatheterlabor, MRT, CT – alle Diagnose- und Behandlungsräume standen den Besuchern offen. Ärzte und Pfleger beantworteten dabei nicht nur Fragen, sondern machten die Behandlungsmethoden der modernen Herzmedizin anhand von Modellen erfahrbar. 

Ein Abend voller Einblicke in die Welt der Herzmedizin, in technischer und menschlicher Hinsicht. Wir danken allen Besuchern für ihr Interesse! 

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22.06.2016

Unabhängige Auszeichnung

„Focus“ benennt DHZB-Chirurgen als „Deutschlands Top-Ärzte“

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Prof. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB) und Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie sowie Prof. Joachim Photiadis, Direktor der Klinik für die Chirurgie der Angeborenen Herzfehler/Kinderherzchirurgie gehören zu Deutschlands „Top-Medizinern“: Zu diesem Ergebnis kommt „Focus Gesundheit“ in seiner aktuellen Ausgabe. 

Die von einem unabhängigen Recherche-Institut im Auftrag von „Focus“ ermittelte Bestenliste beruht auf Empfehlungen anderer Mediziner, den Einschätzungen von Selbsthilfegruppen und natürlich auch der Patienten. Außerdem wird die Häufigkeit von Fachpublikationen bewertet und wie oft Studien zur kontinuierlichen Verbesserung von Diagnostik und Therapie durchgeführt werden. 

Prof. Volkmar Falk ist seit 18 Jahren Facharzt für Herzchirurgie und seit Oktober 2014 Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums Berlin sowie Ordinarius für Herzchirurgie an der Berliner Charité. Sein Spezialgebiet sind minimal-invasive Eingriffe zum Erhalt oder Ersatz erkrankter Herzklappen. 

Prof. Joachim Photiadis ist seit 2012 Direktor einer eigenständigen Klinik für die Chirurgie der Angeborenen Herzfehler/Kinderherzchirurgie am DHZB. In der chirurgischen Behandlung auch seltener und schwerer angeborener Herzfehler nimmt das Deutsche Herzzentrum Berlin eine weltweite Führungsrolle ein. 

Gehören laut Focus zu den Besten Ihres Fachs: Prof. Volkmar Falk und Prof. Joachim Photiadis

Gehören laut "Focus" zu den Besten Ihres Fachs: Prof. Volkmar Falk und Prof. Joachim Photiadis

Die „Top-Ärzte“ Prof. Falk und Prof. Photiadis sind sich einig: „Ein Herzchirurg kann nur so gut sein, wie sein Team es ihm ermöglicht“, so Falk: „Diese Auszeichnung gebührt also allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ob Ärzte, Pflegekräfte oder Kardiotechniker.“  Im Jahr 2015 wurden am DHZB insgesamt über 6700 Operationen durchgeführt, davon über 1.000 Eingriffe zur Korrektur oder dem Ersatz von Herzklappen. Über 650 Operationen wurden in den Abteilungen für angeborene Herzfehler durchgeführt.

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24.06.2016

Entscheidung für das Leben

Die Mutter eines Kindes mit einem schweren angeborenen Herzfehler in einem bewegenden Interview

Salih Miran

Das „Hypoplastische Linksherz-Syndrom“ ist einer der schwersten angeborenen Herzfehler. 

Es bedeutet, dass sich die linke Herzkammer, die den Körper mit sauerstoffreichem Blut versorgt, nicht entwickelt hat. Vereinfacht gesagt kommen Kinder mit einem Hypoplastischen Linksherz-Syndrom mit einem halben Herzen zur Welt. 

Noch vor wenigen Jahrzehnten bedeutete diese Fehlbildung den sicheren Tod kurz nach der Geburt. 

Heute können Kinderherzchirurgen das unterentwickelte Herz so umgestalten, dass es den Körper dennoch gut mit Blut versorgen kann.

Dazu sind drei komplizierte Operationen in den ersten beiden Lebensjahren notwendig. Dann aber können die Kinder weitgehend normal aufwachsen, zur Schule gehen und auch Sport treiben. 

Die Sterblichkeit bei diesen hochkomplexen Eingriffen konnte am Deutschen Herzzentrum Berlin durch spezielle Verfahren in den letzten Jahren auf unter 5 Prozent gesenkt werden. 

Das Hypoplastische Linksherz-Syndrom wird heute meist bereits während der Schwangerschaft festgestellt. Die Eltern stehen dann vor der  schweren Entscheidung, ob sie die Schwangerschaft abbrechen wollen oder sich für die Behandlung entscheiden. 

Kommt das Kind zur Welt, beginnt für die Eltern und Angehörigen eine lange und schwere Zeit im Krankenhaus. 

Die Mutter des zweijährigen Salih Miran aus Berlin ist diesen Weg gemeinsam mit Ihrem Kind, Ihrem Mann, den Ärzten und Pflegekräften gegangen. Salih konnte nun aus dem Deutschen Herzzentrum Berlin entlassen werden. 

Im folgenden Video spricht seine Mutter Gülcan I. offen darüber, wie sie die Zeit von der Diagnose bis zur dritten Operation erlebt hat. 

Der Film soll nicht suggerieren, dass alle Fälle ähnlich gut verlaufen. Während und nach jedem Eingriff können auch schwere Komplikationen eintreten, mitunter sind mehr als drei Operationen am Herzen notwendig. 

Gülcan I. möchte mit diesem Film dennoch allen Eltern, deren Kind mit einem schweren angeborenen Herzfehler geboren wird, Mut machen. Mut, sich den Spezialisten am Deutschen Herzzentrum Berlin anzuvertrauen, Mut zum Glauben an die eigene Kraft. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich das schaffen kann, aber ich bin an meinen Aufgaben gewachsen“, sagt sie. „Und ich habe meine Entscheidung noch keine Sekunde bereut“. 

Wir möchten Gülcan I. und Ihrer Familie für die Bereitschaft zu diesem Interview sehr herzlich danken. 

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01.07.2016

Radeln für Kinderherzen

"PSD-Fahrt" startet am Sonntag

Professor Felix Berger, Direktor der Klinik für Angeborene Herzfehler - Kinderkardiologie am DHZB und leidenschaftlicher Fahrradfahrer. Auch er wird bei der PSD-Fahrt dabei sein.

Professor Felix Berger, Direktor der Klinik für Angeborene Herzfehler - Kinderkardiologie am DHZB und leidenschaftlicher Fahrradfahrer. Auch er wird bei der PSD-Fahrt dabei sein.

Bald ist soweit:

Zum dritten Mal startet am Sonntag, den 3. Juli 2016 die „PSD HerzFahrt“ auf dem Tempelhofer Feld: Eine gemeinsame Aktion des ADFC Berlin, des „Berliner helfen e.V.“ und der PSD Bank Berlin-Brandenburg. Für jede gefahrene Runde spendet die PSD Bank Berlin-Brandenburg vier Euro zugunsten der Klinik für Angeborene Herzfehler am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB). 

Beginn ist um 15:00, die Fahrt dauert bis ca. 18:00 Uhr. Eine Runde ist ca. 5 Kilometer lang.
Der beste Eingang aufs Tempelhofer Feld ist von Tempelhofer Damm aus. 

Der Gesamtbetrag fließt in die Anschaffung eines sogenannten „NIRS“-Geräts, mit dem die Sauerstoffversorgung des Gehirns junger Herzpatienten während einer Operation kontinuierlich und schonend überwacht werden kann. Ziel ist es, einen möglichst großen Teil der Gesamtkosten von 30.000 Euro zu „er-radeln“.

Eingeladen sind alle, die gerne Rad fahren, egal wie schnell. Ob Kinder, Alltagsradler und ambitionierte Sportler - wir freuen uns auf Sie!

Hintergrundinformationen zum NIRS-Monitoring 

Während großer Herzoperationen übernimmt meist eine Herz-Lungen-Maschine die Funktion dieser Organe. Trotz modernster Technik wissen die Mediziner, dass sie vor allem die Sauerstoffversorgung des Gehirns in dieser Phase genau beobachten müssen. 

Sogenannte Nahinfrarotspektroskopie („NIRS“) - Geräte ermöglichen eine kontinuierliche und gefahrlose Messung des Sauerstoffgehalts im Gewebe.

Dazu wird den Patienten nur eine harmlose Sonde auf die Stirn geklebt, regelmäßige Blutentnahmen sind nicht mehr nötig. 

Bereits kleinste Veränderungen werden in Echtzeit angezeigt. So können die Ärzte wenn nötig sofort und gezielt reagieren, um Hirnschäden vorzubeugen – und darüber hinaus auch wissenschaftliche Erfahrung sammeln, wie sich das empfindliche Organ in Zukunft noch besser schützen lässt.

„Natürlich bekommt jedes herzkranke Kind am DHZB die bestmögliche medizinische Versorgung“, sagt Prof. Felix Berger, Direktor der Klinik für Angeborene Herzfehler am Deutschen Herzzentrum Berlin, „wir sind darüber hinaus jedoch immer bemüht, die Qualität unserer Arbeit weiterzuentwickeln. Dazu gehört nicht nur die Behandlung des Herzens, sondern auch der Schutz aller anderen Organe.  Aus diesem Grund soll immer auch neueste Technik und weiterführender Forschung eingesetzt werden, was die Kosten der knappen Forschungsbudgets häufig aber übersteigt. Um die Diagnostik und Therapie für Kinder mit angeborenen Herzfehlern dennoch stetig verbessern zu können, sind wir auf Unterstützung angewiesen.“

Das Deutsche Herzzentrum Berlin mit seinen Kliniken für Angeborene Herzfehler - Kinderkardiologie und für die Chirurgie der Angeborenen Herzfehler - Kinderherzchirurgie gehört zu den weltweit führenden Zentren für Kinderherzmedizin.

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01.07.2016

Aufsehenerregende Studie

DHZB-Team publiziert neue Behandlungsschemata für Kunstherz-Patienten

Mechanische Kreislauf-Unterstützungssysteme, meist als Kunstherzen bezeichnet, können bei vielen Patienten mit unheilbarer Herzschwäche die Wartezeit bis zu einer Transplantation überbrücken und gelten zunehmend auch als dauerhafte Alternative für eine Organverpflanzung. 

Eine seltene, aber schwere Komplikation dieser Systeme ist die Bildung von Thrombosen (Blutgerinnseln). Diese können sich vor allem dort bilden, wo das Blut – etwa aufgrund von Engstellen - nicht optimal fließen kann. 

Ein Team aus Chirurgen, Kardiologen und Ingenieuren des Deutschen Herzzentrums Berlin hat über einen Zeitraum von fast sechs Jahren (Oktober 2009 bis Juli 2015) den Blutfluss innerhalb von über 650 Kreislauf-Unterstützungssystemen des Typs „Heartware LVAD“ wissenschaftlich untersucht. 

Aufgrund dieses bislang einmalig großen Datenmaterials konnten die Mediziner des DHZB erstmals genau beschreiben, an welchen Stellen des Systems es zu Störungen des Blutflusses kommen kann und diese Störungen auch hinsichtlich ihres Schweregrades bewerten und klassifizieren. 

Als Resultat dieser Erkenntnisse entwickelte das DHZB-Team ein genaues Schema zur bestmöglichen Diagnose und Therapie der Behinderungen des Blutflusses in „Heartware HVAD“-Kunstherzsystemen. 

Insbesondere die am DHZB entwickelten Verfahren zur „Ausspülung“ von Blutgerinnseln im Ansaugbereich der Herzpumpe haben dazu geführt, dass einer Vielzahl von Patienten der bislang nötige, belastende und riskante Austausch des Systems erspart werden konnte. 

Das Projekt und seine Ergebnisse wurden jetzt im „Journal of the American College of Cardiology (JACC)“ veröffentlicht, einem der bedeutendsten herzmedizinischen Fachorgane weltweit. 

Schon innerhalb der ersten Tage nach der Publikation gab es zahlreiche positive Resonanz in der Fachwelt. So bezeichnete ein Mediziner des renommierten „Texas Children's Hospital“ in Houston die Arbeit der DHZB-Experten als „eine der besten Publikationen, die ich in Bezug auf Kreislauf- Unterstützungssysteme je gesehen habe“. 

Das Deutsche Herzzentrum Berlin betreibt das größte Kunstherz-Programm der Welt. Mehr zum Thema erfahren Sie hier.

Zur JACC-Publikation kommen Sie hier. 

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07.07.2016

PSD-Herzfahrt mit Rekordbeteiligung

35.000 Euro Unterstützung für das DHZB

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Diesmal mussten die roten Schirme wirklich nur fürs beeindruckende Abschluss-Luftbild aufgespannt werden: Nach eher widrigen Bedingungen in den Vorjahren startete die dritte „PSD-Herzfahrt“ auf dem Tempelhofer Feld diesmal bei bestem Fahrradwetter – und mit einer Rekordbeteiligung von über 1200 Teilnehmern.

Die Gemeinschaftsaktion von „Berliner helfen e.V.“ (einer Initiative der Berliner Morgenpost), des ADFC Berlin und der PSD Bank Berlin-Brandenburg kommt der Arbeit der  Kinderherz-Mediziner am Deutschen Herzzentrum Berlin zugute: Für jede gefahrene Runde versprach die PSD-Bank eine Spende von vier Euro. Dank 7200 gefahrener Runden von knapp fünf Kilometern wurden so 28.800 Euro „er-radelt“.

Die PSD Bank rundete allerdings großzügig auf – und überreichte Prof. Felix Berger im DHZB einen Scheck über 35.000 Euro. Mit der Spende können zwei „Nah-Infrarotspektroskopie (NIRS)“-Geräte finanziert werden. Sie ermöglichen  die kontinuierliche und gefahrlose Messung der Sauerstoffversorgung des Gehirns von Kindern während und nach einer Herzoperation. 

Prof. Felix Berger, Direktor der Klinik für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie am DHZB war - wie in den Vorjahren - selbst bei der HerzFahrt am Start und brachte es als ambitionierter Hobbyradler in den vorgegebenen Zeit von weniger als 3 Stunden auf stolze 14 Runden – 3 mehr als im Vorjahr!

Einen Film zur PSD-Herzfahrt sehen Sie hier!

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12.07.2016

DHZB-Team gewinnt Ideenwettbewerb von FU Berlin und Charité

Auszeichung für faszinierende Forschung in der Kinderherzmedizin

Die Preisträger, stellvertretend für Ihr ganzes Team: Dr. Boris Schmitt und Kai Riemer

Die Preisträger, stellvertretend für Ihr ganzes Team: Dr. Boris Schmitt und Kai Riemer

Mit ihrem Forschungsprojekt „GrOwnValve“, das schon in naher Zukunft zu einer deutlich verbesserten Therapie für viele herzkranke Kinder führen könnte, haben DHZB-Kinderkardiologe Dr. med. Boris Schmitt und sein Team jetzt den von der Charité und der FU Berlin ausgerufenen Ideenwettbewerb „Research to Market Challenge“ in der Kategorie Gesundheitswirtschaft gewonnen. 

Boris Schmitt und seine Arbeitsgruppe arbeiten seit Jahren an der Entwicklung von biologischen Herzklappen, die aus körpereigenem Gewebe des Patienten hergestellt werden können. Die Forschungsarbeit konzentriert sich dabei zunächst auf die Pulmonalklappe, die als Ventil zwischen rechter Herzkammer und Lungenarterie wirkt. 

„Etwa jedes zehnte Kind mit einem angeborenen Herzfehler benötigt im Laufe seines Lebens eine neue Pulmonalklappe“, so Dr. Boris Schmitt, „bislang stehen uns dafür künstliche Prothesen aus Metall und Kunststoff oder Ersatzklappen aus tierischen Gewebe zur Verfügung“. Doch beide Systeme haben Nachteile, weiß der Kinderkardiologe: 

„Biologische Ersatzklappen rufen Immunreaktionen des Körpers hervor. Obwohl diese bis zu einem gewissen Grad mit Medikamenten unterdrückt werden können, schädigt die körpereigene Abwehr das Gewebe der Klappe, so dass sie irgendwann wieder ausgetauscht werden muss. Junge Patienten benötigen deshalb mehrere Eingriffe in ihrem Leben.

Ersatzklappen aus Metall oder Kunststoff sind zwar deutlich länger haltbar, können aber gefährliche Blutgerinnsel (Thrombosen) hervorrufen. Die Patienten müssen deshalb ihr Leben lang blutverdünnende Medikamente einnehmen.“

Bei der Behandlung herzkranker Kinder aber hätten beide Varianten einen entscheidenden Nachteil, so Schmitt: „Sie wachsen nicht mit.“ 

Die Lösung: Eine Pulmonalklappe aus körpereigenem Material, das dem Patienten ambulant und minimalinvasiv am Herzbeutel entnommen wird. Mit Hilfe von Daten aus dem Computer- oder Magnetresonanztomographen wird nun im Labor eine 

individuell passgenaue Herzklappe hergestellt, bereits eine Woche später kann sie dem Kind mit einem Herzkatheter minimalinvasiv eingesetzt werden. Eine Herzoperation ist also nicht nötig. 

„Die Herzklappe aus körpereigenem Gewebe ruft keine Abstossungsreaktionen hervor, sie hält länger als eine Prothese aus tierischem Material, sie passt sich dem Organismus an  - und sie ist in der Herstellung sogar ziemlich günstig“, fasst Boris Schmitt zusammen. 

Was klingen mag wie schöne Science-Fiction, ist bereits Realität: „Wir können diese Klappen herstellen und wissen aus Tierexperimenten, dass sie funktionieren“, so Schmitt. Bis die „GrOwnvalve“ - eine Wortschöpfung aus englisch „to grow (wachsen)“, „own (körpereigen)“ und „valve (Herzklappe)“ - aber mit restloser Sicherheit bei Kindern eingesetzt werden kann, sind noch viele ausführliche Tests nötig.

Bereits innerhalb der nächsten vier Jahren wollen Boris Schmitt, der DHZB-Ingenieur Kai Riemer und ihr Team aber die Marktzulassung für die GrOwnValve erreichen und damit vielen herzkranken Kindern ein erheblich verbessertes Behandlungsangebot machen können. 

Langfristig wollen die DHZB-Forscher auch andere Herzklappen aus körpereigenem Material formen. „Vor uns liegt noch ein langer Weg“, sagt Dr. Schmitt, „aber wir sind überzeugt, dass er der richtige ist“. 

Der Gewinn des „Research to Market Challenge“- Wettbewerbs ist dafür eine Bestätigung. Und das Preisgeld von 1500 Euro? „Fließt natürlich ins Projekt!“, sagt Boris Schmitt. 

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01.08.2016

Medaillenregen für DHZB-Patienten

Rainer Weckeck gewinnt im Pétanque, Darts und Floorball

Dreimal Edelmetall: Rainer Weckeck aus Erkrath

Dreimal Edelmetall: Rainer Weckeck aus Erkrath

Rainer Weckeck (55) aus Erkrath (NRW), der 2003 im Deutschen Herzzentrum Berlin herztransplantiert wurde, hat bei den Europameisterschaften der Organtransplantierten und Dialysepatienten im finnischen Vantaa eine Gold-, eine Silber- und zwei Bronzemedaillen gewonnen: Im Pétanque bzw. Boule (Gold im Einzel, Silber im Doppel), Darts (Bronze) sowie mit einer deutsch-britisch-belgischen Auswahl im Floorball, einer Unterart des Hallen-Hockeys (Bronze). 

Bei den Europameisterschaften der Organtransplantierten und Dialysepatienten treffen sich alle zwei Jahre Sportlerinnen und Sportler aus ganz Europa, die nach einer Organtransplantation oder als Dialysepatienten im Sport aktiv bleiben. Wettbewerbe werden in den Leichtathletikdisziplinen, im Radfahren, Schwimmen, Tennis, Tischtennis und Golf sowie in Pétanque, Darts und Bowling ausgetragen. Von den ca. 470 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der EM 2016 kamen 40 aus Deutschland. 

Bei Rainer Weckeck wurde im Jahre 1993 bei einer Routine-Untersuchung eine dilatative Kardiomyopathie diagnostiziert, eine krankhafte Vergrößerung und Schwäche des Herzmuskels. Viele Jahre schränkte die Erkrankung sein Leben nicht zu sehr ein. Doch dann verschlechterte sich sein Zustand, zuletzt war eine Organverpflanzung die letzte Chance. Am 10. Oktober 2003 wurde Rainer Weckeck schließlich transplantiert. 

Rainer Weckeck arbeitet nun längst wieder als leitender Angestellter eines großen Handelskonzerns, es geht ihm gut, und das Boulespiel ist seit vielen Jahren seine Leidenschaft.  

Die EM-Medaillen trägt Rainer Weckeck mit Stolz. Viel wichtiger als der Sieg sei aber die öffentlichkeitswirksame Teilnahme an den Wettbewerben, sagt er: „Wir wollen zeigen, wie die Bereitschaft zur Organspende bewirkt hat, dass unheilbar kranke Menschen wieder in ein aktives Leben eintreten konnten.“ Für Rainer Weckeck ein doppelt wichtiges Anliegen, denn auch sein älterer Bruder musste wegen der gleichen Erkrankung bereits herztransplantiert werden. 

Ein kleines Stück seien Gold, Silber und Bronze auch Siege fürs DHZB-Team, so Weckeck: „Ohne die Ärzte und Pflegekräfte dort wäre das nicht möglich gewesen.“

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05.08.2016

Sicher in der „Wolke“

Erfolgreicher Abschluss eines Pilotprojekts zur sicheren Nutzung von „Cloud-Computing“ im medizinischen Bereich

Der Gedanke ist für Privatleute wie Unternehmen gleichermaßen verlockend: Daten und Programme nicht mehr auf den eigenen Rechnern oder Servern zu speichern, sondern sie übers Internet einfach auszulagern. Um Sicherheit, ausreichende Speicherkapazität und regelmäßige Updates kümmert sich der Anbieter. Die Zukunft der IT-Welt ist offenbar also ziemlich „wolkig“ - das „Cloud Computing“ gewinnt rasant an Bedeutung. 

In der Medizin ist die „Cloud“ allerdings nach wie vor ein Tabu: Denn die Technologie gilt für die hochsensiblen Patientendaten als nicht sicher genug. Dabei lägen die Vorteile doch auf der Hand: Eine Vielzahl von Daten - wie etwa Laborwerte oder Medikamentendosierungen - könnten bei der Verlegung eines Patienten von einer Datenbank in die andere übertragen werden und wären dort sofort verfügbar, ohne dass es zu Verlusten oder Übertragungsfehlern kommt. 

Das DHZB und mehrere Partner haben sich deshalb an einem Technologiewettbewerb zur Entwicklung und Erprobung innovativer, sicherer und rechtskonformer Cloud Computing-Lösungen beteiligt, den das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im September 2010 gestartet hat: Insgesamt 50 Millionen Euro Fördergelder wurden für Projekte bereitgestellt, die mit der Entwicklung konkreter Pilot-Anwendungen die Vorteile von Cloud-Computing demonstrieren können. 

Aus 116 Einreichungen wurden nur 14 Projekte ausgewählt – darunter auch „TRESOR“ - der Vorschlag eines Konsortiums aus Deutschem Herzzentrum Berlin (DHZB), dem Paulinenkrankenhaus, der TU Berlin mit den Bereichen „S-Net“ und „IKM“ sowie den Software/und IT-Unternehmen „medisite“, „T-Systems“ und der Cloud-Beratungsagentur „ubiry“.

Ziel der Projektpartner: Der prototypische Aufbau eines Cloud-Systems zum Nachweis der Machbarkeit und Sicherheit des Vorhabens. „Ein solches Pilotprojekt macht gerade im medizinischen Bereich viel Sinn“, sagt Dr. Joseph Walenta, der das Projekt auf Seite des DHZB geleitet hat, „denn die Anforderungen an Datenschutz und Ausfallsicherheit sind extrem hoch. Was also in diesem Bereich funktioniert, wird auch den Ansprüchen anderer Nutzer ganz sicher gerecht“. 

Als exemplarische Szenarien für den Cloud-Betrieb wählten die Projektpartner die Übermittlung der medizinischen Verlaufsdokumentation fiktiver Test-Patienten vom DHZB zur Berliner Partnerklinik Paulinenkrankenhaus sowie den Online-Zugriff auf einen cloudbasierten Service, der in Sekunden  die - mitunter gefährlichen - Wechselwirkungen von verordneten Medikamenten ermittelt und übersichtlich anzeigt. 

Die verschlüsselte Übergabe von Patientendaten, die Online-Überprüfung von Arzneimitteln auf Wechselwirkungen – das klingt zunächst sehr simpel. Das „TRESOR“ - Team aber wollte ein flexibles System schaffen, das offen steht für eine Vielzahl von Anwendungen, unterschiedlichen Systemen, Nutzern und Anbietern – bei gleichzeitiger Einhaltung aller relevanten Vorgaben, vor allem des Rechtsrahmens. 

Dazu entwickelten die Forscher einen sogenannten „Cloud-Broker“  und einen „Cloud-Marktplatz“ - Software, die unterschiedliche Ressourcen unter Berücksichtigung der Unternehmensrichtlinien, gesetzlicher Vorschriften und Sicherheitstechnologien vermittelt, bündelt und zugänglich macht. Kontrolle und Sicherheit ermöglicht dabei ein eigens entwickelter „Proxy“, also eine Netzwerk-Schnittstelle, zur Authentifizierung, Autorisierung oder Abrechnung und zur absolut sicheren Ende-zu-Ende Verschlüsselung der Daten. Und: Das Team feilte an Workflows und Benutzeroberflächen, die für Ärzte und Pflegende praxistauglich sind. 

Nach drei Jahren Laufzeit und überraschend gewährter neunmonatiger Verlängerung wurde das Projekt nun erfolgreich beendet. Alle Nachweise zur Machbarkeitund vollständiger Datensicherheit, die das Team sich vorgenommen hatte, konnten in der Praxis  erbracht werden. 

Das heißt natürlich nicht, dass die Arbeit jetzt stillsteht, so Joseph Walenta: „Jeder Projektpartner, ob im medizinischen oder IT-Bereich, wird die in diesem Projekt gemeinsam erworbenen Erkenntnisse in seinem Fachgebiet  erweitern und verwerten - das war eine ausdrückliche Bedingung für die Bewilligung der Fördergelder“ 

Bis die „Wolke“ in der Medizin zum IT-Alltag wird, sind allerdings noch rechtliche Hürden zu nehmen. Denn die Verwaltung von Patientendaten per Cloud-Computing ist nach wie vor eine rechtliche Grauzone: Nach dem Strafgesetzbuch macht sich strafbar, wer Berufsgeheimnisse unbefugten Personen zugänglich macht. Und dabei ist streng genommen unerheblich, ob diese Geheimnisse sicher verschlüsselt wurden - und damit für Unbefugte gar nicht verwertbar sind - oder nicht. 

Selbst wenn also ein Cloud-Dienst wie TRESOR sämtliche Datenschutz-Bestimmungen erfüllt, bleibt seine Nutzung durch den Arzt strafbewehrt. 

Das TRESOR-Projekt könnte zum politischen Umdenken beitragen, bilanziert Joseph Walenta: „Wir konnten eine vollständige Sicherheit der Patientendaten demonstrieren. Und gleichzeitig zeigen, dass viele Risiken für unsere Patienten gesenkt werden könnten, etwa durch die Erhöhung der Therapiesicherheit und die Verbesserung ihrer klinikübergreifenden stationären Versorgung.

Im Laufe von fast vier Jahren Projektarbeit haben 96 Mitarbeiter des DHZB sowie 22 IT-Spezialisten der Tochtergesellschaft GHIB an „TRESOR“ mitgewirkt. „Jeder Einzelne war wichtig“, so Joseph Walenta „und jedem Einzelnen gebührt entsprechend großer Dank!“

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15.09.2016

Mikrosensor hilft herzkranken Menschen

Am Deutschen Herzzentrum Berlin wird ein neuartiges Implantat eingesetzt, das direkt am Herzen den Blutdruck misst und drahtlos überträgt. Es ermöglicht den Ärzten eine bessere Überwachung von Patienten mit schwerer Herzschwäche.

Mike Bartsch und DHZB-Kardiologe Dr. Felix Schönrath

Mike Bartsch und DHZB-Kardiologe Dr. Felix Schönrath

Bereits mit 30 hatte Mike Bartsch aus Brandenburg zwei Herzinfarkte. Er hat überlebt und konnte zunächst wieder arbeiten. Doch sein Herz blieb krank. Mike Bartsch musste schließlich frühzeitig in Rente gehen, seine Herzklappen mussten operiert werden, er brauchte einen Schrittmacher und Defibrillator.

Der heute 49jährige ist einer von über 1,8 Millionen Menschen, die in Deutschland an einer Herzinsuffizienz leiden, deren Herz also kaum noch in der Lage ist, den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen. Eine Herzinsuffizienz kann sich auch kurzfristig rapide verschlechtern und damit akut lebensbedrohlich werden. Sie gilt als dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Deshalb müssen Herzinsuffizienz-Patienten wie Mike Bartsch möglichst engmaschig überwacht werden.

Ein sehr wichtiger Faktor dabei ist der sogenannte Pulmonalarteriendrucks („PA-Druck“), der bisher allerdings nur per Herzkatheter in der Klinik gemessen werden konnte. Das hat sich jetzt geändert: Am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) können die Ärzte Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz nun eine winzige Messsonde in die Pulmonalarterie implantieren. Dieser Eingriff erfolgt minimalinvasiv und risikoarm, schon am nächsten Tag werden die Patienten in der Regel wieder nach Hause entlassen.

Mit einem speziellen Auslesegerät außerhalb des Körpers kann der Patient nun jeden Tag seinen PA-Druck messen und ihn online auf eine gesicherte Website übertragen. Die Ärzte am DHZB verfügen damit über eine kontinuierliche Diagnosemöglichkeit, ohne dass der Patient in die Klinik kommen muss. Das „CardioMEMS“ System aus den USA ist das erste und bislang einzige Gerät dieser Art.

„Häufig ist das erste spürbare Symptom für eine Verschlechterung der Herzleistung eine Gewichtszunahme durch Wasseransammlungen im Körper, weil das Blut sich in den Gefäßen staut“, erläutert Kardiologe Dr. Felix Schönrath, Oberarzt am DHZB: „Mit der neuen Überwachungstechnik können wir frühzeitig und schonend mit Medikamenten eingreifen, noch bevor es zu solchen belastenden Komplikationen kommt.“

Diese winzige Messsonde wird in die Pulmonalarterie des Patienten implantiert

Diese winzige Messsonde wird in die Pulmonalarterie des Patienten implantiert

„CardioMEMS“ soll dabei nicht nur zur Lebensqualität von Herzinsuffizienz-Patienten beitragen, sondern auch Kosten sparen helfen: Klinische Studiendaten belegen bereits, dass das System teure stationäre Klinikaufenthalte infolge von Herzinsuffizienz um bis zu 37 Prozent reduziert.

Mike Bartsch aus Brandenburg trägt nun als einer der ersten Patienten des DHZB das winzige Messgerät in seiner Brust. Die Implantation verlief ohne Komplikationen. Der Mikrosensor kommt ohne Batterien aus und soll ein Leben lang halten.

Mike Bartsch weiß zwar, dass das neuartige System ihn nicht wieder gesund macht. Aber: „Dass die Experten am DHZB mein Herz nun immer im Blick haben, ohne dass ich dabei in die Klinik muss - das ist schon eine ebenso angenehme wie beruhigende Vorstellung.“

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19.09.2016

„Unschätzbarer Nutzen“

Zum 12.Mal haben sich Kinderherz-Spezialisten beim „DHZB Lange Symposium“ zum Erfahrungsaustausch in Berlin getroffen.

Das Organisationsteam des 12. DHZB Lange Symposiums

Das Organisationsteam des 12. DHZB Lange Symposiums

Das Dutzend ist voll: Bereits zum zwölften Mal sind am vergangenen Wochenende hochkarätige Spezialisten aus allen Kontinenten der Einladung des DHZB gefolgt, um sich über neueste Entwicklungen und Verfahren im Bereich der Kinderherz-Medizin auszutauschen.

Das zweitägige „DHZB Lange Symposium“, benannt nach dem Gründer der Abteilung für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie am DHZB, Prof. Dr. med. Peter Lange, gilt mittlerweile als eines der bedeutendsten Symposien auf diesem Gebiet.

Thematischer Schwerpunkt in diesem Jahr waren atrio-ventrikuläre Septumdefekte, also kombinierte Fehlbildung des Herzens im Bereich von Vorhof, Kammer und Scheidewand, bei denen es zu offenen Verbindungen der Vorhöfe und der Hauptkammern kommt.

In 32 Vorträgen berichteten 25 Spezialisten aus dem DHZB und anderen weltweit führenden Herzzentren sowohl über konkrete Therapiemöglichkeiten als auch über Forschungsprojekte und -Ergebnisse. 

„Angeborene Fehlbildungen des Herzens sind oft extrem komplex und vielgestaltig, entsprechend differenziert müssen die Behandlungsstrategien angelegt sein“, erläutert Gastgeber Prof. Dr. med. Felix Berger, Direktor der Klinik für Angeborene Herzfehler / Kinderkardiologie am DHZB: „Der detaillierte Erfahrungsaustausch, die Möglichkeit der direkten Nachfrage und die unmittelbare persönliche Diskussion untereinander sind daher für uns Ärzte und damit auch für unsere Patienten immer wieder von unschätzbarem Nutzen.“

Lange-Symposium...

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20.09.2016

Provisorium beendet

DHZB-Patientenaufnahme in neu gestalteten Räumen

Wieder an gewohnter Stelle - die DHZB-Aufnahme

Wieder an gewohnter Stelle - die DHZB-Aufnahme

Rund vier Monate war die Patientenaufnahme des DHZB wegen Umbau- und Renovierungsarbeiten in Bürocontainern untergebracht. Dieses Provisorium ist nun beendet, die Abteilung ist wieder zurückgezogen ins Hauptgebäude.  

Wichtigste Neuerung für die Patientinnen und Patienten des DHZB: Zur Vermeidung langer Wartezeiten stehen nun drei Aufnahmeplätze gleichzeitig zur Verfügung, wer nur eine kurze Information benötigt, kann sich zusätzlich ganz ohne Wartezeit am Infotresen helfen lassen. 

„Wir danken allen Mitarbeiterinnen, vor allem aber unseren Patientinnen und Patienten sehr herzlich für Ihr großes Verständnis angesichts der Enge in den Containern“, sagt Frau Tina Casper, stellvertretende Leiterin der Aufnahme - und fügt lachend hinzu: „An so viel Platz müssen wir uns jetzt erstmal wieder gewöhnen!“

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21.09.2016

Doppeltes Kunstherz

Harald Becker aus Thüringen ist der erste Patient weltweit, dem das derzeit modernste Kunstherz-System vom Typ „Heartmate 3“ an beiden Herzhälften implantiert werden konnte. Nach den erfolgreichen Eingriffen am DHZB ist der Rentner wieder zu Hause

Patient Harald Becker und DHZB-Herzchirurg Dr. Evgenij Potapov

Patient Harald Becker und DHZB-Herzchirurg Dr. Evgenij Potapov

Am 21. Oktober 1993 erleidet Harald Becker aus Gera in Thüringen einen schweren Herzinfarkt, der sein Herz schwer und unheilbar schädigt. 

Mit Hilfe von Medikamenten und einem implantierten Herzzschrittmacher kann der heute 64jährige zwar den Umständen entsprechend gut weiterleben, nach einer Grippeerkrankung im November 2015 verschlechtert sich sein Zustand aber dramatisch: „Ich konnte mich immer weniger bewegen und schließlich kaum noch atmen“, erinnert sich Harald Becker. 

Anfang 2016 steht fest, dass nur eine Herztransplantation oder eine implantierte künstliche Herzpumpe Harald Becker am Leben erhalten können. Seine Aussichten auf ein Spenderorgan sind jedoch minimal. Ein Kunstherz ist also angesichts seines lebensbedrohlich geschwächten Herzens die einzige Möglichkeit. 

Der Patient informiert sich in verschiedenen Kliniken und entscheidet sich schließlich für das Deutsche Herzzentrum Berlin. „Ich bin dort hervorragend aufgeklärt und beraten worden“, so Harald Becker, „und dass am Berliner Herzzentrum die mit Abstand meisten Operationen dieser Art gemacht werden, hat mir die Entscheidung zusätzlich leicht gemacht.“ 

Am 8. April 2016 wird Harald Becker operiert. Die Spezialisten Prof. Thomas Krabatsch und Dr. Evgenij Potapov implantieren ihrem Patienten eine künstliche Rotor-Pumpe direkt an die linke Herzkammer (Ventrikel). Sie ist übernimmt dort dauerhaft die Pumpfunktion des unheilbar geschwächten Muskels. 

„Die linke, größere Herzkammer pumpt das sauerstoffreiche Blut aus der Lunge in den Körper“, erläutert Oberarzt Evgenij Potapov, „in den meisten Fällen reicht die Unterstützung dieser Kammer durch eine mechanische Kreislaufpumpe aus, um den gesamten Blutkreislauf zu stabilisieren.“ 

Harald Beckers Herz ist jedoch so schwer geschwächt, dass auch die rechte Herzkammer, die das „verbrauchte“ Blut aus dem Körper in die Lunge pumpt, mechanisch unterstützt werden muss. Zunächst hoffen die Spezialisten, dass sich diese Herzkammer durch den Einsatz eines Kurzzeit-Pumpsystems ausserhalb des Körpers erholt. 

Nach einigen Wochen müssen die Chirurgen diese Hoffnung aber aufgeben. Gemeinsam mit ihrem Patienten entschließen sie sich, Harald Becker auch an der rechten Herzhälfte eine dauerhafte Unterstützungspumpe anzuschließen. Wie schon am linken Ventrikel verwenden sie ein „HeartMate 3“, das derzeit modernste System auf dem Markt. 

Harald Becker ist damit der weltweit erste Patient, dem dieses Gerät an beiden Herzkammern implantiert wurde. 

In der Fachwelt sorgte die Pionierleistung der DHZB-Chirurgen für Aufsehen und wurde in der führenden internationalen Fachzeitschrift „Journal of Heart-Lung-Transplantation“ veröffentlicht, um die Erfahrung der Berliner Spezialisten auch anderen Kunstherz-Teams weltweit verfügbar zu machen.  

„Ohne den Eingriff hätte Herr Becker kaum eine Chance gehabt, längerfristig zu überleben“, sagt Prof. Thomas Krabatsch, Leiter des Kunstherz-Programms am DHZB, „mit der Implantation eines zweiten Kunstherzens aber hatten wir die Chance, ihm auch eine langfristig gute Lebensqualität ermöglichen zu können.“ 

Die Zuversicht der DHZB-Spezialisten war berechtigt: Harald Becker erholte sich gut von den Operationen und konnte schließlich in eine Reha-Klinik entlassen werden. Seit gut einer Woche ist Becker nun wieder zu Hause in Gera, zur Freude und Erleichterung seiner Frau. Nach der langen Liegezeit sind seine Beinmuskeln noch schwach, aber er kann wieder frei atmen, gehen und auch Treppensteigen.  

Aus seiner Brust kommen nun zwei dünne Stromkabel, sie verbinden die beiden Turbinen am Herzen mit den Akkus und Steuereinheiten, die Harald Becker in zwei kleinen Taschen nun immer mit sich tragen muss. „Ganz klar, das ist lästig“, gibt Harald Becker zu, „aber es ist ein sehr geringes Opfer dafür, dass ich noch lebe und es mir jetzt wieder so viel besser geht.“

Hintergrundinformationen: 

Mechanische Kreislaufunterstützungssysteme, die vereinfacht nicht ganz korrekt als „Kunstherzen“ verallgemeinert werden, sind Pumpsysteme, die die Funktion eines unheilbar geschädigten Herzmuskels übernehmen. 

Meist wird direkt an der linken Kammer des erkrankten Herzens (das im Körper des Patienten bleibt) eine nur wenige Zentimeter große Pumpe eingesetzt und mit der Hauptschlagader (Aorta) verbunden. Die Pumpe ist durch ein Kabel mit einer Steuereinheit und Akkus außerhalb des Körpers verbunden, die der Patient in einem kleinen Rucksack oder einer kleinen Tasche mit sich trägt. 

Die Patienten können so häufig ein weitgehend normales Leben außerhalb der Klinik führen, ihrem Beruf nachgehen und auch Sport treiben. 

In der Fachsprache werden solche Pumpsysteme kurz als VAD („Ventricular Assist Device“) bezeichnet. Je nach Notwendigkeit kann ein VAD auch an der rechten oder an beiden Kammern des Herzens eingesetzt werden. 

Patienten mit einem VAD stehen meist auf der Warteliste für ein Spenderherz, immer häufiger werden Kunstherz-Systeme aber auch zu einer dauerhaften Alternative zur Transplantation, da nicht genügend Spender zu Verfügung stehen oder auch weil der Zustand eines Patienten eine Transplantation nicht zulässt. 

In einigen Fällen erholt sich das eigene Herz der Patienten während der Entlastung durch die künstliche Pumpe sogar, so dass sie wieder entfernt werden kann. 

Das Deutsche Herzzentrum Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Volkmar Falk betreibt das größte Kunstherz-Programm der Welt, seit 1988 wurden bereits über 2.600 Unterstützungssysteme implantiert.

Dank dieser Erfahrung und intensiver Forschungsarbeit können die Patienten nicht nur immer länger, sondern auch mit immer besserer Lebensqualität auf ein Spenderorgan warten oder auch dauerhaft mit einem VAD leben. 

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23.09.2016

Ausbildung auf höchstem Niveau

Der 22. Kurs der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am DHZB ist nach dreijähriger Ausbildung erfolgreich zu Ende gegangen

Stolz und erleichtert: Die AbsolventInnen des 22. Kurses und Kursleiter Christoph Steinbrügge (links)

Stolz und erleichtert: Die AbsolventInnen des 22. Kurses und Kursleiter Christoph Steinbrügge (links)

Nach rund 2300 Stunden Theorie, 2800 Stunden Praxis und drei harten Prüfungen darf gefeiert werden: 13 Absolventinnen und 1 Absolvent des 22. Kurses der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am DHZB sind fit für den Start ins Berufsleben. 

„Wir haben selten so einen leistungsstarken Kurs gehabt“, sagt Kursleiter Christoph Steinbrügge, „und das hat sich mit den durchweg guten bis sehr guten Prüfungsnoten auch bestätigt.“

Die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am DHZB gibt es seit 1992, insgesamt wurden hier bereits ca. 440 Pflegefachkräfte ausgebildet. Die Schülerinnen und Schüler durchlaufen dabei praktische Einsätze in sämtlichen klinischen Fachbereichen, von der Chirurgie und Inneren Medizin bis hin zu Neurologie, Geburtshilfe oder ambulanten Pflegediensten.  

Entsprechend finden die praktischen Ausbildungsanteile nicht nur am DHZB selbst, sondern auch in zahlreichen kooperierenden Kliniken statt, mit dem Ergebnis einer optimalen Ausbildung.

Die DHZB-Ausbildung genießt einen exzellenten Ruf und die AbsolventInnen sind entsprechend gefragt. 8 von ihnen haben sich für das DHZB als zukünftigen Arbeitgeber entschieden. 

Mehr zur Gesundheits- und Krankenpflegeschule finden Sie hier

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04.10.2016

„Praxisschock“ schon im Studium

Zum sechsten Mal startet ein europaweit einzigartiger Masterstudiengang für klinische Psychologie

Die Teilnehmerinnen des 6. Studienjahrgangs Medical Psychology

Die Teilnehmerinnen des 6. Studienjahrgangs "Medical Psychology"

Die Schwächen ihres abgeschlossenen Bachelor-Studiums der Psychologie wurden Lena Hasselberg bei ihren ersten Einsätzen im Deutschen Herzzentrum Berlin schnell bewusst: „Wie ich professionell mit einem Patienten umgehen soll, der plötzlich weinend vor mir steht - das hatte ich nie gelernt.“

Inzwischen hat sich daran bereits einiges geändert. Denn die 26jährige absolviert seit einem Jahr den europaweit einzigartigen Psychologie-Masterstudiengang mit der Vertiefungsrichtung "klinische Psychologie und deren Anwendung in der Krankenversorgung". Der von der privaten und staatlich anerkannten Steinbeis-Hochschule Berlin und dem Deutschen Herzzentrum Berlin gemeinsam angebotene Studiengang verbindet Hochschullehre mit intensiver praktischer Klinikerfahrung.

„Früher hat man 'Praxisschock' gesagt – wir machen das schon im Studium“, sagt Prof. Wolfgang Albert. Der Diplom-Psychologe und Arzt für Psychosomatik leitet die psychosomatische Abteilung am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB), die bereits bei der Gründung der Klinik im Jahr 1986 eingerichtet wurde. Denn von Anfang an sei den Kardiologen und Chirurgen bewusst gewesen, wie wichtig bei aller High-Tech-Medizin auch die psychologische Betreuung für den Genesungsprozess ist, so Albert: „Schwere Herzerkrankungen und ihre oft komplexe und langwierige Therapie können natürlich auch eine große seelische Belastung sein, die genauso professionell behandelt werden muss wie das rein körperliche Leiden“.

Der Psychosomatiker und sein Team hatten allerdings ein zunehmendes Nachwuchsproblem: „Es bewarben sich zwar immer viele gut ausgebildete Psychologen“, sagt Albert, „aber keiner davon hatte Krankenhaus-Erfahrung.“ Im Jahr 2011 vereinbarten die Steinbeis-Hochschule Berlin und DHZB deshalb die Zusammenarbeit zum Master-Studiengang, der etwa zur Hälfte aus praktischer Arbeit direkt im Herzzentrum besteht.

Im ersten Semester begleiten die Studentinnen und Studenten das Psychosomatik-Team des DHZB zunächst nur, erst nach und nach betreuen sie auch eigene Fälle und müssen sich praktisch wie wissenschaftlich mit ihnen auseinandersetzen: Transplantationspatienten, in deren Brust das Herz eines verstorbenen Menschen weiter schlägt, Menschen, die nur mit Hilfe einer künstlichen Pumpe am Herzen überleben können oder Eltern von Säuglingen mit schweren angeborenen Herzfehlern, die bereits kurz nach der Geburt stundenlange riskante Operationen durchstehen müssen.

„Die ersten Einsätze in der Klinik sind unglaublich intensiv, vieles geht einem auch persönlich sehr nahe“, sagt Studentin Lena Hasselberg. „Aber wir werden auch in dieser Hinsicht wirklich gut betreut und lernen in vielen Gesprächen, uns mit den eigenen Gefühlen auseinander zu setzen.“

Mit fast 600 Euro pro Monat ist das zweijährige Studium zwar nicht billig – dafür haben Lena Hasselberg und ihre Kommilitonen aber nach ihrem Abschluss auch gute Aussichten, denn die Absolventen des einzigartigen Studiengangs sind gefragt: „Eine praxisorientierte und fundierte psychologische Betreuung von Patienten und ihren Angehörigen wird für alle Kliniken immer wichtiger“, so Prof. Wolfgang Albert. Lena Hasselbergs Fazit nach der Hälfte ihrer Regelstudienzeit fällt durchweg positiv aus: „Die Referenten, die Kommunikation mit der Institutsleitung, die Wertschätzung unserer Arbeit – ich bin begeistert“.

Vor allem aber werde ihr immer wieder bewusst, wie viel klinische Praxis sie erleben dürfe, gerade im Gespräch mit Teilnehmern anderer Masterstudiengänge: „Da müssen Studenten in Gesprächssituationen den Patienten spielen – und das haben wir hier garantiert nicht nötig.“

Alle Informationen zum Studium, den Voraussetzungen und zur Bewerbung finden Sie hier

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12.10.2016

Bestätigte Qualität

Die Bachelor-Studiengänge „Cardiovascular Perfusion“ und „Physician Assistance“ von Steinbeis-Hochschule Berlin und DHZB sind für weitere sieben Jahre akkreditiert und damit europaweit voll anerkannt

Die staatlich anerkannte Steinbeis-Hochschule ist die größte deutsche private Hochschule mit Promotionsrecht und bietet in Kooperation mit dem Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) mehrere Bachelor bzw. Masterstudiengänge an. 

So wurden im Studiengang „Bachelor of Science Cardiovascular Perfusion“ bereits 55 Absolventen für den Beruf des Kardiotechnikers qualifiziert. Zu dessen Aufgaben gehören neben der Steuerung der Herz-Lungen-Maschine bei Operationen am Herzen auch die Bedienung von Systemen zur Kreislauf-Unterstützung, Herzschrittmachern und Defibrillatoren.

Zudem haben DHZB und Steinbeis-Hochschule im Jahr 2005 den deutschlandweit ersten Studiengang „Bachelor of Science Physician Assistant“ angeboten. Die Absolventen sind als sogenannte Arztassistenten tätig, mit umfangreichen Kenntnissen, praktischen Fähigkeiten und Befugnissen zur Entlastung der Ärzte ohne Einbußen an Qualität und Sicherheit in der Behandlung. Im Verlauf des Studiengangs können sich die Teilnehmer auf medizinische Bereiche wie OP, Intensiv- oder Normalstation spezialisieren.

Das Berufsbild existiert in den USA oder Großbritannien seit Jahrzehnten und gewinnt auch in Deutschland erheblich an Bedeutung und Ansehen. Mittlerweile existieren gleichartige Studienangebote in mehreren Bundesländern. 

Die beiden Studiengänge wurden bereits im Jahr 2011 erstmalig akkreditiert.

Nach intensiver Überprüfung wurde diese Zulassung und damit europaweite Anerkennung nun um weitere sieben Jahre verlängert. Beide Studiengänge zusammen haben bislang 147 Absolventen hervorgebracht.

„Die Absolventen dieser noch jungen Studiengänge sind sehr gefragt“, sagt Frank Merkle, Leiter der DHZB-Akademie für Kardiotechnik, „wir freuen uns, dass unser frühzeitiges und langfristig intensives Engagement zur akademischen Ausbildung in diesen Bereichen mit der erneuten Akkreditierung einmal mehr bestätigt wurde.“

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19.10.2016

Bundesweit "top"

DHZB zählt laut „Focus“-Klinikliste erneut zu den besten Herz-Krankenhäusern Deutschlands

Das Cover der Focus-Klinikliste

Das Cover der "Focus"-Klinikliste

Sowohl die Klinik für Herz-,Thorax- und Gefäßchirurgie als auch die Klinik für Innere Medizin–Kardiologie am Deutschen Herzzentrum Berlin zählen laut der jetzt erschienenen Klinikliste des Magazins „Focus Gesundheit“ wie schon im Vorjahr zu Deutschlands besten Fachkliniken für Herzmedizin. 

Für den bundesweiten Vergleich wurden nach Angaben von „Focus“ die gesetzlich vorgeschriebenen detaillierten Klinik-Qualitätsberichte ausgewertet und mehr als 14.000 niedergelassene Haus- oder Fachärzte sowie die Chefärzte aller befragten Kliniken befragt, welche Häuser sie empfehlen würden.

Hinzu kommt die umfangreiche Abfrage detaillierter Daten zur medizinischen und pflegerischen Versorgungsqualität bei den Kliniken selbst. 

Hinzu kommt die umfangreiche Abfrage detaillierter Daten zur medizinischen und pflegerischen Versorgungsqualität bei den Kliniken selbst. 

„Wir freuen uns über diese erneute Bestätigung unserer täglichen gemeinsamen Arbeit und sehen die positive Bewertung natürlich auch als Ansporn, unseren Patienten auch weiterhin Herzmedizin auf höchsten Niveau anzubieten“, sagt Prof. Dr. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des DHZB. 

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19.10.2016

„Ans Aufgeben habe ich nie gedacht“

Ein Team der Charité und des DHZB hat Sarah Schönhoff in einer 19stündigen Operation Lunge und Leber eines Organspenders eingesetzt. Jetzt wurde sie nach Hause entlassen.

Sarah Schönhoff (mitte), zusammen mit Pflegekräften und Ärzten des DHZB und der Charité

Sarah Schönhoff (mitte), zusammen mit Pflegekräften und Ärzten des DHZB und der Charité

Schon im Kleinkindalter leidet Sarah Schönhoff aus Mirow in Mecklenburg häufig unter schwerer Bronchitis, doch erst kurz vor Sarahs viertem Geburtstag bekommen ihre Eltern endlich Klarheit: Sarah leidet unter Mukoviszidose, einer angeborenen und unheilbaren Stoffwechselerkrankung, die Körpersekrete zähflüssig macht. Betroffen sind davon in den meisten Fällen vor allem die Lungen der Patienten: Sie verkleben und sind extrem anfällig für Infektionen, die Atmung wird immer mehr behindert.

Sarah Schönhoff lernt, mit der Krankheit zu leben. „Tägliche Inhalationen, Atemtraining, das hat einfach zum normalen Leben für mich dazugehört“, sagt sie. Obwohl sie immer wieder ins Krankenhaus muss, schafft sie mühelos die mittlere Reife - als Jahrgangsbeste. Sarah Schönhoff macht eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Bundespolizei, wird übernommen und arbeitet ab 2010 in Potsdam.    

Ein Jahr lang geht alles gut, doch dann macht sich die Krankheit immer deutlicher bemerkbar. Sarah Schönhoff reduziert ihre Arbeitszeit, nach einer schweren Pilzinfektion wird sie dauerhaft krank geschrieben und im August 2013 berentet. „Als Mukoviszidose-Patientin weißt du, dass es irgendwann soweit kommen kann“, sagt sie, „aber dass es bei mir schon so früh passiert, das war schon bitter. Denn der Job hat mir großen Spaß gemacht“.  

Sarah Schönhoff zieht zurück in ihre Heimatstadt Mirow, in die Nähe ihrer Eltern. Etwa anderthalb Jahre geht es ihr noch vergleichsweise gut. Doch dann erkrankt sie an Grippe und wird Mitte März 2015 stationär im Virchow-Klinikum der Berliner Charité aufgenommen, wo sie seit bereits Jahren behandelt wird. Am 26.3. kommt sie auf die Warteliste für eine Doppel-Transplantation. Denn die Mukoviszidose hat nicht nur die Lunge, sondern auch ihre Leber irreparabel beschädigt. 

Anfang Dezember verschlechtert sich Sarahs Schönhoffs Zustand dramatisch. Sie muss an eine Maschine angeschlossen werden, die die Atemfunktion der Lunge ersetzt. Es wird zu einer Frage von Tagen, ob Sarah Schönhoff durch eine Transplantation noch gerettet werden kann. 

Am 15. Dezember kommt der Anruf der Eurotransplant-Zentrale in Holland: Es gibt passende Organe. „Mein größter Wunsch war es, dass ich noch vor Weihnachten transplantiert werde“, sagt sie, „und vielleicht hat das ja doch jemand gehört“.

Sarah Schönhoff wird ins Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) gebracht, wo Herzen und Lungen transplantiert werden können. Eine kombinierte Transplantation von Lunge und Leber wurde in den vergangenen zehn Jahren bundesweit nur 14 Mal durchgeführt. Den Ärzten ist bewusst, dass die OP angesichts von Sarahs Zustand besonders riskant wird. Doch es ist die einzige Chance für die Patientin.

Sarah Schönhoff und DHZB-Chirurg PD. Dr. Christoph Knosalla, der ihr die Spenderlunge eingesetzt hat

Sarah Schönhoff und DHZB-Chirurg PD. Dr. Christoph Knosalla, der ihr die Spenderlunge eingesetzt hat

Am 16. Dezember um 4 Uhr morgens beginnt das OP-Team von DHZB-Oberarzt Dr. Christoph Knosalla mit dem Eingriff und ersetzt Sarah Schönhoffs zerstörte Lunge durch das Spenderorgan. Anschließend kommt Dr. Robert Öllinger vom Virchow-Klinikum mit seinen Kollegen in den DHZB-OP. Der leitende Oberarzt für Transplantationschirurgie setzt Sarah die neue Leber ein.

Insgesamt dauert die Operation 19 Stunden. Sie ist geglückt. Aber gerettet ist Sarah Schönhoff damit noch nicht: „Von der Arbeit des Teams auf der Intensivstation hängt für den Patienten ebenso viel ab vom Erfolg des Eingriffs selbst. Wir wussten, dass die ersten Tage und Wochen kritisch werden können“, sagt DHZB-Chirurg Christoph Knosalla.

Gemeinsam mit Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten und Psychologen macht sich Sarah Schönhoff nun auf den mühsamen Weg zurück ins Leben. Weil sie vor der Transplantation kaum noch atmen konnte, ist ihre Atemmuskulatur ebenso zurückgebildet wie die Muskeln ihrer Beine. Und sie muss lernen, der neuen Lunge zu vertrauen.

Immer wieder kommt es zu schweren Komplikationen.  Immer wieder muss Sarah Schönhoff zurück auf die Intensivstation. Und immer wieder gibt es Momente der Niedergeschlagenheit und der Enttäuschung. „Aber ans Aufgeben habe ich nie gedacht“, sagt Sarah, „weder vor noch nach der Transplantation“.

An den unbekannten Spender ihrer Lunge und ihrer Leber dagegen denkt Sarah oft. „Ich weiß nicht ob es ein Mann war oder eine Frau, ich weiß nicht, wo und wie dieser Mensch gelebt hat. Aber ich weiß, dass er mir seine Organe gespendet und mir damit das Leben gerettet hat.“

Nach 587 Tagen im Krankenhaus ist Sarah Schönhoff nun aus dem Deutschen Herzzentrum Berlin entlassen worden. Ihre Mutter hat sie abgeholt: mit Sarahs eigenem Seat Ibiza. „Autofahren, wieder selber kochen können, wieder im eigenen Bett schlafen, ich kann es noch kaum glauben“, sagt sie.

Sarah Schönhoff weiß: Die Transplantation hat sie nicht von ihrer angeborenen Erkrankung geheilt. Sie ist sich auch bewusst, dass es immer wieder Rückschläge geben kann. Doch dran will sie jetzt nicht denken. Sondern einfach nur ihr neues Leben genießen.

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25.10.2016

„Jederzeit wieder!“

Intensivpflegekräfte des DHZB halten Vorträge bei kinderherzmedizinischem Kongress in Schanghai

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Maren Grabicki und Michael Wappler im "Shanghai International Convention Center"

Mit leichtem Jet-Lag, aber starken Eindrücken sind DHZB-Kinderkrankenschwester Maren Grabicki und ihr Kollege Michael Wappler vom 6. Jahreskongress der asiatisch-pazifischen Gesellschaft für Kinderherzmedizin in Schanghai zurückgekehrt.

Nach einer Anfrage der Veranstalter für Vorträge aus dem Pflegebereich hatte die DHZB-Pflegedirektion den beiden Mitarbeitern aus der DHZB-Klinik für Angeborene Herzfehler die Reise zum asienweit größten Kongress für Kinderherzmedizin ermöglicht und sie dafür auch freigestellt.

„Für Ärztinnen und Ärzte ist die Teilnahme an Kongressen meist selbstverständlich“, sagt Nermin Cabrera Fugardo, stellvertretende Pflegedirektorin am DHZB, „wir wollen diese Möglichkeit nun zunehmend auch im Pflegebereich etablieren und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend unterstützen.“

Michael Wappler, Gesundheits- und Krankenpfleger mit Weiterbildung für pädiatrische Intensivpflege am DHZB, referierte über die neuen medizinischen, pflegerischen und sozialen Herausforderungen, die das – dank verbesserter Therapiemöglichkeiten – zunehmend höhere Lebensalter von Patienten mit schweren angeborenen Herzfehlern mit sich bringt.

Maren Grabicki, Kinderkrankenschwester mit Weiterbildung zur pädiatrische Intensivpflege beschrieb detailliert den pflegerischen Umgang von Kindern mit dem Kreislaufunterstützungssystem „Berlin Heart Excor Pediatric“. Das Deutsche Herzzentrum Berlin verfügt über die weltweit meiste Erfahrung mit diesem einzigen für Kleinkinder zugelassenen Kunstherz-System.

„Unsere jeweils etwa 300 Zuhörer hatten großes Interesse und viele Nachfragen“ berichtet Michael Wappler, „auch für uns selbst war der Kongress mit Teilnehmern aus 23 Nationen fachlich wie auch menschlich eine wirklich bereichernde Erfahrung".

Im Xinhua-Uniklinikum

Im "Xinhua"-Uniklinikum

Dafür sorgte auch der Besuch der kinderherzchirurgischen Intensivstation der „Xinhua“-Uniklinik in Schanghai, die den Kongress ausgerichtet hat. „Wir wurden dort mit großer Herzlichkeit empfangen, es gab sehr viel Zeit und dank einer tollen Dolmetscherin auch problemlose Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch“, so Michael Wappler, „wir nehmen viel neues Wissen, persönliche Eindrücke und Kontakte unserer Kolleginnen und Kollegen mit nach Hause“.

Das Fazit Michael Wapplers nach seiner ersten China-Reise in aller Kürze: „Tolle Betreuung, sehr erfüllte Tage und: Jederzeit wieder!“

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31.10.2016

Vom Fachvortrag bis zum Mini-Spielfilm

DHZB wieder erfolgreich am Berliner Pflegekongress beteiligt

Der Infostand des DHZB im Roten Rathaus und das Praxisanleiter-Team

Der Infostand des DHZB im Roten Rathaus und das Praxisanleiter-Team

Wie schon in den Vorjahren hat sich das Deutsche Herzzentrum als Kooperationspartner am 6. Berliner Pflegekongress mit Informationsstand und Vorträgen beteiligt.

Neben den Referaten der Fachkräfte setzten sich die Schülerinnen und Schüler des 23. Kurses der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am DHZB in einem selbst produzierten Video szenisch mit der Herausforderung auseinander, im oft hektischen Pflegealltag die Achtsamkeit im Umgang mit den Patienten und auch untereinander nicht zu verlieren. Und dafür gab's sogar einen kleinen Preis. 

Der herzliche Dank der Pflegedirektion gilt allen, die zur aktiven Beteiligung und gelungenen Darstellung der DHZB-Pflege beigetragen haben, ob bei der Einrichtung und Betreuung des DHZB-Stands oder bei der Vorbereitung und Durchführung der Vorträge.

Preisgekrönt: Der 23. Kurs der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am DHZB

Preisgekrönt: Der 23. Kurs der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am DHZB

„Gerade in Berlin mit einer sich deutlich verändernden Bevölkerungsstruktur und den damit verbundenen Herausforderungen müssen wir das Berufsbild der Pflege nachhaltig stärken und für den Nachwuchs attraktiver machen“, sagt die stellvertretende DHZB-Pflegedirektorin Nermin Cabrera Fugardo, „der Berliner Pflegekongress als Forum für praktische Erfahrungen, Ideen und Diskussion ist dabei alljährlich ein wichtiger Beitrag“. 

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08.11.2016

„Herz unter Stress“ - Patientenseminar am 26.November

Bluthochdruck, Diabetes, hohes Cholesterin: Wie schützt man sich vor „stillen Killern“ für Herz und Gefäßsystem?

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Bluthochdruck, Diabetes und hohe Cholesterinspiegel können unerkannt und unbehandelt dramatische Folgen haben: Herzinfarkt, Schlaganfall oder plötzlicher Herztod. Wie groß ist mein Risiko? Was kann, was muss ich beachten? Und wie ist der aktuelle Stand der Medizin? 

Antworten zu diesen und weiteren Fragen zu Risiken und aktuellen Möglichkeiten der Diagnose, Therapie und Risikovorsorge gibt es bei einem kostenlosen Informationsseminar, das die kardiologischen Kliniken der Charité / Campus Virchow- Klinikum und des Deutschen Herzzentrums Berlin gemeinsam anbieten. 

Die Veranstaltung wird vom Direktor der beiden Kliniken, Prof. Dr. Burkert Pieske geleitet. Prof. Pieske, sein Stellvertreter Prof. Dr. Wilhelm Haverkamp und DHZB Oberarzt PD Dr. Daniel Messroghli werden darüber hinaus über Diagnostik und Therapie von Herzmuskelschwäche und Herzrhythmusstörungen sprechen und den Gästen für alle Fragen gerne zur Verfügung stehen. 

Die Veranstaltung findet im Rahmen der von der Deutschen Herzstiftung e.V. alljährlich initiierten „Herzwochen“ statt:  Bundesweit werden im November über 1000 Informationsveranstaltungen angeboten. Dieses Jahr stehen die Herzwochen unter dem Motto „Herz unter Stress“; Schwerpunkt der Informationskampagne sind Risikofaktoren für Herz-Kreislaufkrankheiten. 

Programm-Flyer...

Datum: Samstag, 26.11.2016, 9:00-11:00 Uhr 

Charite-Universitätsmedizin Berlin
Campus Virchow Klinikum, Mittelallee 10/11, Hörsaal 6. 

Bitte beachten Sie: Die Veranstaltung war ursprünglich im „Weißen Saal“ des Deutschen Herzzentrums angekündigt. Der Ort musste leider kurzfristig verlegt werden.

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07.11.2016

Voller Erfolg für Doppel-Premiere

Kunstherz-Experten aus Europa und den USA beim "Gipfeltreffen" für Kunstherz-Medizin

Die Gastgeber aus dem DHZB (v.l.): Prof. Volkmar Falk (Ärztlicher Direktor), Oberarzt PD Dr. Evgenij Potapov, VAD-Koordinator Friedrich Kaufmann und Oberarzt Prof. Thomas Krabatsch

Die Gastgeber aus dem DHZB (v.l.): Prof. Volkmar Falk (Ärztlicher Direktor), Oberarzt PD Dr. Evgenij Potapov, VAD-Koordinator Friedrich Kaufmann und Oberarzt Prof. Thomas Krabatsch

Führende Experten aus Europa und den USA auf dem Gebiet der mechanischen Kreislaufunterstützung sind Ende vergangener Woche in Berlin zusammengekommen, um Erfahrungen, Fortschritte und Herausforderungen auf dem Gebiet der mechanischen Kreislaufunterstützung auszutauschen und zu diskutieren. 

Systeme zur mechanischen Kreislaufunterstützung werden oft als „Kunstherzen“ bezeichnet. Sie unterstützen oder übernehmen bei unheilbar herzkranken Patienten die Pumpfunktion des Herzmuskels. Mehr darüber erfahren Sie hier. 

Bereits ab 1995 wurde vom Deutschen Herzzentrum Berlin alle zwei Jahre ein „Mechanical Circulatory Support (MCS) – Kongress zum internationalen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der mechanischen Kreislaufunterstützung ausgerichtet.  

2014 wurde das erfolgreiche Symposium mit dem „European Mechanical Circulatory Support Summit (EUMS)“ vereint, der bislang vom Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen und der Pariser Universitätsklinik „La Pitié Salpêtrière“ ausgerichtet wurde. 

Der 11. EUMS wurde erstmalig in Berlin und unter Schirmherrschaft der Europäischen Fachgesellschaft für Herz-Thoraxchirurgie EACTS abgehalten. Die doppelte Premiere war ein voller Erfolg: Rund 450 Teilnehmer hatten sich angemeldet, um die Vorträge der hochkarätigen Experten aus Europa und den USA verfolgen und diskutieren zu können. 

„Unser herzlicher Dank gilt allen, die zum Erfolg des ersten „European Mechanical Support Summit“  hier in Berlin beigetragen haben“, sagt Prof. Dr. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums Berlin, „die Zusammenarbeit der EACTS mit den Teams aus Paris, Bad Qeynhausen und Berlin hat sich mit diesem Symposium mehr als bewährt“. 

Einen ausführlichen Bericht für Ärzte über den Kongress finden Sie hier.  

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11.11.2016

Bestätigte Kompetenz

DHZB-Klinik für Angeborene Herzfehler-Kinderkardiologie erneut als überregionales Zentrum zur Behandlung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) zertifiziert

Nur ein kleiner Teil des Teams der DHZB-Klinik für Angeborene Herzfehler-Kinderkardiologie: Die Oberärzte Dr. Oliver Miera, Dr. Stephan Schubert, Dr. Katharina Schmitt und Klinikdirektor Prof. Felix…

Nur ein kleiner Teil des Teams der DHZB-Klinik für Angeborene Herzfehler-Kinderkardiologie: Die Oberärzte Dr. Oliver Miera, Dr. Stephan Schubert, Dr. Katharina Schmitt und Klinikdirektor Prof. Felix Berger

Dank intensiver Forschung und technischer Fortschritte hat sich die Diagnostik und Therapie auch schwerer angeborener Herzfehler in den letzten Jahrzehnten erheblich verbessert. Heute erreichen über 90 Prozent der Patienten das Erwachsenenalter. 

Viele von Ihnen benötigen allerdings lebenslang eine hochspezialisierte Versorgung, die Erfahrung, kontinuierliche Forschung und entsprechende Kenntnis der aktuell besten Behandlungsmöglichkeiten voraussetzt. 

Ob diese Bedingungen erfüllt sind, kann seit 2011 auf Antrag von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) geprüft und im Erfolgsfall zertifiziert werden. 

Dabei werden unter anderem Leistungszahlen, Behandlungsabläufe, personelle Ressourcen und räumliche Gegebenheiten, aber auch Fortbildung und Forschung äußerst detailliert abgefragt und begutachtet.

Die Abteilung für Angeborene Herzfehler/Kinderkardiologie am Deutschen Herzzentrum Berlin war 2011 eine der ersten Kliniken, die von der DGK und DGPK als „überregionales EMAH-Zentrum für die Behandlung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern“ zertifiziert wurde. 

Nach erneuter kritischer Prüfung wurde dieses „EMAH-Zertifikat“ nun bis 2021erneuert. 

„Die Auszeichnung durch das erneuerte EMAH-Zertifikat ist die Bestätigung einer Leistung, die nur in fachübergreifender Zusammenarbeit erbracht werden kann“, so Klinikdirektor Prof. Felix Berger, „von Ärztinnen und Ärzten, den Pflegekräften, Psychologen und Sozialarbeitern. Und sie ist zugleich Ansporn für uns alle, auch weiterhin jeden Patienten mit angeborenem Herzfehler bestmöglich zu begleiten – ein Leben lang“.

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18.11.2016

Mit ganzem Herzen Journalist

Vor einem Jahr wurde dem heute 80jährigen Dieter Kronzucker am DHZB eine neue Aortenklappe implantiert.

Prof.Falk/Dieter_Kronzucker

Er war gerade in Prag, am nächsten Tag muss er weiter nach Bilbao, zwischendurch ist er für einige Tage in Berlin und kommentiert in diversen TV-Sendungen den Wahlausgang in den USA – nach dem typischen Alltag eines 80jährigen hört sich das nicht gerade an. Und wie ein 80jähriger wirkt Dieter Kronzucker auch wahrhaftig nicht, als er dem DHZB einen kurzen Besuch abstattet, wo ihm Prof. Volkmar Falk und sein Team vor einem Jahr eine neue Herzklappe eingesetzt haben. 

„In meinem Alter wird man entweder als 'Zeitzeuge' oder als 'lebende Legende' angekündigt“, meint Kronzucker lachend – doch diese Bezeichnungen sind ebenso klischeehaft wie zutreffend:  Dieter Kronzucker war als Reporter im Vietnamkrieg, er war Korrespondent in Spanien, Portugal, Asien, Afrika, Nord- und Lateinamerika, er hat den „Weltspiegel“ moderiert und das „Heute Journal“ gegründet. 

Außerdem war Kronzucker Professor für Fernsehjournalismus und Dokumentation an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film und lehrt seit 2008 Kommunikationsmanagement an der privaten SRH Hochschule Berlin. „Ich unterrichte hier im Sommersemester“, sagt Kronzucker, „da komme ich oft zum Tennisspielen beim TC Blau-Weiß im Grunewald, wo ich seit vielen Jahren Mitglied bin“. 

Reporter, Moderator, Buchautor, Hochschuldozent: Bei seiner bis ins hohe Alter unermüdlichen Arbeit hat Dieter Kronzucker nie Herzbeschwerden. Dennoch diagnostiziert sein Kardiologe im Herbst vergangenen Jahres eine schwerwiegende Verengung der Aortenklappe im Herzen. Die Klappe muss ersetzt werden, bevor es zu ernsthaften Problemen kommt. 

Kronzucker entscheidet sich für die Operation am Deutschen Herzzentrum Berlin. Am 17. November 2015 wendet der Ärztliche Direktor Prof. Volkmar Falk bei seinem Patienten das sogenannte TAVI-Verfahren an: Dabei wird eine Ersatzklappe aus tierischem Gewebe über einen Katheter durch die Blutgefäße von der Leiste bis ins Herz vorgeschoben und anstelle der erkrankten Klappe aufgespannt. 

Der Eingriff gelingt problemlos, Kronzucker erholt sich schnell. Medizinisch wie menschlich fühlt er sich am DHZB gut aufgehoben: „Professor Falks Kompetenz steht außer Frage. Und ich bin stets äußerst zuvorkommend, aber nie aufdringlich behandelt worden“ sagt er, „eine Kombination, die ich sehr schätze“.

Seit der Operation am DHZB ist der prominente Journalist beschwerdefrei, er spielt wieder regelmäßig Tennis und freut sich auf den Winter, wo er von seinem Hauptwohnsitz im bayrischen Tegernsee aus wieder Skifahren wird - „denn nach der OP habe ich doch mal einen Winter ausgesetzt“.

Kronzucker denkt zwar darüber nach, seine regelmäßige Lehrtätigkeit bald aufzugeben. Doch dafür hat er schon wieder ein neues Buch im Kopf: „Das kann ich schreiben wo und wann ich will, unabhängig von Vorlesungsplänen“. Und wer Dieter Kronzucker kennen gelernt hat, dürfte keine Zweifel haben: Dieses Projekt war nicht sein letztes.

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24.11.2016

Auf höchstem Niveau und von ganzem Herzen

Unser neues Video über die Pflege am DHZB

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Rund 500 Pflegekräfte sind am Deutschen Herzzentrum Berlin tätig. Sie alle müssen jeden Tag ihr Bestes geben, ob im OP, der Intensiv- und Anästhesiepflege, den Ambulanzen oder den Pflegestationen.
In unserem neuen Video sprechen einige von Ihnen offen darüber, was der Beruf für sie bedeutet. Und warum Pflege am DHZB trotz – oder gerade wegen - der großen Herausforderungen ein Traumjob sein kann.

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25.11.2016

„Geschützte Zeit“ für bessere Forschung

DHZB-Herzchirurg wird ins „Clinical Scientist“ Programm der Charité aufgenommen.

Dr. med. Alexander Meyer

Dr. med. Alexander Meyer

Dr. Alexander Meyer, Arzt in Ausbildung zum Herzchirurgen an der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Deutschen Herzzentrum Berlin, wurde jetzt in das „Clinical Scientist Program“ am Berlin Institute for Health (BiH) der Charité aufgenommen. 

Das Förderprogramm ermöglicht Ärztinnen und Ärzten eine strukturierte Facharztweiterbildung mit genug „geschützter Zeit“ für klinische und grundlagenorientierte Forschung. Dabei geht es vor allem um Translation, also die Umsetzung von Ergebnissen der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung.  

Angehende Fachärzte sind angesichts enger Klinikbudgets meist vollständig in die klinische Praxis eingebunden und müssen ihre Forschungsarbeit in der Freizeit erledigen.  Diese „Feierabendforschung“ führt oft zu einer erheblichen Doppelbelastung, so dass einige junge Mediziner entweder ihre klinische Forschung abbrechen oder sogar  Deutschland verlassen. So kommen Ergebnisse aus der Grundlagenforschung erst spät oder gar nicht beim Patienten an. 

Wer als „Clinical Scientist“ beim BiH der Charité aufgenommen wird, kann von der Klinik für die Forschungsarbeit freigestellt werden, da der entsprechende Teil seines Gehalts durch das Förderprogramm übernommen wird. 

Darüber hinaus absolvieren die Teilnehmer ein fachübergreifendes Curriculum und werden so optimal auf eine Karriere als klinische Forscher vorbereitet. Am Ende des Programms steht die abgeschlossene Facharztausbildung und im Idealfall auch die Habilitation. 

Ingesamt werden durch das 2011 gestartete Programm bereits über 100 Ärztinnen und Ärzte gefördert. 

Dr. Alexander Meyer hat vor seiner Laufbahn als Mediziner bereits eine Ausbildung zum Informatiker abgeschlossen. Entsprechend bewegt sich auch seine Forschungsarbeit im EDV-Bereich: „Auf großen Intensivstationen wie im DHZB werden von einer Vielzahl von Messinstrumenten, aber auch vom Labor umfangreiche Datenmengen generiert“, so Meyer, „oft aber liegen diese Daten in unterschiedlichen Formaten vor und sind nicht miteinander kompatibel“. 

Ziel seiner Arbeit sei nun zunächst, diese Daten mit einer zentralen Software zu sammeln, zu vereinheitlichen und zu vernetzen. Im nächsten Schritt will Meyer Algorithmen entwickeln, die alle diese Daten „intelligent“ und lernend in Bezug zu einander setzen können. 

Diese künstliche Intelligenz soll letztendlich das Risiko bedeutender Komplikationen in der herzchirurgischen Intensivmedizin für jeden Patienten genau und kontinuierlich bewerten und den behandelnden Ärzten entsprechende Handlungsempfehlungen geben. 

„Wir wollen eine ärztliche Entscheidung damit gewiss nicht ersetzen, können Sie aber erleichtern“, sagt Meyer, „denn künstliche Intelligenz kann subtile Muster in den kontinuierlich eingehenden Daten häufig viel früher erkennen als der Mensch“. 

Ermutigt und unterstützt von seinen beiden Mentoren, Prof. Volkmar Falk (Ärztlicher Direktor des DHZB) und Prof. Titus Kühne (DHZB-Klinik für Angeborene Herzfehler/Kinderkardiologie), hat Meyer wochenlang an seinem Antrag gefeilt und musste sich nach dessen erfolgreicher Bewertung noch einem kritischen Kolloquium stellen. 

Die Mühe hat sich gelohnt: Mit dem Beginn des neuen Jahres kann sich Alexander Meyer als „Clinical Scientist“ nun sowohl seiner klinischen Ausbildung als auch der Forschungsarbeit mit ganzer Kraft widmen. Und seinen Feierabend dennoch mit der Familie statt mit „Big Data“ verbringen.  

Weitere Informationen zum „Clinical Scientist Program“ am Berlin Institute for Health der Charité finden Sie hier. 

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27.11.2016

Europaweit einzigartig

4. DHZB-Masterstudiengang „Medical Psychology“ erfolgreich beendet

Akademisch gekrönte Häupter: Die Absolventinnen und Absolventen des 4. Studiengangs

Akademisch gekrönte Häupter: Die Absolventinnen und Absolventen des 4. Studiengangs

Zum vierten Mal wurde ein Masterstudiengang Psychologie mit der Vertiefungsrichtung „Klinische Psychologie und deren Anwendung in der Krankenversorgung“ erfolgreich beendet. Der Studiengang ist eine Kooperation von Steinbeis-Hochschule Berlin und Deutschem Herzzentrum Berlin (DHZB). Er verbindet intensiv betreute praktische Klinik-Erfahrung am DHZB mit der Vermittlung theoretischen Wissens an der Steinbeis-Hochschule und gilt als europaweit einmalig.

Der habilitierte Psychosomatiker und Diplom-Psychologe Prof. Dr. Wolfgang Albert leitet seit dem Bestehen des DHZB die psychosomatische Abteilung. „Eingriffe wie beispielsweise die chirurgische Behandlung angeborener Herzfehler, Transplantationen oder die Implantation mechanischer Kreislaufpumpen bedeuten für Patienten und ihre Angehörigen eine oft schwere seelische Belastung, die im Sinne einer ganzheitlichen Medizin professionell begleitet werden sollte“, beschreibt Prof. Albert die Aufgabe seiner Abteilung. 

Der Mangel an Psychologen mit bereits im Studium vermittelter Klinik-Erfahrung führten 2011 zur Einrichtung des Studiengangs „Medical Psychology“ an der staatlich anerkannten Steinbeis-Hochschule Berlin in Zusammenarbeit mit dem DHZB.

Das zweijährige Programm zeichnet sich durch eine enge Verknüpfung von psychologischen und medizinischen Inhalten aus: Studierende erlangen im Rahmen ihrer theoretischen Ausbildung vertiefte Kenntnisse im Bereich der klinischen Psychologie und erwerben medizinisches Grundlagenwissen. Darüber hinaus werden Fachkenntnisse über psychologische Aspekte bei körperlichen Erkrankungen gelehrt. So werden die Studierenden zu Spezialisten auf medizinnahen Arbeitsfeldern ausgebildet.

Die mutige Initiative war erfolgreich, bis heute wurden nahezu alle Absolventen sofort nach Abschluss eingestellt. Wie vielfältig die Einsatzbereiche sind, zeigen die zukünftigen Aufgaben der Absolventinnen und Absolventen des jüngsten Studiengangs: In einer Reha-Klinik, in der Neuro-Geriatrie, in der Forensik, als Stationspsychologin in der Orthopädie oder als Psychologin im betreuten Wohnen. 

Alle Informationen zum Studium, den Voraussetzungen und zur Bewerbung finden Sie hier.

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09.12.2016

DHZB-Website als beste Klinik-Website Deutschlands ausgezeichnet

Online-Auftritt des DHZB gewinnt Wettbewerb von mehr als 300 Kliniken

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Das Deutsche Herzzentrum Berlin hat den Wettbewerb „Deutschlands beste Klinik-Website 2016“ gewonnen. Er fand zum 14. Mal statt und gilt als größter und renommiertester Wettbewerb dieser Art. Über 300 Kliniken hatten dieses Jahr teilgenommen. 

„Deutschlands beste Klinik-Website“ ist ein wissenschaftliches Projekt, das sich mit der Analyse und Bewertung von medizinischen Webseiten befasst. Es wird von dem Arzt und Betriebswirtschaftler Prof. Dr. Dr. Frank Elste geleitet und von Novartis Pharma unterstützt. 

Die teilnehmenden Webseiten werden nach den „MiM (Marketing in der Medizin) - Kriterien“ von einer Arbeitsgruppe der Heidelberger Universität in einem zweistufigen Juryverfahren geprüft. Bewertet werden sämtliche relevanten Kriterien wie Benutzerfreundlichkeit und Verständlichkeit, Informationsqualität, Design oder die Integration von Social Web-Funktionen. 

Die DHZB-Website wurde nach monatelanger Vorarbeit im Sommer dieses Jahres in komplett überarbeiteter Form online gestellt.

„Wir freuen uns sehr über diese Bestätigung unserer Bemühungen, die DHZB-Website für Patienten, Angehörige, Ärzte und die Medien gleichermaßen informativ und ansprechend zu gestalten“, sagt Prof. Dr. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des DHZB: „Die Auszeichnung ist zugleich ein großer Ansporn für das gesamte Team, unseren Online-Auftritt kontinuierlich zu verbessern.“

  

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12.12.2016

„Einfach wieder frei sein“

Als Tobias Schulze (34) im Oktober für einen TV-Beitrag gefilmt wurde, stand er seit 5 Monaten auf der Warteliste für eine Doppeltransplantation von Herz und Lunge. Kurz danach wurde der Eingriff durchgeführt. Jetzt wurde Tobias aus dem DHZB entlassen.

Tobias Schulze und PD Dr. Christoph Knosalla

Tobias Schulze und PD Dr. Christoph Knosalla

Tobias Schulze kommt 1982 mit einem schweren angeborenen Herzfehler zur Welt, eine chirurgische Behandlung ist nicht möglich. Er wächst in Cunewalde bei Bautzen in Sachsen auf. Seine Kindheit und Jugend verlaufen noch weitgehend normal, er macht eine Ausbildung zum Informatik-Kaufmann und beginnt zu arbeiten. Doch 2009 muss er berentet werden, sein Herz ist zu schwach. Und auch seine Lunge ist durch den Rückstau des Bluts inzwischen unheilbar geschädigt. 

Einige Jahre lebt Tobias Schulze mit der Hilfe von kreislaufstärkenden Medikamenten noch weiter. Doch Anfang März wird er als Notfall ins Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) eingeliefert; Ende Mai kommt er auf die Warteliste für eine Herz-Lungentransplantation. Nun beginnt das quälende Warten im Krankenhaus, im Bewusstsein, das jede Minute der ersehnte Anruf kommen könnte, dass es aber auch noch Monate dauern kann.  

Im DHZB lernt Tobias den 17jährigen „Ogi“ kennen, der ebenfalls auf eine Doppeltransplantation wartet. „Stern TV“ dreht einen TV-Beitrag über diese ungewöhnliche Freundschaft. Am Abend des 25. Oktober, noch vor der Ausstrahlung des Beitrags, kommt eine Krankenschwester in Tobias' Zimmer: „Eurotransplant“ die zentrale Koordination für Organspenden in acht europäischen Ländern, hat ein passendes Organ gemeldet. 

„Gefühlschaos“ - mit diesem einem Wort fasst Tobias Schulze seinen Zustand in diesem Moment zusammen. „Angst hatte ich aber keine mehr. Mir war klar, dass ich mich ab jetzt völlig den Ärzten anvertrauen muss. Und dass es gut gehen wird“. 

Ein spezialisierter Herzchirurg des DHZB prüft am Entnahmeort die Organe, gibt telefonisch grünes Licht und macht sich auf den Rückweg nach Berlin. Um 2 Uhr morgens wird Tobias in den OP gebracht. „Ich habe mich an der Schleuse von meinen Eltern verabschiedet, das Team der Anästhesie hat sich vorgestellt. Und dann weiß ich nichts mehr.“ 

In einer zehnstündigen Operation setzen DHZB-Oberarzt Dr. Christoph Knosalla und sein Team ihrem Patienten die Spenderorgane ein. Der Eingriff verläuft ohne Komplikationen, etwa eine Woche später ist Tobias wieder vollständig bei Bewusstsein und beginnt seinen Weg zurück ins Leben. Weil seine Muskeln völlig verkümmert sind, muss er langsam wieder gehen lernen, doch mit Hilfe des Teams aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten geht es täglich bergauf. 

Nach etwa einem Monat wird Tobias Schulze von der Intensiv- auf die Normalstation verlegt.  Und schließlich geben die Ärzte grünes Licht für die Entlassung aus dem DHZB in die Reha-Klinik. 

 „Wenn es gut läuft, bin ich vielleicht noch in diesem Jahr wieder zu Hause“, hofft er. 

Gerade 200 Meter schaffte Tobias Schulze vor der Transplantation noch zu Fuß. Inzwischen sind es viereinhalb Kilometer. 

Auch wenn er nie etwas über den Spender seiner Organe erfahren darf, denkt er oft in großer Dankbarkeit an den Verstorbenen und seine Familie. Pläne für seine Zukunft hat Tobias noch keine:  „Einfach wieder frei sein“ - das reiche ihm für den Anfang völlig, sagt er. Ein erstes Ziel hat er sich aber schon gesetzt: „Ich will mit meinem sechsjährigen Neffen Maximilian beim Rennen mithalten können“, sagt Tobias, „und der ist für sein Alter ganz schön schnell“!

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22.12.2016

Geschenk noch vor Weihnachten

PSD Bank spendet für DHZB-Kinderkardiologie

Klinikdirektor Prof. Felix Berger (2.v.l.) und die Oberärzte Dr. Katharina Schmitt, Dr. Björn Peters und Dr. Oliver Miera

Klinikdirektor Prof. Felix Berger (2.v.l.) und die Oberärzte Dr. Katharina Schmitt, Dr. Björn Peters und Dr. Oliver Miera

Die Klinik für Angeborene Herzfehler/Kinderkardiologie am DHZB dankt für ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: Die PSD Bank Berlin-Brandenburg hat dem Team von Klinikdirektor Prof. Felix Berger 5.000 Euro für Forschungsarbeiten gespendet.  Die Klinik gehört nun zu den „PSD-Zukunftspartnern“, die von der Bank im Rahmen ihres gesellschaftlichen Engagements kontinuierlich gefördert werden. Bereits im Juli hatte die PSD Bank die DHZB-Kinderkardiologie im Rahmen der der dritten „PSD-Herzfahrt“ mit 35.000 Euro unterstützt. 

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23.12.2016

Weihnachtsmann auf der Kinderstation

Geschenke für herzkranke Kinder am DHZB

Gruppenbild mit Weihnachtsmann und junger Patientin: Prof. Felix Berger, Direktor der DHZB-Kinderkardiologie, Ulla Kock am Brink, Botschafterin der Herzfreunde, Prof. Peter Fissenewert, Präsident der…

Gruppenbild mit Weihnachtsmann und junger Patientin: Prof. Felix Berger, Direktor der DHZB-Kinderkardiologie, Ulla Kock am Brink, Botschafterin der Herzfreunde, Prof. Peter Fissenewert, Präsident der Herzfreunde und Hotelmanager Jürgen Gangl

Weihnachten ist das Fest der Familie. Um so trauriger ist es, wenn Familien an diesen besonderen Tagen nicht zusammen feiern können. Das gilt vor allem dann, wenn die Kleinsten über die Feiertage im Krankenhaus bleiben müssen. 

Einen Tag vor Heiligabend kam deshalb der Weihnachtsmann zu Besuch auf die Kinderstation des Deutschen Herzzentrums Berlin  (DHZB) und verteilte an die kleinen Patienten viele Geschenke. Kuscheltiere, Legosteine, Puppenhäuser, Kinder-Reisekoffer und MP3-Player sorgten für leuchtende Augen.

Die Aktion war eine Idee Gesellschaft der Freunde des Deutschen Herzzentrums Berlin e.V., des Hotel Park Inn am Berliner Alexanderplatz und der Berliner Sportvereine Alba Berlin, Füchse Berlin, Berlin Recycling Volleys, 1. FC Union Berlin und Hertha BSC.

In der Lobby des Park Inn-Hotels am Berliner Alexanderplatz wurde Anfang Dezember ein Weihnachtsbaum mit den Geschenkwünschen der Kinder aufgestellt. Berlins führende Sportmannschaften stellten zudem Tickets für ihre Vereinsspiele zur Verfügung. Gäste und Besucher des Hotels konnten die Tickets und Gutscheine für den Erwerb der Geschenke im Hotel kaufen. Mit den Geldern wurden dann die Geschenke erworben.

Der Weihnachtsbaum im Berliner Park-Inn Hotel

Der Weihnachtsbaum im Berliner Park-Inn Hotel

„Es ist uns ein besonderes Anliegen, einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, Sorgen, Kummer und Leid in Freude und Leben zu verwandeln", sagte Jürgen Gangl, General Manager Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz, "dafür engagieren wir uns von ganzem Herzen.“

"Menschliche Wärme und Anteilnahme gehören zu den Grundprinzipien der Herzfreunde. Wir danken allen privaten Spendern und unserem langjährigen Partner, dem Park Inn Hotel Berlin Alexanderplatz, für die gute Zusammenarbeit und Großzügigkeit.“, sagte Prof. Dr. Peter Fissenewert, der Präsident der Gesellschaft der Freunde des DHZB e.V., zum Abschluss der Veranstaltung. 

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05.01.2017

"Wir wollen Mut machen"

Die Überlebenschancen von Säugling Julian waren zeitweise minimal. Doch seine Eltern und die Mediziner gaben den Kampf um sein Leben nie auf. Jetzt ist Julian wieder zuhause.

Erfolgreiche Teamarbeit (v.l.): Kinderherzchirurg Dr. Michele Musci, Dr. Katharina Schmitt (Leitung Kinderstation H4) Prof. Joachim Photiadis, Chefarzt Kinderherzchirurgie, Familie Lippert, Dr.…

Erfolgreiche Teamarbeit (v.l.): Kinderherzchirurg Dr. Michele Musci, Dr. Katharina Schmitt (Leitung Kinderstation H4) Prof. Joachim Photiadis, Chefarzt Kinderherzchirurgie, Familie Lippert, Dr. Oliver Miera (Leitung Kinderintensivstation) und Prof. Felix Berger, Chefarzt Kinderkardiologie

Als Julian am 19. Juni 2015 zur Welt kommt, freuen sich seine Eltern Carolin und Thomas Lippert noch über die „Punktlandung“: Julian wird auf den Tag genau am Ende der 40 Schwangerschaftswoche geboren. Er scheint völlig gesund zu sein, das ebenso anstrengende wie glückliche Leben einer jungen Familie kann beginnen. 


Doch zwei Monate später wird Julian plötzlich lethargisch und trinkt kaum noch. Der Kinderarzt beruhigt die Eltern, das könne vorkommen und gebe sich wieder. Doch Julians Zustand verschlechtert sich weiter. Jetzt überweist der Kinderarzt Julian ins Krankenhaus. Auch hier sind die Ärzte zunächst ratlos. „Eine Ultraschall-Untersuchung hat dann gezeigt, dass mit Julians Herz etwas nicht stimmt“, erinnert sich Carolin Lippert, „aber genaueres konnte uns niemand sagen“. Julian wird ins Virchow-Klinikum der Charité verlegt, wo die Eltern endlich Klarheit bekommen: Julian leidet an einem ebenso seltenen wie bedrohlichen angeborenen Herzfehler.


Vereinfacht gesagt, pumpt sein Herz wegen fehlentwickelter Gefäße einen Teil des sauerstoffreichen Blutes statt in den Körper zurück in die Lunge. Zwei Monate lang konnte der Organismus diese Fehlentwicklung offenbar verkraften.

Doch jetzt geht alles sehr schnell. Schon in der 1. Nacht bricht Julians Kreislauf zusammen. Er muss wiederbelebt werden und wird noch am gleichen Tag in den OP des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB) gebracht. In einer fünfeinhalbstündigen Notoperation gelingt es dem Leiter der DHZB-Kinderherzchirurgie, Prof. Joachim Photiadis und seinem Team, die Fehlbildungen in Julians Herzen zu korrigieren. Doch der Zustand bleibt kritisch: Julians Lunge arbeitet nicht mehr, er muss an eine Maschine angeschlossen werden, die die Atemfunktion übernimmt. 


Wie für viele andere Eltern von Kindern mit schweren angeborenen Herzfehlern beginnt für Carolin und Thomas Lippert nun ein Leben, auf das sie niemand vorbereitet hat. Die Arbeit, der Haushalt, kurz- wie langfristige Planungen: Nichts ist mehr wie noch wenige Tage zuvor. „Man lebt von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde“, sagt Carolin Lippert. 


Tagsüber weichen die Eltern ihrem Kind nicht mehr von der Seite. Sie lesen Julian Märchen vor und singen für ihn, sie streicheln ihn und sagen ihm immer wieder, wie sehr sie ihn lieben. 


Nachts müssen sie die Intensivstation verlassen, doch alle paar Stunden rufen sie im DHZB an und erkundigen sich. „Ich war für die Ärzte und Pflegekräfte sicher sehr anstrengend“, gibt Carolin Lippert heute zu, „aber das hat mich nie jemand spüren lassen“. 


Doch die Eltern lernen auch, den Medizinern zu vertrauen. „Wir haben eine pauschale Einwilligung für alle notwendigen Schritte erteilt“, sagt Thomas Lippert, „die Aufklärung für jede einzelne Maßnahme macht dich irgendwann verrückt“.


Denn immer wieder kommt es in den nächsten Wochen zu lebensbedrohlichen Komplikationen. Immer wieder muss Julian operiert werden. Seine Überlebenschance sei ihnen zeitweise mit unter fünf Prozent beziffert worden, erzählen die Eltern.


Mehr als fünf Wochen dauert der Kampf um Julians Leben. Für die Eltern gibt es in dieser Zeit kleine Etappensiege: Der Tag, an dem die „künstliche Lunge“ wieder entfernt werden kann, der Moment, als sie ihr Baby trotz Kabel und Schläuche wieder in den Arm nehmen dürfen. Und die Verlegung auf die kinderkardiologische Normalstation im Virchow-Klinikum, wo die Eltern nun endlich auch bei Julian schlafen können. 

Das Ende der intensivmedizinischen Phase bedeutet für den Patienten und seine Eltern noch einmal eine extrem harte Zeit: Denn Julians Organismus muss den Entzug der vielen Medikamente verkraften, die ihm über so lange Zeit seine Schmerzen genommen haben. 


Am 1. Dezember 2015 wird Julian in die Reha-Klinik verlegt. Hier beginnt Familie Lippert ihr Leben noch einmal von vorn: "Dreimal täglich intensive Therapiearbeit mit den Fachleuten, 24-Stunden-Betreuung, nachts alle 2-3 Stunden aufstehen und Julian sondieren und ihn umlagern. Julian war nie alleine. Es war immer mindestens einer von uns bei ihm."


Nach 137 Tagen in der Reha wird Julian nach Hause entlassen. Seine Eltern sind sich bewusst, dass er in seiner Entwicklung um Monate zurückliegt, dass seine Sehfähigkeit durch den Sauerstoffmangel gelitten hat, dass seine Lungen noch immer schwach sind. Aber sie sehen auch, welche Fortschritte er gemacht hat, wie lebendig er ist, wie er lacht und schreit, wie er trinkt, krabbelt und sich mit jedem Tag ein Stückchen weiter zurück kämpft ins Leben. 


Julians Eltern haben dem Deutschen Herzzentrum Berlin einen hohen Geldbetrag gespendet. Er kommt einem Forschungsprojekt zugute, mit dem Dr. Katharina Schmitt, Oberärztin der Klinik für Angeborene Herzfehler und ihr Team besser verstehen lernen wollen, welche Faktoren die Entwicklung von Kindern mit angeborenen Herzfehlern beeinflussen. Damit wollen die Mediziner die Grundlage zur Entwicklung noch besserer medizinischer und entwicklungspsychologischer Therapien schaffen.


„Wir spenden das Geld und wir machen unsere Geschichte öffentlich, weil wir anderen Eltern Mut machen wollen, sagt Thomas Lippert, „weil wir zeigen wollen, dass Wunder geschehen können, wenn nur alle gemeinsam daran glauben: Der Patient, die Eltern, Freunde, Familie, Ärzte und Pflegepersonal. Es ist eine Gemeinschaftsleistung. Nur so geht es. Unser Dank gilt allen, die mit uns gekämpft haben!“

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11.01.2017

Hilferuf aus Tel Aviv

DHZB-Spezialist Evgenij Potapov hat ein israelisches Chirurgenteam dabei unterstützt, einem schwerkranken Patienten das derzeit modernste Kunstherz-System an beiden Herzhälften zu implantieren.

Patient Nof Sade und seine ständigen Begleiter: In den beiden Taschen stecken Akkus und Steuerung seiner beiden Kunstherzen.

Patient Nof Sade und seine ständigen Begleiter: In den beiden Taschen stecken Akkus und Steuerung seiner beiden Kunstherzen.

Der 23jährige Israeli Nof Sade ist ein scheinbar kerngesunder Mann. Dreimal pro Woche joggt er mindestens eine Stunde, dreimal pro Woche geht er ins Fitnessstudio. Vor etwa einem Jahr aber wird Nof Sade, der gerade seinen Militärdienst ableistet, plötzlich übel und er bekommt Brustschmerzen. Die Diagnose: Eine akute Herzschwäche. Die Ursache bleibt bis heute ungeklärt.


Nof Sades wird ins „Chaim Sheba Medical Center“ nahe Tel Aviv verlegt, das größte Krankenhaus Israels. Dort schaffen es die Ärzte, seinen Zustand zunächst zu stabilisieren, zweitweise kann Nof Sade entlassen werden.

Doch die Herzschwäche ist unheilbar und fortschreitend. Mitte Dezember verschlechtert sich Nof Sades Zustand plötzlich dramatisch. Auf ein Spenderherz kann er nun nicht mehr warten. Seine einzige Überlebenschance ist daher die Implantation einer künstlichen Kreislaufpumpe direkt an seinem kranken Herzen. In den meisten Fällen genügt es, ein solches „Kunstherz“ an der linken Herzhälfte zu implantieren. Doch Nof Sades Herz ist so schwach, dass er eine Kreislaufpumpe an beiden Hälften des Herzens benötigt.

PD Dr. Evgenij Potapov und PD Dr. Thomas Krabatsch, Kunstherz-Spezialisten am DHZB

PD Dr. Evgenij Potapov und PD Dr. Thomas Krabatsch, Kunstherz-Spezialisten am DHZB

Professor Jacob Lavee, Herzchirurg am Chaim Sheba Medical Center, bittet nun seine Kollegen vom Deutschen Herzzentrum Berlin um Unterstützung bei der Operation. Denn die biventrikuläre, also beidseitige Implantation eines Kunstherzens des derzeit modernsten Typs „Heartmate 3“ wurde weltweit zum ersten Mal am Deutschen Herzzentrum Berlin vorgenommen; die entsprechende OP-Technik wurde von Dr. Thomas Krabatsch, Leiter des DHZB-Kunstherz-Programms, und seinem Stellvertreter Dr. Evgenij Potapov entwickelt.


Für die beiden Kunstherz-Spezialisten sind derartige Anfragen keine Seltenheit: „Wir haben hinsichtlich der chirurgischen Technik und des OP-Managements mehrere Verfahren entwickelt, die weltweit als Standard gelten“, sagt Potapov, „und wir helfen überall, wo wir können“.

Die Bitte aus Israel ist allerdings außergewöhnlich dringend. Denn Nov Sade wird nur noch mit starken Medikamenten am Leben gehalten und muss so schnell wie möglich operiert werden. Bereits am übernächsten Tag sitzt Dr. Potapov im Flieger nach Tel Aviv, kurz darauf, am 19. Dezember, steht er mit seinen israelischen Kollegen im OP.


Sade Nof erholt sich schnell von dem Eingriff. Bereits zwei Wochen später kann er aus der Klinik entlassen werden. Die beiden „Heartmate 3“-Pumpen sind durch jeweils ein dünnes Kabel mit den Steuereinheiten und Akkus außerhalb des Körpers verbunden, die der Patient nun in zwei Taschen immer bei sich tragen muss.


„Sicher, das ist kompliziert und lästig“, sagt Nof Sade, „aber ich bin selbst erstaunt, wie gut es mir wieder geht. Und es wird mit jedem Tag besser.“ Wenn sich sein Organismus weiter stabilisiert hat, wird Nof Sade auf die Warteliste für eine Herztransplantation gesetzt.

Eine große Tageszeitung und mehrere Fernsehsender in Israel haben bereits über den „Mann mit den drei Herzen“ berichtet. Pläne für die Zukunft hat Nof Sade vorerst nicht – außer bald zu heiraten. „Meine Verlobte Kay hat diese schwere Zeit gemeinsam mit mir durchgestanden“, sagt er, „einen besseren Beweis, dass wir zueinander gehören, kann es nicht geben!“

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17.01.2017

Lottes weite Reise

Komplexe Herzoperation bei einer Neugeborenen am DHZB gelingt ohne Einsatz von Fremdblut

(v.l.:) Dr. Oliver Miera, Leiter der Kinderintensivstation, Prof. Joachim Photiadis, Mutter Magriet Wiersma, Lotte und Dr. Katharina Schmitt, Leiterin der Station H4 für Angeborene Herzfehler -…

(v.l.:) Dr. Oliver Miera, Leiter der Kinderintensivstation, Prof. Joachim Photiadis, Mutter Magriet Wiersma, Lotte und Dr. Katharina Schmitt, Leiterin der Station H4 für Angeborene Herzfehler - Kinderkardiologie am DHZB

Bereits in der 20 Schwangerschaftswoche erfährt Margriet Wiersma-Vrolijk aus der Nähe von Leiden in Holland, dass ihre Tochter Lotte mit dem Down-Syndrom und einem „atrioventrikulärem Septumdefekt“ zur Welt kommen wird, einem Defekt der Scheidewand sowie der Klappen zwischen den Vorhöfen und den Kammern des Herzens.

„Natürlich war das zuerst einmal ein schwerer Schock, aber wir haben uns auch schnell wieder gefasst“, erzählt Mutter Margriet: „Mein Mann und ich sind bereits fünffache Eltern und wir waren zuversichtlich, dass wir auch eine Behinderung unserer Tochter gemeinsam bewältigen werden. Und Lottes Herzfehler müsse zwar operiert werden - aber erst einige Monate nach der Geburt, so hat man es uns mitgeteilt.“

Margriet Wiersma-Vrolijk und ihr Mann informieren sich. Sie erfahren, dass während Lottes bevorstehender Operation das Herz stillgelegt und eine Herz-Lungen-Maschine eingesetzt werden muss. Diese Maschine muss vorab „befüllt“ werden, weil sie sonst Luft in den Körper pumpen würde. Früher wurde dazu Spenderblut verwendet, das trotz sorgfältigster Prüfung aber noch immer ein Risiko für Infektionen und Unverträglichkeitsreaktionen birgt.

Heute wird deshalb meist eine sterile Elektrolytlösung eingesetzt. Die dadurch verursachte vorübergehende Verdünnung des Blutes ist bei erwachsenen Patienten nachweislich harmlos. Bei Neugeborenen oder Kleinkindern wirkt sich eine solche Verdünnung aber weit drastischer aus: Denn in den kleinen Körpern zirkulieren nur einige hundert Milliliter Blut. Eine Vorab-Befüllung mit Spenderblut ist deshalb trotz aller Risiken und Nachteile oft unumgänglich.

Am Deutschen Herzzentrum Berlin allerdings arbeiten Chirurgen, Kinderkardiologen, Anästhesisten und Kardiotechniker gemeinsam mit den Herstellern der Systeme bereits seit vielen Jahren intensiv an der Entwicklung und dem optimalen Einsatz von speziellen Herz-Lungen-Maschinen, die fremdblutfreie Eingriffe auch bei Neugeborenen ermöglichen.

Inzwischen gilt das DHZB als weltweit einziges Herzzentrum, in dem diese Systeme routinemäßig und ohne Sicherheitsrisiko durchgeführt werden können. „Wir können damit nicht nur die Infektions- und Unverträglichkeitsrisiken minimieren, sondern unseren Patienten häufig auch eine schnellere Erholung nach der Operation ermöglichen“, sagt Prof. Joachim Photiadis, Leiter der Klinik für Kinderherzchirurgie am DHZB. 

Lottes Eltern entscheiden sich deshalb, ihre Tochter trotz der großen Entfernung im DHZB operieren zu lassen. „Wir glaubten ja, dass Lotte erst nach einigen Monaten operiert werden muss und wir unsere Reise in aller Ruhe vorbereiten können“, sagt Margriet Wiersma-Vrolijk.

Doch es kommt anders. Denn unmittelbar nach Lottes Geburt am 13. November 2016 in der Uniklinik von Leiden stellt sich heraus, dass der angeborene Herzfehler wesentlich schwerwiegender ist als bisher angenommen: Die Hauptschlagader (Aorta) ist kurz oberhalb des Herzens unterbrochen, Lottes Körper wird kaum mit Sauerstoff versorgt.

Jetzt muss plötzlich alles sehr schnell gehen. Schon an ihrem neunten Lebenstag wird Lotte nach Berlin verlegt. Zwei Tage später korrigiert Prof. Joachim Photiadis mit seinem Team den Herzfehler seiner nur 47 Zentimeter kleinen Patientin. Der sechsstündige Eingriff gelingt.

„Dass wir selbst eine so komplexe Operation ohne Einsatz von Fremdblut durchführen konnten, ist das Resultat langjähriger unablässiger Teamarbeit“, sagt Prof. Photiadis: „Entsprechend sind wir alle gemeinsam auch ein bisschen stolz“.

Einige Wochen lang muss Lotte intensiv überwacht werden, doch dann erholt sie sich schnell. Jetzt konnte sie aus dem DHZB entlassen werden und mit ihren Eltern zurück Holland fahren. Nach Hause, wo ihre fünf Geschwister schon sehnsüchtig auf sie warten. 

Mehr über den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine am DHZB erfahren Sie auf der Website für Kardiotechnik am DHZB.

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06.02.2017

"Größter Respekt"

TV-Comedian Bernhard Hoecker besucht Kinderstation im DHZB

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Comedian Bernhard Hoecker, bekannt durch TV-Serien wie „Switch reloaded“ oder „Wer weiß den sowas?“, hat am Wochenende die Station für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie im DHZB besucht. 

Der Kontakt zur Klinik kam über Arne Friedrich zustande: Der Ex-Nationalfußballspieler hatte bei einem Auftritt in Hoeckers Wissensshow „Wer weiß denn sowas“ von seiner Stiftung und seinem Engagement fürs DHZB berichtet. Hoecker versprach bei nächster Gelegenheit zu kommen und hat sein Versprechen nun eingelöst. 

Die Eltern hatten die Gelegenheit, einen TV-Star mal ganz privat kennenzulernen - und die Patienten, meist noch in einem Alter ohne „Fernsehwissen“, freuten sich einfach über einen netten Gast, der Zeit zum Spielen und Herumalbern hat. 

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Auch Hoecker selbst hatte sichtlich Spaß, zeigte sich anschließend aber auch nachdenklich und tief beeindruckt - insbesondere von den  Gesprächen mit Eltern, deren Kinder an künstliche Herzpumpen angeschlossen auf eine Herztransplantation warten: „Es ist unglaublich, mit welcher Kraft und Zuversicht diese Mütter und Väter ihren Alltag meistern. Das verdient einfach nur größten Respekt“, so Hoecker. 

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07.02.2017

Gipfeltreffen der MRT-Experten

DHZB-Kardiologe Dr. Daniel Messroghli leitet den größten internationalen Kongress für kardiale Magnetresonanztomographie in Washington

Dr. Daniel Messroghli (links) und DHZB-Kollege Dr. Sebastian Kelle in Washington

Dr. Daniel Messroghli (links) und DHZB-Kollege Dr. Sebastian Kelle in Washington

Zum zwanzigsten Mal hat in Washington D.C. der weltweit bedeutendste Kongress für die Magnetresonanztomographie des Herzens stattgefunden. Die Jubiläumsveranstaltung der „Society for Cardiovascular Magnetic Resonance (SCMR)“ wurde von DHZB-Oberarzt PD Dr. Daniel Messroghli als Programmverantwortlichem geleitet. 

Gut ein Jahr lang war der Kardiologe neben seiner klinischen Tätigkeit mit den Vorbereitungen beschäftigt. Doch die Mühe hat sich gelohnt: Mit über 1400 Ärzten, Physikern, Ingenieuren und medizinisch-technischen Assistenten erreichten die 20sten „Annual Scientific Sessions“ einen neuen Teilnehmerrekord, über 500 wissenschaftliche Arbeiten wurden vorgestellt. 

Der wissenschaftliche Schwerpunkt in diesem Jahr lag auf der kardialen MRT bei Patienten mit Herzinsuffizienz. „Vereinfacht gesagt liegt eine Herzinsuffizienz immer vor, wenn die Pumpleistung des Herzmuskels nicht mehr ausreicht, um den Kreislauf bei körperlicher Belastung aufrecht zu erhalten“, erläutert Dr. Messroghli, „allein in Deutschland leiden rund 1,8 Millionen Menschen an diesem oft lebensbedrohlichen Krankheitsbild, das viele unterschiedliche Ursachen haben kann. Die Magnetresonanztomographie spielt bei der Diagnostik eine sehr wichtige Rolle und wir hatten bei diesem Kongress die beste Möglichkeit, Methoden und Erkenntnisse international auf höchstem Niveau auszutauschen.“

Am Deutschen Herzzentrum Berlin wird die MRT bereits seit 1996 eingesetzt. Die Klinik spielte von Anfang an eine führende Rolle bei der Entwicklung dieser modernen diagnostischen Methode. 2001 wurde die „CMR-Akademie“ als Tochtergesellschaft gegründet, um das Fachwissen der DHZB-Experten in individuellen Kursen an Kardiologen, Radiologen und Nuklearmediziner aus aller Welt weiterzugeben. Als eines von wenigen Zentren bundesweit wurde das DHZB 2015 von der deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) als Ausbildungszentrum für kardiale MRT-Untersuchungen zertifiziert.

Hintergrund: 

Die kardiale Magnetresonanztomographie (MRT) produziert mithilfe von Magnetfeldern und Radiowellen Daten, die per Computer in hoch aufgelöste Bilder übersetzt werden. Die Untersuchungsmethode zeigt die exakte Anatomie und Funktion von Herzfehlern und unterstützt die Ärzte dabei, wichtige Entscheidungen in der Behandlung des Patienten zu treffen. Bei der Untersuchung wird keine belastende Röntgenstrahlung eingesetzt, so dass sie sich auch zur langfristigen Therapie- und Verlaufskontrolle eignet. 

Weitere Informationen zur Magnetresonanztomographie des Herzens finden Sie hier.

Link zur Kongress-Website

 


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14.02.2017

Medizinische Überwachung - ohne Tränen

Die Arne-Friedrich-Stiftung hat dem DHZB zwei Geräte gespendet, die arterielle Blutgasmessung ohne schmerzhafte Blutentnahme ermöglichen

v.l.: DHZB-Atemtherapeutin Heidi Kühn, Arne Friedrich, Prof. Felix Berger, Marcus Polle, Kaufmännischer Direktor des DHZB und Kinder-Intensivschwester Karoline Kelm

v.l.: DHZB-Atemtherapeutin Heidi Kühn, Arne Friedrich, Prof. Felix Berger, Marcus Polle, Kaufmännischer Direktor des DHZB und Kinder-Intensivschwester Karoline Kelm

Im Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) als überregionaler und hochspezialisierter Klinik werden viele schwer kranke Patienten behandelt. Besonders nach komplizierten Operationen, aber auch bei chronischen oder langwierigen Krankheitsverläufen muss der Organismus der Patienten engmaschig und dauerhaft überwacht werden. 


Dazu gehören auch regelmäßige Blutentnahmen. Und die sind vor allem bei Kindern, die bei mitunter wochenlangen Klinikaufenthalten eine Vielzahl von Untersuchungen und Eingriffen ertragen müssen, eine zusätzliche und meist tränenreiche Tortur. 


Neue Geräte machen die Messung wichtiger Werte möglich, ohne dass dabei Blut entnommen werden muss: Über eine harmlose Infrarotsonde, die einfach auf die Haut aufgeklebt wird, kann der Gehalt des Blutes an Sauerstoff und Kohlendioxid nicht nur schmerzfrei, sondern auch über längere Zeiträume lückenlos gemessen werden. So können die Mediziner Veränderungen der Messwerte in Echtzeit registrieren und entsprechend schnelle Maßnahmen einleiten. 


Eine besonders wichtige Rolle spielt die sogenannte „arterielle Blutgasmessung“ bei Patienten mit Lungenkrankheiten wie etwa der unheilbaren Mukoviszidose, die ebenfalls am DHZB behandelt werden. „Wir müssen die Sauerstoff- und Kohlendioxidwerte im Blut natürlich regelmäßig prüfen, wenn wir unsere Therapie festlegen und beurteilen wollen“, sagt Heidi Kühn, Atmungstherapeutin am DHZB, „entsprechend erleichtern diese Geräte unsere Arbeit und machen sie für den Patienten deutlich schonender.“


Die modernen Mess-Systeme sind allerdings teuer – und die Klinikbudgets sind knapp. Die Arne-Friedrich-Stiftung hat das Deutsche Herzzentrum Berlin deshalb mit dem Kauf von zwei Geräten im Wert von rund 30.000 Euro unterstützt. 


Ex-Fußballnationalspieler Arne Friedrich hat bereits in seiner Zeit als Profi erste Kontakte zum DHZB geknüpft und seit der Gründung der Arne-Friedrich-Stiftung im Herbst 2015 bereits mehrere Projekte für die Kinderherzmedizin an der Klinik gefördert. 


Inzwischen ist Friedrich regelmäßiger und beliebter Gast auf der Kinderstation des DHZB – und das nicht nur zu offiziellen Terminen, sondern häufig auch als ganz privater Besucher. 


„Arne Friedrich ist nicht nur unser finanzieller Unterstützer“, sagt Prof. Felix Berger, Direktor der Klinik für Angeborenen Herzfehler – Kinderkardiologie am DHZB, „sondern begleitet unsere Arbeit und unsere Patienten wirklich mit ganzem Herzen. Und darüber freuen wir uns doppelt.“ 

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15.02.2017

Neue Intensivstation setzt Maßstäbe

360 Grad-Tour durch die neue "IPS 2" am DHZB

Starten Sie hier die 360-Grad-Tour

Starten Sie hier die 360-Grad-Tour

Nach rund einjähriger Umbauzeit ist die Intensivpflegestation 2 (kurz: IPS 2) am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) wieder in Betrieb gegangen. Sie ist ausgestattet mit modernster Technik. Hier können Sie sich mit einer 360-Grad Fototour mit vielen Informationen ein eigenes Bild machen. 

Hintergrund

Die IPS 2 verfügt über 18 Intensivbetten. Der rund 1000 Quadratmeter große Bereich im 2. Stock des DHZB wurde für die umfassende Renovierung vollständig entkernt und räumlich neu aufgeteilt. Über 1200 Quadratmeter neue Wände wurden eingezogen. 


Die Intensivstation wurde nach neuesten medizinischen Erkenntnissen und mit modernster Technik ausgestattet. Rund 5,4 Millionen Euro wurden insgesamt investiert. Damit kommt das DHZB als Stiftung des bürgerlichen Rechts erneut seinem Auftrag nach, eine qualitativ herausragende Versorgung der Patienten zu gewährleisten.


Insgesamt stehen in den beiden Intensivstationen des DHZB nun 71 Betten mit optimalen Überwachungs- und Versorgungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Offene Bauweise 


Der Zentralbereich der neuen Intensivstation ist mit einem offenen Tresen gestaltet, der eine unkomplizierte und schnelle Kommunikation von Ärzten und Pflegekräften untereinander ermöglicht. Besucher gelangen nach Anmeldung zunächst in einen separaten und ruhigen Warteraum, aus dem sie vom Pflegepersonal abgeholt und zu den Patienten gebracht werden. 


Modernste Technik


Die IPS 2 ist mit neuester Überwachungs- und Versorgungstechnik ausgestattet. Über 60 Kilometer Strom- und Datenkabel wurden verlegt. Die Vielzahl von Strom-, Daten-, Sauerstoff- und Druckluft-Anschlüssen an jedem Bett dürfte in Berlin derzeit einmalig sein. Sie ermöglicht an jedem Bett und zu jeder Zeit den Einsatz sämtlicher benötigter Systeme zur Überwachung, Diagnostik und Therapie. Die hohe Redundanz der Anschlüsse garantiert zudem ein Höchstmaß an Sicherheit für die Patienten. 


Die Patientenzimmer verfügen über ein biodynamisches Beleuchtungssystem: Großformatige LED-Leuchten passen ihre Helligkeit und ihren Farbton im Laufe des Tages automatisch an und simulieren so den natürlichen Tageslichtrhythmus im Freien, auch wenn – gerade in den Wintermonaten – durch die Fenster nur wenig direktes Tageslicht einfällt. So wird der natürlichen Schlaf-Wachrhythmus der Patienten unterstützt. Der Einfluss von Farbton und Lichtintensität auf den menschlichen Organismus ist vielfach wissenschaftlich belegt. 


Der Simulationsmodus lässt sich bei Bedarf durch das Stationspersonal jederzeit zu einem funktionalen Arbeitslicht umschalten. 


Bereits 2012 wurde beim Umbau der Station für Transplantationspatienten des DHZB zum europaweit ersten Mal ein biodynamisches Lichtsystem in einer Klinik installiert. Nach den hier gewonnen positiven Erfahrungen wurde auch die Intensivpflegestation 1 bereits entsprechend ausgestattet. 


Jedes Bett verfügt über einen an der Decke angebrachten Fernseher, der von den Patienten fernbedient werden kann. 


Optimierter Arbeitsplatz 


Die Gestaltung und Ausstattung der Intensivstation wurde in engem Dialog mit den Ärzten und dem Intensivpflegepersonal des DHZB geplant. So befinden sich die Module mit den Halterungen für Infusionsgeräte und den Steckern für Strom oder Sauerstoff nicht flach an der Wand, sondern ragen diagonal in den Raum. Ein Detail, das die Bedienung der Geräte wesentlich erleichtert. 


Über Schienen an der Decke kann ein „Patientenlifter“ direkt über die Intensivbetten positioniert werden, so dass Patienten in Hebetüchern (ähnlich einer Hängematte) unkompliziert und komfortabel umgebettet oder angehoben werden können, etwa wenn das Bett neu bezogen werden muss. 


Sämtliche Türen zu den Patientenzimmern sind mit großen Fenstern aus elektrisch schaltbaren Verbundglasscheiben ausgestattet. Sie können per Knopfdruck nach Bedarf auf durchsichtig oder „blind“ gestellt werden. 

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20.02.2017

„Jedes Menschenleben zählt“

Interview mit DHZB-Oberarzt Stephan Schubert über eine Hilfsmission in Tansania

(v.r.:) Prof. Felix Berger, Dr. Stephan Schubert und ihr Kollege Dr. Godwin Godfrey aus Dar es Salaam

(v.r.:) Prof. Felix Berger, Dr. Stephan Schubert und ihr Kollege Dr. Godwin Godfrey aus Dar es Salaam

Drei Tage lang waren Prof. Felix Berger, Direktor der Klinik für Angeborene Herzfehler am DHZB, Oberarzt Stephan Schubert und die beiden Krankenschwestern Susanne Barnebeck und Anke Skupch in Tansania, um herzkranke Kinder zu behandeln. Der Besuch ist Teil eines langfristigen Projekts zum Aufbau einer eigenständigen Kinderkardiologie in dem ostafrikanischen Land. Im Interview schildert Dr. Stephan Schubert die Hintergründe.

Dr. Schubert, Sie waren Teil eines 20köpfigen Teams aus Israel und Berlin, das in Dar es Salaam, der größten Stadt Tansanias, herzkranke Kinder behandelt hat. Wie kam es zu dieser internationalen Zusammenarbeit?



Initiator der Hilfsmission war Dr. Sagi Assa. Der Kinderkardiologe aus Tel Aviv wurde 2 Jahre lang an unserer Klinik dafür ausgebildet, Eingriffe mit dem Herzkatheter durchzuführen. Dr. Assa ist für „Save a Child‘s Heart“ tätig, einer weltweit tätigen israelischen Organisation für herzkranke Kinder in unterentwickelten Ländern. „Save a Child‘s Heart“ will nachhaltige Hilfe leisten – also durch die Ausbildung qualifizierter Mediziner in diesen Ländern eine eigenständige Versorgung der kranken Kinder ermöglichen. Dr. Assa hat deshalb auch in Dar es Salaam mit dem Aufbau eines Herzkatheter-Programms für Kinder begonnen. Zwei tansanische Kinderkardiologen sind bereits in Israel ausgebildet worden. Doch das Programm ist noch nicht auf dem medizinischen und technischen Standard, um auch kompliziertere Eingriffe mit dem Herzkatheter durchzuführen. Dr. Assa organisiert deshalb regelmäßig Teams von erfahrenen Ärzten, die unentgeltlich Herzkatheter-Eingriffe vor Ort durchführen. Als er beim DHZB angefragt hat, waren wir sofort dabei.

Welche Vorteile hat die Behandlung eines angeborenen Herzfehlers mit dem Herzkatheter, speziell in Afrika?

Die beiden DHZB-Krankenschwestern Susanne Barnebeck und Anke Skupch (v.r.) unterstützten das Team bei der Vorbereitung der Herzkatheter-Eingriffe.

Die beiden DHZB-Krankenschwestern Susanne Barnebeck und Anke Skupch (v.r.) unterstützten das Team bei der Vorbereitung der Herzkatheter-Eingriffe.



Bei dem minimalinvasiven Verfahren wird ein dünner Schlauch über einen kleinen Einschnitt – meist in der Leistengegend – durch die Blutgefäße bis ins Herz vorgeschoben. Durch diesen Schlauch können wir nun verschiedene Untersuchungen und Eingriffe am Herzen durchführen, ohne dass eine offene Operation nötig wird. In einem Land wie Tansania ist das natürlich von besonders großem Vorteil: Eine offene Herzoperation ist belastender, teuer und aufwendig, außerdem sind die technischen und medizinischen Gegebenheiten für die notwendige intensive Nachsorge hier nur begrenzt vorhanden. Nach einem Herzkatheter-Eingriff dagegen können die Kinder in der Regel sehr schnell wieder entlassen werden und man sieht sofort einen Effekt der Behandlung.

Welche Verhältnisse haben Sie in der Klinik in Dar es Salaam vorgefunden?

Bis zu 1000 Kilometer weit waren die kleinen Patienten mit Ihren Eltern angereist

Bis zu 1000 Kilometer weit waren die kleinen Patienten mit Ihren Eltern angereist

Sicher entspricht die technische Ausstattung nicht der einer hochmodernen Klinik wie dem DHZB. Aber es hat vollauf genügt, um professionell und sicher arbeiten zu können. Die meisten Hilfsmittel hatten „Save a Child‘s Heart“ und wir mitgebracht. Was uns aber wirklich beeindruckt hat, war die Zusammenarbeit mit den einheimischen Ärzten und Pflegekräften: Die Kolleginnen und Kollegen dort sind extrem herzlich, wissbegierig und ambitioniert. Der Ehrgeiz, irgendwann ohne unsere Hilfe auszukommen, war ständig spürbar. 

Woher kamen ihre Patienten? 

Helfer von „Save a Child‘s Heart“ hatten medizinisch in Frage kommende Kinder bereits überall in Tansania gesichtet und den Eltern unseren Einsatz vorab bekannt gemacht. Die Leute waren teilweise tagelang unterwegs, um nach Dar es Salaam zu kommen. Entsprechend groß war unsere Motivation, möglichst vielen Familien helfen zu können.

Und - konnten Sie? 


Wir haben drei Tage lang von frühmorgens bis spätnachts fast ohne Pause gearbeitet. So konnten wir 14 Kinder erfolgreich behandeln, die sonst kaum eine Chance auf eine Therapie gehabt hätten und teilweise über 1000km über schlechte Strassen zu uns gefahren waren.



Ein Land wie Tansania hat eine hohe Kindersterblichkeit; Mangelernährung, HIV oder Malaria sind weit verbreitet. Da sind angeborene Herzfehler - statistisch gesehen – ein vergleichsweise kleines Problem…



...das ist uns natürlich bewusst. Aber wir sind nun mal Kinderkardiologen. Wir wollen und müssen dazu beitragen, dass sich auch diese Fachdisziplin in Ländern wie Tansania weiterentwickelt. Und jedes Menschenleben, das wir mit unseren Fähigkeiten retten können, zählt gleich viel – egal wo auf der Welt. 


Und das war‘s jetzt für Sie in Tansania?

Das tansanisch-israelisch-deutsche Team vor dem Jakayla Kikwete Cardiac Institute

Das tansanisch-israelisch-deutsche Team vor dem "Jakayla Kikwete Cardiac Institute"

Auf keinen Fall. Wie schon beschrieben, das Projekt ist vor allem auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Und wir sind ja nicht die einzigen Ärzte aus Industrieländern, die dort helfen. Aber mit jedem Besuch werden die Teams vor Ort ein Stück besser ausgebildet und können hoffentlich dann dieses Eingriffe zukünftig mal ohne Hilfe durchführen. Ausserdem ist eine sehr effektive und fruchtbare Kooperation von israelischen und deutschen Medizinerteams entstanden, die es lohnt fortzusetzen. Auch wenn uns unsere klinischen und wissenschaftlichen Pflichten hier nicht allzu viel Zeit lassen – wir fahren wieder hin!

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23.02.2017

„Verläßlich, transparent und auf dem neuesten Stand“

Eine neue Patientenleitlinie bietet umfassende Informationen über die Koronare Herzkrankheit (KHK). Der Ärztliche Direktor des DHZB gehört zu den Autoren der wissenschaftlichen Vorlage

Prof. Dr. med. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des DHZB

Prof. Dr. med. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des DHZB

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) und der Herzinfarkt gehören in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. Zur bestmöglichen Therapie dieser Krankheiten wird im Auftrag der Bundesärztekammer, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften eine „Nationale Versorgungsleitlinie (NVL)“ erstellt und fortlaufend aktualisiert. Sie enthält Handlungsempfehlungen für Ärzte, basierend auf den jeweils neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Diese Empfehlungen sind allerdings für Mediziner formuliert und für Laien daher oft schwer verständlich. Parallel zur „NVL“ gibt es deshalb auch eine Patientenleitlinie, die die Empfehlungen der Experten in allgemeinverständliche Sprache übersetzt.

Diese Patientenleitlinie liegt nun überarbeitet und aktualisiert vor. Sie enthält umfassende Informationen über Entstehung und Risikofaktoren der Koronaren Herzerkrankung sowie über sämtliche Möglichkeiten der Diagnose und der Therapie, bis hin zum richtigen Verhalten in Notfällen.

Der Ärztliche Direktor des DHZB, Prof. Volkmar Falk, gehört zu den Autoren der ärztlichen Leitlinie und hat auch bei der „Patientenversion“ beratend mitgewirkt: „Die Leitlinie ist verläßlich, transparent und auf dem neuesten Stand der Forschung“, so Falk, „sie ist damit eine optimale Informationsquelle nicht nur für unsere Patienten und ihre Angehörigen, sondern für alle, die sich mit Risikofaktoren und Vorbeugung näher befassen möchten.“ 


Hintergrund: 


Die Gefäße, die unseren Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen, werden Koronararterien oder Herzkranzgefäße genannt. Von einer koronaren Herzkrankheit spricht man, wenn durch krankhafte Ablagerungen in den Innenwänden der Herzkranzgefäße Engstellen entstehen. Die Folge: Durch die Adern fließt nicht mehr genug Blut, der Herzmuskel bekommt nicht mehr genug Sauerstoff. Im schlimmsten Fall kommt es bei einer akuten Verstopfung oder Verengung eines Gefäßes zum Absterben von Teilen des Herzmuskels: der lebensbedrohliche Herzinfarkt. 


Bei etwa 7 von 100 Frauen und etwa 10 von 100 Männern in Deutschland wird im Laufe des Lebens eine KHK bekannt. KHK und Herzinfarkt gehören zu den häufigsten Todesursachen.

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24.02.2017

„Humor kann man nicht transplantieren“

„Ogi“ aus Mannheim wurden am DHZB Herz und Lunge transplantiert. Ein Jahr nach seiner stationären Aufnahme wurde der 17jährige jetzt entlassen

Priv.-Doz. Dr. Christoph Knosalla hat Ogi operiert

Priv.-Doz. Dr. Christoph Knosalla hat "Ogi" operiert

Am 16. Februar 2016 wird Oguzhan Yavuztürk aus Mannheim im DHZB aufgenommen. Der damals 16jährige leidet an restriktiver Kardiomyopathie, einer – in seinem Fall vermutlich angeborenen – unheilbaren Herzmuskelschwäche. Weil sein krankes Herz das Blut nicht mehr in den Körper pumpen kann, ist auch seine Lunge bereits schwer geschädigt. Seine einzige Chance ist daher eine Doppel-Transplantation beider Organe.


Trotz seines zunehmend kritischen Zustands: Oguzhans Humor ist unerschütterlich. Vor seinen flotten Sprüchen sind auf der Station H4 für angeborene Herzfehler weder Krankenschwester noch Chefarzt sicher. Der 17jährige spielt mit seinen Mitpatienten, meist kleinen Kindern, und sorgt auch bei den Eltern für ein bisschen Abwechslung im Stationsalltag. Viele Freundschaften entstehen. Und schon kurz nach seiner Aufnahme am DHZB hat Oghuzan seinen Spitznamen weg: Ogi. 


Die Ärzte überwachen seinen Zustand lückenlos und stabilisieren seinen Kreislauf, so gut es geht. Doch sie wissen: Jeden Tag kann sich sein Zustand dramatisch verschlechtern. Ogi kann nur noch wenige Meter gehen und ist meist auf den Rollstuhl angewiesen. 


Es ist ein Sonntag, der dritte Advent, als die fast zehnmonatige Wartezeit ein Ende findet. Irgendwo in Europa stehen passende Organe für Ogi zur Verfügung. Gegen 21 Uhr wird er in den OP gebracht. Seine Familie ist da und auch Daniela Gratz-Greiser ist extra ins DHZB gekommen: Die Erzieherin auf der Station H4 war während seines monatelangen Aufenthalts eine von Ogis engsten Gefährten. 


DHZB-Oberarzt Dr. Christoph Knosalla und sein Team nehmen die Doppel-Transplantation vor. Nach 10 Stunden ist der Eingriff geglückt. 

Am Tag der Entlassung: Ogi und das Pflegeteam der Transplantationsstation H3 am DHZB

Am Tag der Entlassung: Ogi und das Pflegeteam der Transplantationsstation H3 am DHZB

Gemeinsam mit den Ärzten, Pflegekräften und Physiotherapeuten arbeitet sich Ogi zurück ins Leben, zuerst auf der Intensivstation, dann auf der Station H3 für Transplantationspatienten. Und langsam kehrt auch sein Humor zurück. „Der ist eben drin im Kopf“, sagt Ogi einmal, „den kann man nicht transplantieren wie ein Organ“. Dennoch: Die letzten Wochen seines Aufenthalts am DHZB fallen Ogi zunehmend schwer. Der Grund ist klar: „Ich will jetzt endlich hier raus“.

Genau ein Jahr nach seiner Aufnahme im DHZB ist Ogi jetzt in die Reha-Klinik entlassen worden. Sein Traum: „Irgendwann mal durch das ganz Deutschland reisen. Und dabei die vielen Patienten besuchen, die ich im Herzzentrum kennengelernt habe.“ 

Hintergrund:

Insgesamt konnten im Jahr 2016 am DHZB 23 Herz- und 17 Lungentransplantationen vorgenommen werden. Die Klinik ist das nach Fallzahlen zweitgrößte Transplantationszentrum für Herz- und drittgrößtes für Lungenverpflanzungen (Stand 2015)

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08.03.2017

"Von der Luft her super"

In mehreren Zeitungen: Die Geschichte einer jungen Frau, der am DHZB Lunge und Leber transplantiert wurden.

Sarah Schönhoff am Tag ihrer Entlassung mit Prof. Knosalla, der sie operiert hat - und zumindest einem kleinen Teil des großen Teams aus Charité und DHZB, das an Ihrer Behandlung mitgewirkt hat.

Sarah Schönhoff am Tag ihrer Entlassung mit Prof. Knosalla, der sie operiert hat - und zumindest einem kleinen Teil des großen Teams aus Charité und DHZB, das an Ihrer Behandlung mitgewirkt hat.

Eine Autorin der Deutschen Presseagentur (dpa) hat die Geschichte von Sarah Schönhoff beschrieben: Der jungen Frau wurden am DHZB in einer 19stündigen Operation Lungen und Leber eines Organspenders eingesetzt. Der Text wurde jetzt in mehreren Zeitungen und im Web veröffentlicht, unter anderem hier auf Spiegel online

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29.03.2017

28. Kardiotechnik-Kurs erfolgreich beendet

20 Teilnehmer qualifizieren sich für einen verantwortungsvollen Beruf

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Wir gratulieren den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des 28. Kurses an der Akademie für Kardiotechnik des DHZB, die sich nach zweijähriger Ausbildung und erfolgreichen Prüfungen nun „staatlich geprüfte(r) Kardiotechniker(in)“ nennen dürfen. Fünf der Absolventen werden in der Kardiotechnik des DHZB anfangen, 12 Teilnehmer bleiben der Akademie für Kardiotechnik noch ein Jahr erhalten – sie sind für den Bachelor-Studiengang „Cardiovascular Perfusion“ eingeschrieben, den die Steinbeis Hochschule Berlin in Kooperation mit dem DHZB anbietet. 

Mehr zum Berufsbild des Kardiotechnikers, zu Ausbildung und Studium finden Sie hier!

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29.03.2017

Frühlingszeit ist Trainingszeit!

Am 2. Juli startet wieder die PSD-Herzfahrt auf dem Tempelhofer Feld. Der Erlös der Aktion kommt der Klinik für Angeborene Herzfehler am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) zugute.

Luftbild mit Herz: Die Teilnehmer 2015

Luftbild mit Herz: Die Teilnehmer 2015

Endlich ist der Frühling da! Und mit dem Beginn der Fahrradsaison möchten wir Sie schon einmal auf einen Termin im Sommer hinweisen:

Am 2. Juli startet zum vierten Mal die „PSD HerzFahrt“ auf dem Tempelhofer Feld. Für jede geradelte Runde jedes Teilnehmers spendet die PSD Bank Berlin-Brandenburg drei Euro zugunsten der Klinik für Angeborene Herzfehler am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB).

Seit der ersten HerzFahrt kamen so bereits über 85.000 Euro zusammen - dank der PSD-Bank und allen Mitradlern! Helfen Sie uns, den großen Erfolg der letzten Jahre fortzuführen – und bringen Sie gern Familie, Freunde und Bekannte mit. Wir freuen uns auf Sie!

Sonntag, 2. Juli, 15 – 18 Uhr

Tempelhofer Feld, Eingänge Tempelhofer Damm

Neue Streckenführung: 4 Kilometer Länge

Wofür wird gestrampelt? Das Spendenprojekt:



Ergotherapie für schwer herzkranke Kinder am Deutschen Herzzentrum Berlin


Wenn ein Mensch unheilbar herzkrank ist, bleibt als letzte Möglichkeit mitunter nur eine Herztransplantation. Um die - oft sehr lange - Wartezeit auf ein Spenderorgan überbrücken zu können, müssen die Patienten wenn nötig an eine künstliche Kreislaufpumpe angeschlossen werden, meist vereinfacht als „Kunstherz“ bezeichnet. Das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) betreibt das größte Kunstherzprogramm weltweit.


Bei Erwachsenen können die mechanischen Pumpen heute vollständig direkt am Herzen angebracht werden und ermöglichen damit oft ein nahezu uneingeschränktes Leben. Bei Kleinkindern ist dies aber noch nicht möglich: Ihr krankes Herz muss über zwei Schläuche mit einem Pumpsystem außerhalb des Körpers verbunden werden.


Die kleinen Patienten sind in ihren Bewegungsmöglichkeiten entsprechend eingeschränkt und müssen ständig stationär überwacht werden. Für die Kinder selbst, aber auch für ihre Eltern ist diese oft viele Monate dauernde Wartezeit am „Kunstherz“ eine erhebliche Belastung. 


Durch den regelmäßigen Besuch von speziell geschulten Ergotherapeuten sollen diese Kinder am Deutschen Herzzentrum Berlin in ihrer psychomotorischen Entwicklung speziell gefördert werden, um ihre krankheitsbedingten Einschränkungen so gut wie möglich auszugleichen. Die ergotherapeutische Arbeit erfolgt behutsam und spielerisch, sie soll den Kindern Spaß machen und auch seelisch gut tun. 


„Wir wollen unseren Patienten in dieser schwierigen Lebensphase so viel Lebensqualität wie irgend möglich bieten“, sagt Professor Felix Berger, Direktor der Klinik für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie am DHZB, „und dabei sind wir für jede Unterstützung dankbar“.

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03.04.2017

Dilek Kolat besucht DHZB

Die Berliner Gesundheitssenatorin zeigt sich beeindruckt von den Möglichkeiten der modernen Herzmedizin

Senatorin Dilek Kolat auf der Intensivstation 2 des DHZB

Senatorin Dilek Kolat auf der Intensivstation 2 des DHZB

Frau Dilek Kolat (SPD), Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, hat dem DHZB einen Antrittsbesuch abgestattet. Beim ausführlichen Rundgang durch die Klinik mit Prof. Volkmar Falk (Ärztlicher Direktor des DHZB), Marcus Polle (Kaufmännischer Direktor) und Dr. Reinhard Uppenkamp (Präsident des DHZB-Stiftungsrates) nahm sich die Senatorin viel Zeit für Gespräche mit Patienten, Ärzten und Pflegekräften. 

Dabei zeigte sich Frau Kolat gleichermaßen beeindruckt von der Tapferkeit der Patienten wie dem Engagement des DHZB-Teams und den technischen Möglichkeiten der modernen Herzmedizin. Als Fazit darf vielleicht das Abschiedswort der Senatorin einem Patienten gegenüber gelten: „Dass Sie hier gut aufgehoben sind, dessen bin ich mir sicher!“

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03.04.2017

DZHK-Professur für DHZB-Oberarzt

Transplantations-Experte Christoph Knosalla betreibt intensive Forschungsarbeit zur Behandlung der Herzmuskelschwäche

Prof. Dr. Christoph Knosalla

Prof. Dr. Christoph Knosalla

PD Dr. Christoph Knosalla, Chirurg an der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Deutschen Herzzentrum Berlin, ist zum Professor für Herzinsuffizienz-Chirurgie an der Charité berufen worden. Die Professur wird ausgestattet und finanziert vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK). 


Das 2011 gegründete DZHK vereint Grundlagenforscher und klinische Forscher an sieben Standorten in Deutschland. Ziel der Einrichtung ist es, neue Ansätze aus der Herz-Kreislauf-Forschung schnellstmöglich in die klinische Anwendung zu bringen, um Vorbeugung, Diagnose, und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verbessern. 


Gemeinsam mit der Charité, dem Robert-Koch-Institut, dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin und dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung bildet das DHZB den DZHK-Standort Berlin. 


Prof. Knosalla ist Facharzt für Herz- und Gefäßchirurgie am DHZB und ausgewiesener Experte für Herzinsuffizienzchirurgie, die organerhaltende Verfahren ebenso einschließt wie die Herz- und Lungentransplantation. Seit vielen Jahren ist er auch in der Forschung aktiv, auch im Rahmen des DZHK. 


So koordinierte Prof. Knosalla den Aufbau der DZHK-Biobank am DHZB, einer in dieser Form einmaligen Sammlung von Biomaterial (etwa Blut- oder Gewebeproben) in Kombination mit detaillierten Patienten- und Behandlungsdaten. 


Diese Proben und Daten werden (unter Einhaltung strenger Richtlinien) sowohl DZHK- als auch externen Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt, die sich mit der Erforschung von Herzkreislauferkrankungen beschäftigen. 

Auch bei der Vorbereitung und der Durchführung der vom DZHK unterstützten sogenannten „Early VAD“-Studie war und ist Prof. Knosalla massgeblich beteiligt. Bei dieser sogenannten „Leitlinien-relevanten“ Studie geht es um optimalen Zeitpunkt der Implantation eines Kreislaufunterstützungssystems (VAD) bei Patienten auf der Warteliste für eine Herztransplantation. 


Zahlreiche weitere Forschungsprojekte sind im Rahmen des DZHK beim DHZB und seinen Partnern in Arbeit oder Vorbereitung. So wurde vergangenes Jahr gemeinsam von Charité und DHZB auch ein spezieller Tier-Hybrid-Op eingerichtet, um neue chirurgische und interventionelle Behandlungstechniken erproben zu können. 


Christoph Knosalla ist bundesweit der erste Chirurg, der für eine der nun 13 DZHK – Professuren berufen wurde. „Die Herzinsuffizienz gehört zu den größten medizinischen wie auch finanziellen Herausforderungen für unser Gesundheitssystem“, so Knosalla, „intensive Forschung in diesem Bereich, wie sie durch die Einrichtung der Professur nun weiter gefördert wird, ist deshalb unverzichtbar – für unsere Gesellschaft wie für jeden einzelnen Patienten“. 



Hintergrund Herzinsuffizienz

Von einer Herzinsuffizienz spricht man, wenn die Pumpleistung des Herzens nicht mehr ausreicht, um den Blutbedarf des Körpers zu decken. Dabei steigt der Blutdruck im Herzen und in den Blutgefäßen der Lunge an, was im weiteren Verlauf zu Symptomen einer Flüssigkeitsstauung und meist auch zu Atemnot führt. 

Allein in Deutschland leiden rund 1,8 Millionen Menschen an diesem Krankheitsbild, das viele unterschiedliche Ursachen haben kann. Die Herzinsuffizienz gehört zu den häufigsten Todesursachen. 

Als letzte Möglichkeiten bei unheilbarer Herzschwäche stehen die Implantation eines Kreislaufunterstützungssystems (meist als „Kunstherz“ bezeichnet) oder eine Transplantation zur Verfügung. 

Am Deutschen Herzzentrum Berlin stehen einem fachübergreifenden Expertenteam sämtliche modernen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Das DHZB gehört zu den größten Zentren für Herztransplantation in Deutschland und betreibt das größte Kunstherz-Programm der Welt. 

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11.04.2017

Eine Medaille fürs DHZB

Erfolgreicher Halbmarathon - vier Monate nach offener Herz-OP

Das Beweisphoto: Paul Michael Leißner beim Berliner Halbmarathon

Das "Beweisphoto": Paul Michael Leißner beim Berliner Halbmarathon

Am 13. Dezember haben DHZB-Oberarzt Dr. Volker Düsterhöft und sein Team ihrem Patienten Paul Michael Leißner in einer mehrstündigen Operation eine neue Aortenklappe implantiert. Nicht mal vier Monate später hat der 61jährige beim 37. Berliner Halbmarathon als Inline-Skater teilgenommen – und dem DHZB jetzt seine Medaille geschickt: „Ich finde, Sie haben es sich verdient!“ 


„Wir machen nur unsere Arbeit“, meint Herzchirurg Dr. Düsterhöft dazu, „aber wir freuen uns natürlich trotzdem sehr, vor allem darüber, dass unser Patient so schnell wieder so leistungsfähig geworden ist!“ 


Mit seiner Zeit von einer Stunde und 15 Minuten ist Paul Michael Leißner sehr zufrieden und will jetzt sogar den kompletten Berlin-Marathon im September angehen. 


Das Maskottchen auf dem Helm ist übrigens ein Storch: Paul Michael Leißner arbeitet als Koordinator auf der „Vogelschutzwarte Storchenhof“ in Loburg (Sachsen-Anhalt) wo kranke oder verletzte Störche gepflegt und dann wieder ausgewildert werden.

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30.04.2017

Einblicke in die Welt der Herzmedizin

Spannende Vorträge und praktischer Anschauungsunterricht beim Girls‘ Day am DHZB

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Am Girls' Day öffnen Unternehmen, Betriebe und Hochschulen in ganz Deutschland ihre Türen für Schülerinnen ab der 5. Klasse. Die Mädchen lernen dort Ausbildungsberufe und Studiengänge in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik kennen, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind.


Seit dem Start der Aktion im Jahr 2001 haben etwa 1,8 Millionen Mädchen teilgenommen, mehr als 10.000 Unternehmen und Organisationen haben 2017 Informationsveranstaltungen angeboten. Der Girls' Day ist damit das größte Berufsorientierungs-Projekt für Schülerinnen weltweit. 


Auch das DHZB war wie auch in den Vorjahren wieder dabei. In den Räumen der DHZB-Akademie für Kardiotechnik bekamen 50 Mädchen in rund 6 Stunden einen umfassenden Überblick über das DHZB und die Herzmedizin, vor allem aber intensive Eindrücke verschiedener Berufsbilder in Herzchirurgie, Kardiologie, Kardiotechnik, Pflege und Klinik-IT.


Auch die „Herzmedizin zum Anfassen“ kam nicht zu kurz: Mit einer Einführung in die Herz-Lungen-Wiederbelebung, praktischem Anschauungsunterricht über Kreislauf-Unterstützungssysteme ("Kunstherzen") und dem Besuch des „Simulations-OP“, einem komplett ausgestatteten Herz-Operationssaal für Trainingszwecke.

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28.04.2017

Beste Klinikwebsite Deutschlands

Website-Team des DHZB nimmt Auszeichnung entgegen

Das DHZB Website-Team mit Trophäe (v.l.): Wolfgang Blietz, Madlen Schimpf, Karina Rosenke, Christian Maier

Das DHZB Website-Team mit "Trophäe" (v.l.): Wolfgang Blietz, Madlen Schimpf, Karina Rosenke, Christian Maier

Das Website-Team des DHZB hat den Preis für „Deutschlands beste Klinikwebsite 2016“ entgegengenommen. 

Der Online-Auftritt unserer Klinik war nach monatelanger Vorarbeit im Sommer dieses Jahres in komplett überarbeiteter Form online gestellt worden.  

Die teilnehmenden Webseiten wurden von einer Arbeitsgruppe der Heidelberger Universität in einem zweistufigen Juryverfahren geprüft. Bewertet werden sämtliche relevanten Kriterien wie Benutzerfreundlichkeit und Verständlichkeit, Informationsqualität, Design oder die Integration von Social Web-Funktionen. 

„Deutschlands beste Klinik-Website“ ist ein wissenschaftliches Projekt, das sich mit der Analyse und Bewertung von medizinischen Webseiten befasst. Es wird von dem Arzt und Betriebswirtschaftler Prof. Dr. Dr. Frank Elste geleitet und von Novartis Pharma unterstützt.

Der Wettbewerb fand zum 14. Mal statt und gilt als größter und renommiertester Wettbewerb dieser Art. Über 300 Kliniken hatten teilgenommen.  

Design und Struktur, Nutzerfreundlichkeit, vor allem aber die ausführlichen und verständlichen Inhalte hätten den Web-Auftritt des DHZB zum Sieger gemacht, erläuterte Projektleiter Professor Elste bei der offiziellen Preisverleihung in Berlin. 

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29.04.2017

Vereinter Kampf gegen eine bedrohliche Erkrankung


 Trotz allen medizinischen Fortschritts gibt die Herzmuskelentzündung (Myokarditis) den Medizinern noch viele Rätsel auf. Ein vom DHZB eingeführtes bundesweites Register soll das ändern.

Das MYKKE-Team: Die Projektleiter Dr. Daniel Messroghli und Dr. Stephan Schubert sowie Studienärztin Dr. Franziska Degener

Das "MYKKE"-Team: Die Projektleiter Dr. Daniel Messroghli und Dr. Stephan Schubert sowie Studienärztin Dr. Franziska Degener

Die Entzündung des Herzmuskels, in der Fachsprache Myokarditis genannt, ist insbesondere bei Kleinkindern eine Erkrankung mit oft schlimmen Folgen: Zuvor noch völlig gesunde Kinder erleiden eine akute und schwere Herzschwäche, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Die Entzündung wird meist durch Viren verursacht, Antibiotika sind deshalb wirkungslos. 


Trotz der Bedrohlichkeit dieser Erkrankung gibt es noch keine wissenschaftlich und durch Studien begründeten Kriterien und Leitlinien zur Diagnose und Therapie. Bereits im Jahr 2013 hat die Klinik für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) deshalb ein bundesweites Register ins Leben gerufen, das die Patientendaten sowie den genauen Ablauf von Diagnose und Therapie erfassen soll, wenn Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit dem Verdacht auf Myokarditis behandelt werden. 


„Wir wollen herausfinden, welche Diagnose- und Therapieverfahren bisher bei welchen Patienten zum besten Ergebnis führen“, sagt Kinderkardiologe Dr. Stephan Schubert „und je mehr Fälle wir erfassen, desto besser können wir natürlich entsprechende Muster ableiten.“


Am Anfang beteiligten sich drei deutsche Kliniken am Register, inzwischen sind es bundesweit 24. So konnten bereits über 230 Patienten eingeschlossen werden. Bei 150 von Ihnen wurden die Patientendaten durch die detaillierten Informationen zur Diagnose, der Behandlung und dem langfristigen Verlauf ergänzt. 


„Nun beginnt die eigentlich entscheidende Phase des Projekts“, sagt Dr. Daniel Messroghli, Kardiologe am DHZB: „Wir wollen basierend auf diesen Informationen Kriterien zur bestmöglichen Diagnostik der Myokarditis formulieren. Diese Diagnosestandards wenden wir dann bei den nächsten Patienten an, die wir in unser Register aufnehmen, und überprüfen so Ihre Qualität.“ 


Langfristig soll das Register auch zur Erstellung von Leitlinien zur bestmöglichen Behandlung führen. Das Projekt wurde bis 2016 unterstützt von der Deutschen Herzstiftung und seit 2017 von der Fördergemeinschaft Kinderherzen e.V. 


Abgekürzt „MYKKE“ haben die Mediziner Ihr Projekt getauft, sagt Dr. Schubert: „Und mit immer besseren Daten wollen wir aus MYKKE bei der Bekämpfung der Myokarditis durchaus einen Elefanten machen!“

Bei Rückfragen ist das Studienteam von MYKKE jederzeit ansprechbar: Studienärztin Dr. F. Degener, 030 4593-2820.

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03.05.2017

Guter Einstieg in die Forschung

DHZB-Mediziner werden in Förderprogramme der Charité aufgenommen.

Forschung für Kinderherzen: PD Dr. Katharina Schmitt, Lisa Maria Rosenthal, Dr. Constanze Pfitzer und Dr. Oliver Miera

Forschung für Kinderherzen: PD Dr. Katharina Schmitt, Lisa Maria Rosenthal, Dr. Constanze Pfitzer und Dr. Oliver Miera

Dr. Lisa-Maria Rosenthal, Fachärztin in Ausbildung an der DHZB-Klinik für Angeborene Herzfehler –  Kinderkardiologie wurde jetzt in das „Junior Clinician Scientist Program“ am Berlin Institute for Health (BiH) der Charité aufgenommen. 

Sie folgt damit auf Ihre Kollegin Dr. Constanze Pfitzer, die bereits seit Juli 2016 als Junior Clinician Scientist unterstützt wird.

Dr. Oliver Miera, Oberarzt an der Klinik, wurde als „BIH Clinical Fellow“ aufgenommen. Damit verbunden ist eine Forschungsförderung über 75.000 Euro. 

Das BIH-Programm

Mit dem „Junior Clinician Scientist Track“ wird wissenschaftlich interessierten Medizinern der Einstieg in eine kombinierte klinisch-wissenschaftliche Karriere erleichtert. Die Förderung als Junior Clinician Scientist bietet ihnen Zeit zum Erlernen zentraler wissenschaftlicher Fähigkeiten und soll den Grundstein für ein eigenes Forschungsprojekt legen.

Wer als „Junior Clinician Scientist“ beim BiH der Charité aufgenommen wird, kann über zwei Jahre hinweg 20 Prozent der Arbeitszeit von der Klinik für die Forschungsarbeit freigestellt werden, da der entsprechende Teil seines Gehalts durch das Förderprogramm übernommen wird. 

Die Hürden sind allerdings hoch, denn das BIH-Gremium erwartet umfangreiche und stimmige Anträge sowie – nach deren positiver Bewertung – eine überzeugende mündliche Darstellung der Bewerber.

Am anderen Ende des Förderungsspektrums durch das BIH steht das „BIH Clinical Fellows“ - Programm: Hier werden erfahrene Oberärztinnen und Oberärzte bei der Realisierung klinisch relevanter Weiterentwicklungen unterstützt. 

Die Forschungsprojekte

Dr. Lisa-Maria Rosenthal widmet sich als leitende Studienärztin der genetischen Untersuchung von Patienten mit einem schweren angeborenen Herzfehler, dem sogenannten „Hypoplastischem Linksherzsyndrom“. 

Das Ziel der Forschung, so Lisa-Maria Rosenthal, sei die Erstellung eines „genetischen Risikoprofils“, in dem der Krankheitsverlauf der Patienten im Zusammenhang mit genetischen Veränderungen wissenschaftlich beobachtet werde. „Langfristig wollen wir erkennen können, welche Genmutationen für ein höheres Komplikationsrisiko in den ersten Lebensjahren unserer Patienten stehen und unsere Behandlung darauf abstimmen“, schildert die Ärztin. Das Forschungsprojekt wird vom Experimental and Clinical Research Center der Charité sowie dem DHZB gemeinsam durchgeführt. 

Dr. Constanze Pfitzer ist seit Juli 2016 Stipendiatin im Junior Clinician Scientist Program und betreut als Studienärztin die „Long-Term Early Development Research (LEADER)“-Studie am DHZB. Dabei werden  Kinder mit bestimmten angeborenen Herzfehlern nach der entsprechenden Korrekturoperation über einen Zeitraum von drei Jahren hinsichtlich ihrer kognitiven, motorischen und sprachlichen Entwicklung regelmäßig und strukturiert nachuntersucht.

„Wir wissen, dass sich Sprache, Wahrnehmungsvermögen und motorische Fähigkeiten von Kindern mit Angeborenen Herzfehlern oft langsamer entwickeln als bei gesunden Kindern“, sagt Dr. Pfitzer, „bisher gibt es allerdings nur sehr wenige Studien, die diese Verzögerungen langfristig, systematisch und detailliert dokumentieren. Diese Studie soll dazu beitragen, diese Forschungslücke zu schließen.“

Beide Ärztinnen werden von DHZB-Oberärztin PD Dr. Katharina Schmitt als Mentorin betreut. 

Dr. Oliver Miera ist ebenfalls Oberarzt und leitet die Intensivstation der Klinik für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie am DHZB. 

Seine Arbeit, die jetzt vom „Clinical Fellow“-Programm unterstützt wird, befasst sich mit Kindern, die wegen unheilbarer Herzmuskelschwäche an eine künstliche Kreislaufpumpe  angeschlossen werden müssen, meist zur Überbrückung der Wartezeit auf eine Herztransplantation. 

Ein Risikofaktor bei dieser Therapie ist die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen) im System der Pumpe. Dr. Miera will nun im Rahmen einer europaweiten Studie Daten aus mehreren Kinderherzzentren sammeln und wissenschaftlich analysieren - mit dem Ziel, das Thromboserisiko besser einschätzen und entsprechend medikamentös gegensteuern zu können.   

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15.05.2017

Bestätigte Expertise

Klinik für Kardiologie am DHZB bleibt zertifiziertes Hypertonie-Zentrum

v.l.: PD Dr. Sebastian Kelle, Prof. Dr. Burkert Pieske und Prof. Dr. Philipp Stawowy

v.l.: PD Dr. Sebastian Kelle, Prof. Dr. Burkert Pieske und Prof. Dr. Philipp Stawowy

Der Bluthochdruck, medizinisch arterielle Hypertonie, ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen. Schätzungen zufolge leiden allein in Deutschland über 30 Millionen Menschen an dieser Volkskrankheit. 

Bereits 1974 wurde die „Deutsche Hochdruckliga e.V. – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention (DHL)“ gegründet, um die Versorgungsqualität von Bluthochdruck-Patienten zu verbessern. Seit Ende 2012 zeichnet die DHL medizinische Einrichtungen als „Zertifiziertes Hypertonie-Zentrum“ aus – sie halten nachweislich den hohen Qualitätsstandard ein, den die DHL anhand von wissenschaftlichen Erkenntnissen definiert hat.

Die Klinik für Innere Medizin/Kardiologie am DHZB wurde bereits Anfang 2014 mit dem Zertifikat der DHL ausgezeichnet. Das Hypertonie-Zentrum im Deutschen Herzzentrum Berlin - eines von insgesamt nur drei Zentren in Berlin -  steht unter der ärztlichen Leitung von Professor Philipp Stawowy. Der Oberarzt am DHZB und sein Kollege PD Dr. Sebastian Kelle sind als von der Deutschen Hochdruckliga e.V. zertifizierte Hypertensiologen befähigt, andere Ärzte entsprechend auszubilden. Des Weiteren stehen beide Kollegen insbesondere bei Patienten mit resistenter arterieller Hypertonie als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung. 

Das DHL-Zertifikat für die Klinik für Innere Medizin/Kardiologie am DHZB wurde nun nach eingehender Prüfung bis 2020 verlängert. 

„Es ist unser Anspruch, jedem unserer Bluthochdruck-Patienten eine optimale Therapie anbieten zu können und zugleich durch intensive Forschung und Anwendung innovativer Therapiekonzepte unsere Möglichkeiten ständig weiter zu verbessern“, sagt Professor Burkert Pieske, Direktor der Klinik für Innere Medizin/Kardiologie am DHZB, „die erneute Zertifizierung durch die DHL ist erfreuliche Bestätigung der Qualität unserer Arbeit und Ansporn für uns zugleich.“

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18.05.2017

DHZB-Oberarzt trifft Bundespräsident in Jerusalem

Kinderkardiologe Dr. Stephan Schubert war zur Unterstützung von Kollegen in Israel

v..: Dr. Sagi Assa, Verlegerin Friede Springer, Elke Büdenbender, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, DHZB-Kinderkardiologe Dr. Stephan Schubert

v..: Dr. Sagi Assa, Verlegerin Friede Springer, Elke Büdenbender, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, DHZB-Kinderkardiologe Dr. Stephan Schubert

Unerwartet hat DHZB-Oberarzt Dr. Stephan Schubert ausgerechnet im Ausland den deutschen Bundespräsidenten getroffen: Zu einem Empfang in Jerusalem anlässlich des Besuchs von Frank-Walter Steinmeier war auch der Berliner Kinderkardiologe kurzfristig eingeladen worden, gemeinsam mit seinem israelischen Kollegen Dr. Sagi Assa.  

Dr. Assa wurde 2012 für 2 Jahre am DHZB dafür ausgebildet, Eingriffe mit dem Herzkatheter durchzuführen und hat nun am Wolfson Medical Center in Tel Aviv ein entsprechendes und erfolgreiches Programm aufgebaut. Für die komplexe Behandlung zweier Kinder, die eine neue Herzklappe benötigten, hatte er seinen Mentor aus Berlin um Unterstützung gebeten. Beide Eingriffe verliefen komplikationslos. 

„Das Zusammentreffen mit unserem Bundespräsidenten und Verlegerin Friede Springer hat sich absolut nicht nur auf ein Foto beschränkt“, erzählt Dr. Stephan Schubert, „Alle waren sehr interessiert an unserer Arbeit – was uns natürlich gefreut hat.“

Dr. Sagi Assa ist für „Save a Child‘s Heart“ tätig, einer weltweit tätigen israelischen Organisation zur Behandlung herzkranker Kinder vorwiegend aus unterentwickelten Ländern. Mit Unterstützung seiner Berliner Kollegen hat er deshalb 2016 auch in Tansania mit dem Aufbau eines Herzkatheter-Programms für Kinder begonnen. Mehr darüber erfahren Sie hier. 

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18.05.2017

Passend zum Pokal-Finale

Im Februar wurde Ben (13) am DHZB lungentransplantiert. Bei einem Nachuntersuchungstermin gab’s für den leidenschaftlichen BVB-Fan jetzt eine echte Überraschung.

Prof. Christoph Knosalla, Ben und Prof. Volkmar Falk

Prof. Christoph Knosalla, Ben und Prof. Volkmar Falk

Schon kurz nach seiner Geburt im September 2003 stellen die Ärzte fest, dass Ben Lewandowski aus der Nähe von Landau in der Pfalz an pulmonaler Hypertonie leidet, einem krankhaft erhöhten Blutdruck im Kreislauf von Herz und Lunge. 

Jahrelang können die Spezialisten an der Heidelberger Uniklinik mit Medikamenten dafür sorgen, dass Ben trotz der unheilbaren Erkrankung weitgehend normal aufwachsen kann. 

Im Jahr 2016 verschlechtert sich sein Zustand aber unaufhaltsam. Schließlich wird klar, dass nur eine Lungentransplantation Ben noch retten kann. Weil diese Operation in Heidelberg nicht vorgenommen wird, raten die dortigen Spezialisten zur einer Verlegung ins Deutsche Herzzentrum Berlin. „Wir haben Ben in Heidelberg immer in sehr guten Händen gewusst,“ sagt Vater Marcus, „also sind wir diesem Ratschlag natürlich gefolgt – trotz der großen Entfernung.“ 

Am 15. Februar steht Ben nach allen nötigen Untersuchungen auf der Warteliste. Er und seine Familie müssen angesichts des Spendermangels mit einer Wartezeit von vielen Monaten rechnen. Doch nur 5 Tage später klingelt frühmorgens das Telefon - ein für Ben passendes Spenderorgan steht zur Verfügung. 

Mit dem Rettungswagen werden der Junge und sein Vater zum Flughafen in Mannheim gebracht, dann geht es mit einem Charterflugzeug weiter nach Berlin. Bens Mutter packt die Koffer und fährt mit dem Auto hinterher. Schon um kurz nach 12 Uhr mittags gibt Marcus Rutz-Lewandowski sein Kind an der OP-Schleuse ab. 

„Alles ist unglaublich schnell gegangen, wir hatten keine Zeit uns groß Gedanken zu machen oder uns innerlich vorzubereiten,“ erzählt der Vater, „im Nachhinein denke ich, das war eigentlich das Beste, was uns passieren konnte.“

In einer neunstündigen Operation ersetzen Oberarzt Professor Christoph Knosalla und sein Team Bens unheilbare kranke Lunge durch das gesunde Spenderorgan. Zwar gibt es nach der Operation noch Komplikationen. Doch dann erholt Ben sich schnell und kann im April nach Hause entlassen werden. 

Inzwischen sind bereits anderthalbstündige Fahrradtouren wieder drin, noch im Mai soll Ben wieder zur Schule gehen. Allerdings muss er noch regelmäßig zur Kontrolle ins DHZB kommen. 

Und dabei gab es jetzt eine echte Überraschung: Ein Trikot mit den original-Unterschriften der Spieler von Borussia Dortmund. Denn das gesamte DHZB-Team hatte schnell mitbekommen, dass dieser Patient (mit dem gleichnamigen Fußballspieler übrigens nicht verwandt) ein glühender Fan von Borussia Dortmund ist. Mit Hilfe von Arne Friedrich (Ex-Nationalspieler und mit seiner Stiftung ein großer Förderer des DHZB) konnte schließlich ein Trikot mit original-Signaturen organisiert werden – „als kleine Belohnung für Bens große Tapferkeit“, so Prof. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des DHZB.   

Welchen Ehrenplatz das kostbare Stück genau einnehmen wird, habe die Familie noch nicht entschieden, erzählt der Vater. Aber fürs TV-Gucken vom Pokalfinale am 27. Mai ist Ben jetzt jedenfalls gut ausgerüstet! 

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22.05.2017

Premiere einer verblüffenden Technik

Als erste Klinik in Berlin/Brandenburg setzt das DHZB eine schonende neue Methode zur Behandlung der Herzmuskelschwäche nach einem Herzinfarkt ein

v.l.: Dr. Felix Hennig, PD Dr. Christoph Klein, Prof. Christoph Knosalla und PD Dr. Sebastian Kelle

v.l.: Dr. Felix Hennig, PD Dr. Christoph Klein, Prof. Christoph Knosalla und PD Dr. Sebastian Kelle

Die koronare Herzkrankheit ist in Deutschland eine Volkskrankheit, jedes Jahr sterben weit über 100.000 Menschen daran. Kommt es im Rahmen der Erkrankung zu einem Untergang von Herzmuskelgewebe, spricht man von einem Herzinfarkt. Moderne Therapieverfahren können helfen, die Folgen eines solchen Infarkts zu minimieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten.

Wenn es nach einem Infarkt nicht rechtzeitig gelingt, das betroffene Herzkranzgefäß wieder zu eröffnen und den Herzmuskel mit Blut zu versorgen, kann der betroffene Muskelabschnitt vernarben, sich im weiteren Verlauf ausdehnen und zu einem sogenannten Aneurysma (Aussackung) umformen. Damit hat das Herz nicht nur einen Teil funktionierender Herzmuskulatur verloren, sondern es verliert es zusätzlich an Leistung, weil ein Teil jedes Herzschlages zum Füllen des Aneurysmas „verschwendet“ wird.

Bei betroffenen Patienten kann dies trotz optimaler medikamentöser Therapie zu einer deutlich verminderten Leistungsfähigkeit und somit einer eingeschränkten Lebensqualität führen. 

Das klassische Behandlungsverfahren besteht in der chirurgischen Entfernung des Aneurysmas, der Rekonstruktion der natürlichen Form der linken Herzkammer, manchmal auch  kombiniert mit einer Bypassoperation zur Verbesserung der Durchblutung. Dafür ist eine Operation am offenen Herzen nötig, bei der das Herz stillgelegt werden und der Kreislauf des Patienten von einer Herz-Lungen-Maschine aufrechterhalten werden muss.   

Obwohl sich dieses Vorgehen in erfahrenen Händen bewährt hat und dem Patienten eine Verbesserung seiner Leistungsfähigkeit ermöglicht, ist es vergleichsweise aufwendig in der Durchführung und kann – besonders bei geschwächten Patienten – eine erhebliche Belastung darstellen.

Das Prinzip der neuen Methode besteht darin, ein spezielles Ankersystem an die Ränder des Aneurysmas zu bringen, mit deren Hilfe das gesamte vernarbte Gewebe aus dem Herzen „ausgestülpt“ wird, sodass danach die linke Herzkammer, wie beim Gesunden, nur noch aus funktionierender Muskulatur besteht. Für diesen Eingriff, der unter Röntgen- und Ultraschallkontrolle vorgenommen wird, sind lediglich ein wenige Zentimeter langer Einschnitt seitlich am Brustkorb sowie ein Katheterzugang über dem Schlüsselbein nötig. Das Herz muss dafür nicht stillgelegt werden. 

Das Deutsche Herzzentrum Berlin gehört zu den ersten Zentren in Deutschland, die das in den USA entwickelte Verfahren anwenden. Der Eingriff wird von Kardiologen und Herzchirurgen gemeinsam in einem sogenannten Hybrid-OP vorgenommen, der die Möglichkeiten eines Herzkatheter-Labors und einer Operationssaals verbindet. 

„Das Verfahren ist nicht für jeden von ischämischer Herzinsuffizienz betroffenen Patienten geeignet“, sagt Herzchirurg Dr. Felix Hennig, der den Eingriff gemeinsam mit seinem kardiologischen Kollegen PD Dr. Christoph Klein durchgeführt hat, „wo es aber anwendbar ist, stellt es ein schonendere Alternative zu den etablierten operativen Verfahren dar: Anders als beim etablierten Vorgehen ist kein großer Schnitt über dem Brustbein erforderlich und auch auf das vorübergehende Anhalten des Herzens und die Verwendung einer Herz-Lungen-Maschine kann verzichtet werden.“  

Der erste Eingriff am DHZB verlief ohne Komplikationen, der Patient hat sich sehr rasch erholt. Weitere Eingriffe sind bereits in den nächsten Tagen geplant.  

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01.06.2017

Ein Traum wird wahr

Nur drei Monate nach seiner Lungentransplantation ist Ben (13) live dabei, als Dortmund den DFB-Pokal holt. Ein Mitglied der „Herzfreunde“ hat dem leidenschaftlichen BVB-Fan die begehrte Karte geschenkt.

Kurz vor dem Ziel: Ben Lewandowski und Papa Marcus

Kurz vor dem Ziel: Ben Lewandowski und Papa Marcus

Seit seiner Geburt leidet der heute 13jährige Ben aus der Nähe von Mannheim an pulmonaler Hypertonie, einem krankhaft erhöhten Blutdruck im Kreislauf von Herz und Lunge. Schließlich steht fest, dass nur eine Lungentransplantation ihn retten kann. Am 20. Februar wird der Eingriff am Deutschen Herzzentrum Berlin erfolgreich vorgenommen, im April kann Ben entlassen werden.

Dass ihr Patient ein leidenschaftlicher Fan von Borussia Dortmund ist, haben Ärzte und Pflegekräfte längst mitbekommen. Ein Trikot mit Originalunterschriften der Spieler wurde organsiert und Ben bei einer Nachuntersuchung vom Chefarzt persönlich überreicht.

Ben größter Traum aber schien unerfüllbar: Live dabei zu sein beim Pokalfinale in Berlin, Dortmund gegen Frankfurt. „Als es noch Chancen auf Karten gegeben hätte, konnte wir ja nicht absehen, dass Ben sich so schnell erholt“, sagt Vater Marcus, „wir hatten uns längst auf das Finale im Fernsehen eingestellt“. 

Doch dann hörte Bernd Bergmann von Bens Geschichte. Der Geschäftsführer eines Berliner Unternehmens für Sanitäranlagen, Heizungstechnik und Rohrleitungsbau ist Mitglied der „Herzfreunde“, dem Verein zur Unterstützung der Arbeit und Forschung im DHZB. „Ich hatte zwei Final-Tickets, und als ich hörte, wie tapfer Ben seine Erkrankung und die schwere Zeit nach der Transplantation gemeistert hat, war sofort klar, wer diese Tickets bekommen soll!“

Übergabe in Spandau: Bernd Bergmann (links) von den Herzfreunden, Ben und sein Vater Marcus

Übergabe in Spandau: Bernd Bergmann (links) von den "Herzfreunden", Ben und sein Vater Marcus

Dann geht alles sehr schnell: Bens Vater Marcus organisiert eine Übernachtungsmöglichkeit bei Freuden und kauft die Zugfahrtkarte, auf dem Bahnhof in Berlin Spandau übergibt Bernd Bergmann Vater und Sohn die begehrten Karten.

Abends geht es ins Olympiastadion. Der Rest ist Fußballgeschichte: Nach drei erfolglosen Finalteilnahmen in Folge holt Borussia Dortmund den DFB-Pokal. Ben war dabei. Und wird diesen Abend nie vergessen.

„Ich könnte viele Worte machen für meinen Sohn und mich“, sagt Vater Marcus, „aber nur ein einziges bringt es auf den Punkt: Danke.“

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07.06.2017

Neues Video zur Patienteninformation

Anschaulich und verständlich: Die Mitralklappeninsuffizienz und ihre chirurgische Behandlung

Hier gehts zum neuen DHZB-Video.

Hier geht's zum neuen DHZB-Video.

Die Insuffizienz der Mitralklappe ist eine der häufigsten Erkrankungen der Herzklappen. An spezialisierten Kliniken wie dem Deutschen Herzzentrum Berlin kann diese Erkrankung in den meisten Fällen chirurgisch behandelt werden, ohne dass eine künstliche Herzklappe eingesetzt werden muss. Der Eingriff erfolgt schonend minimalinvasiv. Am Deutschen Herzzentrum Berlin werden jedes Jahr über 200 Operationen zur Rekonstruktion der Mitralklappe durchgeführt. Unsere Teams verfügen über eine entsprechend große Sicherheit und Erfahrung. Dieses Video macht die Funktion der Mitralklappe, das Krankheitsbild der Mitralklappeninsuffizienz und die Behandlung verständlich. Wir danken den Herzfreunden, die diesen Informationsfilm ermöglicht haben!

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12.06.2017

Herzmedizin auf höchsten Niveau - Das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) öffnet seine Türen

Lange Nacht der Wissenschaften am 24. Juni 2017, 17-24 Uhr

Das Deutsche Herzzentrum Berlin gehört zu den größten und innovativsten Herzzentren Europas. Über 100.000 Herzoperationen wurden hier bereits durchgeführt. In der Langen Nacht der Wissenschaften öffnen sich Türen, die für Besucher sonst strikt verschlossen bleiben müssen: Zum Operationssaal und zum Herzkatheterlabor. Welche faszinierenden Fortschritte die Herzmedizin gemacht hat und welche modernsten Behandlungsverfahren heute eingesetzt werden – darüber können Sie sich in dieser Nacht umfassend informieren. Herzmedizin auf höchstem Niveau – zum Anschauen, Anfassen und: zum Staunen.  

Informationen zu den Tickets bekommen Sie hier! 

Unsere Angebote im Einzelnen: 

„Schlüsselloch-Chirurgie in 3D“

Über nur wenige Zentimeter große Schnitte schiebt der Herzchirurg seine Instrumente und eine Kamera in den Brustkorb, dann operiert der Spezialist mit Blick auf einen 3D-Monitor - wo er das Herz des Patienten in 3D vor sich sieht. Was sich wie Science-Fiction anhört, ist am DHZB bereits Alltag. Setzen Sie die 3D-Brille auf und nehmen Sie die Instrumente in die Hand: An einem Simulationsmodell in unserem OP können Sie in der Langen Nacht der Wissenschaften selbst ein Herzchirurg sein. 

Wie funktioniert ein Kunstherz? 

Was heute meist als „Kunstherzen“ bezeichnet wird, sind Pumpen, die das kranke Herz des Patienten nicht ersetzen, sondern unterstützen. Die Systeme können nahezu komplett in den Körper eingesetzt werden, viele Patienten können mit einem Kunstherzen ein fast völlig normales Leben führen. Das Deutsche Herzzentrum Berlin betreibt eines der größten und innovativsten Kunstherz-Programme der Welt. In der Langen Nacht der Wissenschaften können Sie Kunstherzen anschauen, anfassen und lernen, wie sie funktionieren.   

Die Herz-Lungen-Maschine

Die Erfindung der Herz-Lungen-Maschine hat moderne Herzchirurgie erst möglich gemacht: Denn um komplizierte Eingriffe vornehmen zu können, muss der Motor unseres Kreislaufs vorübergehend stillgelegt werden. Die Funktion von Herzen und Lunge übernimmt in dieser Zeit die Herz-Lungen-Maschine, gesteuert von einem Kardiotechniker. Das Deutsche Herzzentrum Berlin nimmt eine weltweite Führungsposition ein, was den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine bei Neugeborenen und Kleinkindern angeht. Warum – das können Sie in der Langen Nacht der Wissenschaften erfahren. 

Der Hybrid-OP

„Saal 8“ im DHZB gehört zu den modernsten Operationssälen Deutschlands: Der sogenannte Hybrid-OP ist mit modernsten Bildgebungsverfahren ausgestattet und ermöglicht kombinierte katheterbasierte und herzchirurgische Eingriffe. DHZB-Spezialisten stehen ihnen zur Seite, wenn Sie in der Langen Nacht der Wissenschaften unseren „Saal 8“ besuchen und verstehen möchten. 

Das Herzkatheterlabor

Im Frühjahr 1929 wagte der Berliner Mediziner Werner Forßmann einen spektakulären  Selbstversuch: Über einen Schnitt im Oberarm führte er einen dünnen Schlauch über die Blutgefäße bis in sein schlagendes Herz. Für diesen ersten dokumentierten Herzkatheter-Eingriff bekam Forßmann später den Nobelpreis. Heute ermöglicht das Herzkatheterverfahren die genaue Diagnose und auch Behandlung vieler Herzerkrankungen, ohne dass dafür eine Operation nötig ist. In den  Herzkatheterlaboren des DHZB können Sie erfahren, wie dieses in der Herzmedizin alltägliche und dennoch faszinierende Verfahren funktioniert.  

Einblick ins Herz – Diagnostik am DHZB

Keine Therapie ohne genaue Diagnose: Im Deutschen Herzzentrum Berlin werden modernste Verfahren zur genauen Feststellung von Herzerkrankungen durchgeführt. Unsere Untersuchungsräume für Computer- und Magnetresonanztomographie (MRT) stehen Ihnen offen. Und wenn Sie Ihr eigenes Herz einmal schlagen sehen wollen, können Sie sich von einem unserer Kardiologen mit einem „4D-Ultraschall“ untersuchen lassen. 

Biofilmzentrum

Biofilme sind organisierte Lebensgemeinschaften von Mikroorganismen, die sich an nahezu jeder Oberfläche ansiedeln können. Unter dem Mikroskop erscheinen Biofilme in faszinierender Schönheit, für Patienten im Krankenhaus können Sie eine tödliche Gefahr sein. In der Langen Nacht der Wissenschaften können Sie die Forschungsarbeit des DHZB-Biofilmzentrums im Kampf gegen die Erreger kennen lernen. 

Weitere Angebote

Treffen Sie Menschen, die seit vielen Jahren mit einem Spenderherz leben, sprechen Sie mit unseren Psychologen darüber, wie wichtig psychische Betreuung von Herzpatienten ist, lernen Sie die Forschungsarbeit unserer Experten zur Verhinderung von Infektionen kennen. Und: Begreifen Sie die Funktionsweise Ihres Herzens, in dem Sie hineinlaufen – in unser begehbares Herz!

Die Lange Nacht der Wissenschaften am DHZB: Herzlich willkommen!

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16.06.2017

Gut gelaufen!

Mit 11 Staffeln war das DHZB beim 18. Berliner Teamlauf dabei

Teamstaffellauf_Gruppe.jpg

Beste Temperaturen um die 20 Grad und ein angenehmer Sonne-Wolken Mix: Die Bedingungen hätten nicht besser sein können am ersten Tag des 18. Berliner 5x5 Kilometer-Teamstaffellaufs, zu dem sich dieses Jahr über 5.800 5er Staffeln und damit über 29.000 Läufer angemeldet hatten. Dabei: 11 Staffeln, also 55 Läuferinnen und Läufer aus so gut wie allen Bereichen des DHZB.

Die Staffel „Cardiorunners“ war bereits zum 12. Mal dabei. Und einmal mehr zeigt sich, dass auch im Sport nicht nur die Jugend, sondern auch die Erfahrung zählt: Denn mit 2:09 Stunden waren die „Cardiorunners“ von allen DHZB-Staffeln die schnellste. 

Einhelliges Fazit aller Läufer: "Nächstes Jahr wieder!"

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26.06.2017

Eine Nacht für den Motor des Lebens

Einblicke in die moderne Herzmedizin bei der Langen Nacht der Wissenschaften

Großes Interesse für Saal 8

Großes Interesse für Saal 8

Die beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen Herzzentrums Berlin konnten in der diesjährigen Langen Nacht der Wissenschaften über weit mehr als 1.000 Besucher freuen, mehr noch als im Vorjahr. 

Wie schon in den Vorjahren gilt das größte Interesse dabei „Saal 8“, einem der beiden Hybrid-Operationssäle des DHZB, in denen kardiologische und herzchirurgische Maßnahmen gleichzeitig durchgeführt werden können und die mit modernsten Bildgebungsverfahren ausgestattet sind. 

  

Operieren mit der 3D-Brille

Operieren mit der 3D-Brille

Hier vermittelten Ärzte und Pflegekräfte den Gästen einen Überblick in moderne herzchirurgische Verfahren, etwa der minimalinvasiven Operation von Herzklappen, bei denen der Chirurg den Brustkorb nicht durchtrennen muss, sondern mit 3D-Brille über eine endoskopische Kamera operiert. Und das konnten die Besucher an einem Modells sogar selbst trainieren. 

  

Wer mal Herzchirurg werden will, muss früh trainieren!

Wer mal Herzchirurg werden will, muss früh trainieren!

Besonders spannend, gerade für junge Besucher: Einmal selber im OP stehen! Die Handhabung verschiedener chirurgischer Instrumente, natürlich unter sorgsamer Anleitung und Aufsicht.

  

Herzkatheterlabor HK2 - Hier werden meist Kinder und Säuglinge mit angeborenen Herzfehlern behandelt

Herzkatheterlabor "HK2" - Hier werden meist Kinder und Säuglinge mit angeborenen Herzfehlern behandelt

Doch mit den Herzkatheterlaboren, dem MRT oder dem CT standen den Besuchern viele weitere Abteilungen offen. Ärzte und Pfleger beantworteten dabei auch hier nicht nur alle Fragen, sondern machten die Behandlungsmethoden der modernen Herzmedizin anhand von Modellen verständlich. 

Herzmedizin zum Anfassen: Schülerinnen mit einem Metallschirm zum Verschluss von Löchern im Herzen

Herzmedizin zum Anfassen: Schülerinnen mit einem Metallschirm zum Verschluss von "Löchern" im Herzen

Herzmedizin zum Staunen, Verstehen und zum Anfassen. Wir bedanken uns bei allen Besuchern für ihr Interesse! 

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03.07.2017

7076 Runden für herzkranke Kinder

Über 1000 Teilnehmer radelten bei der 4. Berliner Herzfahrt zugunsten der Klinik für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie am DHZB

Gruppenbild mit Herz: Die Teilnehmer aus der Luft

Gruppenbild mit Herz: Die Teilnehmer aus der Luft

„Schönwetter kann jeder“ - so begrüßte rbb-Moderatorin Britta Elm die Teilnehmer der „Herzfahrt“ auf dem Tempelhofer Feld. Denn trotz Nieselregen waren über 1000 Radlerinnen und Radler gekommen, um möglichst viele Vier-Kilometer-Runden für einen guten Zweck zu drehen.

Die „Herzfahrt“ wurde zum 4. Mal von der PSD Bank Berlin-Brandenburg, dem ADFC und „Berliner helfen“, dem Verein der Berliner Morgenpost veranstaltet. Pro gefahrene Runde spendet die PSD Bank drei Euro pro an die Klinik für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie am Deutschen Herzzentrum Berlin.

von links: Eva-Maria Scheel (ADFC-Landesvorsitzende), Gesundheitssenatorin Dilek Kolat, Grit Westermann (Vorstand PSD Bank), Prof. Felix Berger (DHZB) und Petra Götze (Berliner Morgenpost)

von links: Eva-Maria Scheel (ADFC-Landesvorsitzende), Gesundheitssenatorin Dilek Kolat, Grit Westermann (Vorstand PSD Bank), Prof. Felix Berger (DHZB) und Petra Götze (Berliner Morgenpost)

Das Geld soll verwendet werden, um die psychomotorische Entwicklung von Kindern mit angeborenen Herzfehlern zu untersuchen und zu fördern. So werden im Rahmen der „Long-Term Early Development Research (LEADER)“-Studie am DHZB Kinder mit bestimmten angeborenen Herzfehlern nach der entsprechenden Korrekturoperation über einen Zeitraum von drei Jahren hinsichtlich ihrer kognitiven, motorischen und sprachlichen Entwicklung regelmäßig und strukturiert nachuntersucht.

„Wir wissen, dass sich Sprache, Wahrnehmungsvermögen und motorische Fähigkeiten von Kindern mit Angeborenen Herzfehlern oft langsamer entwickeln als bei gesunden Kindern“, sagt Studienleiterin PD Dr. Katharina Schmitt, „Bisher gibt es allerdings nur sehr wenige Studien, die diese Verzögerungen langfristig, systematisch und detailliert dokumentieren. Diese Studie soll dazu beitragen, diese Forschungslücke zu schließen.“

Kleine Radlerin - große Leistung!

Kleine Radlerin - große Leistung!

Unter anderem mit gezielter Ergotherapie können Kinder mit schweren angeborenen Herzfehlern frühzeitig schon während ihres oft langen stationären Aufenthalts am DHZB gefördert werden. "Wir wollen unseren kleinen Patienten so viel Lebensqualität wie irgend möglich bieten", sagt Professor Felix Berger, Direktor der Klinik, "und dabei sind wir für jede Unterstützung dankbar."

Professor Berger ist passionierter Freizeit-Radler und war wie in den Vorjahren aktiv bei der Herzfahrt dabei: Mit 19 gefahrenen Runden, also 74 Kilometern.

Das Team des DHZB-Infostands: Hier konnten sich die Teilnehmer über die Arbeit der Klinik informieren

Das Team des DHZB-Infostands: Hier konnten sich die Teilnehmer über die Arbeit der Klinik informieren

Insgesamt wurden 7606 Runden gedreht, 30.424 Kilometer kamen zusammen. Die PSD Bank rundete die Spendensumme auf 30.000 Euro auf. Und auch die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kolat beehrte die Herzfahrt mit ihrem Besuch.

Zum Finale gab’s wie im Vorjahr ein spektakuläres Luftbild aller Teilnehmer, aufgestellt zum Herz. Und dabei hat es noch nicht mal geregnet.

„Die Veranstaltung war wie immer perfekt organisiert, alle Teilnehmer waren voll motiviert“, sagt Professor Felix Berger, „ich kann mich nur immer wieder bei allem Veranstaltern und Mit-Radlern aufs herzlichste bedanken!“

Und das mit dem Sonnenschein klappt dann nächstes Jahr wieder. Ganz bestimmt.

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05.07.2017

Erneute Auszeichnung

„Focus Gesundheit“ zählt DHZB-Chirurgen wie im Vorjahr zu „Deutschlands Top-Ärzten“

Prof. Dr. med. Joachim Photiadis (links) und Prof. Dr. med. Volkmar Falk

Prof. Dr. med. Joachim Photiadis (links) und Prof. Dr. med. Volkmar Falk

Prof. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB) und Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie sowie Prof. Joachim Photiadis, Direktor der Klinik für die Chirurgie Angeborener Herzfehler – Kinderherzchirurgie gehören auch 2017 zu Deutschlands „Top-Medizinern“: Zu diesem Ergebnis kommt „Focus Gesundheit“ in seiner aktuellen Ausgabe. 

Die von einem unabhängigen Recherche-Institut im Auftrag von „Focus“ ermittelte Bestenliste beruht auf Empfehlungen anderer Mediziner, den Einschätzungen von Selbsthilfegruppen und natürlich auch der Patienten. Außerdem wird die Häufigkeit von Fachpublikationen bewertet und wie oft Studien zur kontinuierlichen Verbesserung von Diagnostik und Therapie durchgeführt werden. 

Prof. Volkmar Falk ist seit 19 Jahren Facharzt für Herzchirurgie und seit Oktober 2014 Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums Berlin sowie Ordinarius für Herzchirurgie an der Berliner Charité. Sein Spezialgebiet sind minimal-invasive Eingriffe zum Erhalt oder Ersatz erkrankter Herzklappen. 

Prof. Joachim Photiadis ist seit 2012 Direktor einer eigenständigen Klinik für die Chirurgie der Angeborenen Herzfehler/Kinderherzchirurgie am DHZB. In der chirurgischen Behandlung auch seltener und schwerer angeborener Herzfehler nimmt das Deutsche Herzzentrum Berlin eine weltweite Führungsrolle ein. 

„Ein Herzchirurg kann nur so gut sein wie sein Team“, sagt Prof. Volkmar Falk: „Diese Auszeichnung gebührt also allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ob Ärzte, Pflegekräfte oder Kardiotechniker.“ Im Jahr 2016 wurden am DHZB insgesamt über 7.000 Operationen durchgeführt, davon über 1.000 Eingriffe zur Korrektur oder dem Ersatz von Herzklappen. 

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10.07.2017

Alarmierendes Ergebnis

Wohl doppelt so viele Menschen wie bisher angenommen erkranken an einer lebensbedrohlichen Aortendissektion. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des DHZB.

Hinter dem komplizierten Fachbegriff „akute Typ A-Aortendissektion“ steht eine ebenso lebensbedrohliche wie tückische Erkrankung: Dabei reißt die innere Wandschicht der Hauptschlagader (Aorta) direkt am Herzen ein und löst sich ab. In den Zwischenraum fließt Blut und vergrößert ihn entlang der Aorta immer weiter. So können Abzweigungen – etwa zum Gehirn – verschlossen werden. Die größte Gefahr der Aortendissektion aber ist die Einblutung in den Herzbeutel, die rasch zum Herzstillstand führen kann. 

Eine Aortendissektion muss deshalb so schnell wie möglich in einem spezialisierten Herzzentrum operiert werden. Unbehandelt verläuft sie in einem Großteil der Fälle innerhalb von 48 Stunden tödlich. 

Eine schnelle und sichere Diagnose der akuten Aortendissektion ist allerdings nicht leicht. Die Symptome - vor allem der heftige Brustschmerz - können auch von erfahrenen Notärzten als Anzeichen des weitaus häufiger vorkommenden Herzinfarktes missdeutet werden. 

Häufig sorgt erst eine Untersuchung mit dem Computertomographen (CT) für Klarheit, der aber nicht überall und schnell genug zur Verfügung steht. Schlimmer noch: Wird die Aortendissektion behandelt wie ein Herzinfarkt, kann das fatale Folgen haben, so Stephan Kurz, Kardioanästhesist und Notarzt am DHZB: „Vereinfacht gesagt ist ein Herzinfarkt die Folge eines Blutgerinnsels und wird deshalb mit Medikamenten behandelt, die das Blut verdünnen. Bei der Aortendissektion wird die Blutung dadurch noch beschleunigt und die weitere Versorgung erheblich erschwert“.

Ein Team der Klinik für Herz,-Thorax- und Gefäßchirurgie am DHZB (Direktor: Prof. Dr. Volkmar Falk) unter der Leitung von Stephan Kurz hat die Patientenakten und Notarztprotokolle von über 1.600 Patienten analysiert, die wegen einer akuten Typ A-Dissektion am DHZB behandelt wurden.

Zusätzlich wurden über 14.000 Autopsieberichte  aus dem Institut für Rechtsmedizin der Charité und dem Fachbereich  Pathologie des Vivantes-Netzwerks ausgewertet, um zu erfassen, wie viele Patienten in Berlin und Brandenburg an einer Aortendissektion verstorben sind.

Die Ergebnisse wurde jetzt im international renommierten „International Journal of Cardiology“ veröffentlicht und zeigen dringenden Handlungsbedarf. So wurde ermittelt: 

dass die mittlere Zeit vom Auftreten der ersten Symptome bis zum Beginn der Operation bei über 8 Stunden liegt. 

dass die Aortendissektion mit hoher Wahrscheinlichkeit viel häufiger auftritt als bisher angenommen: Das statistische Bundesamt geht von jährlich 4,6 Fällen auf 100.000 Einwohner aus, die Hochrechnung der in der Studie erhobenen Daten ergibt einen mehr als doppelt so hohen Wert (11,9 Fälle).

„Anhand unserer Daten müssen wir von einer Dunkelziffer von über 200 Menschen ausgehen, die in Berlin und Brandenburg jedes Jahr verstorben sind, weil eine akute Aortendissektion zu spät erkannt oder falsch behandelt wurde“, sagt Stephan Kurz.

Das DHZB hat deshalb bereits 2015 das europaweit einzigartige Konzept eines „Aortentelefons“ ausgearbeitet: Eine medizinische Hotline, die allen Berliner und Brandenburger Ärzten rund um die Uhr koordinierend und beratend zur Seite steht. So soll die Zeit vom Ereignis bis zur OP nicht nur entscheidend verkürzt, sondern auch besser genutzt werden. 

Im DHZB steht unter einer einheitlichen Nummer rund um die Uhr ein Facharzt für Anästhesie oder Herzchirurgie als Ansprechpartner für das Personal der regionalen Rettungsstellen zu Verfügung. Er leistet medizinischen wie organisatorischen Support für die Kollegen vor Ort, koordiniert aber auch die Vorbereitung des Eingriffs am DHZB selbst.

Hierzu wurden Standardverfahren zur bildgebenden Diagnostik und Medikation erarbeitet und mit Rettungsdiensten, leitenden Notärzten und den Rettungsstellen der Kliniken in Berlin und Brandenburg abgestimmt. „Dabei ging es uns auch darum, die Kolleginnen und Kollegen weiter für eine Erkrankung zu sensibilisieren, die weit seltener, aber deshalb nicht weniger schwerwiegend ist als ein Herzinfarkt.“ 

Auch die Abläufe von Aufnahme, Anästhesie, operative Versorgung und die Weiterbehandlung auf der Intensivstation am DHZB selbst wurden weiter verbessert und standardisiert. Auf der Notfall-Website des DHZB stehen die entsprechenden Leitlinien und Möglichkeiten zur schnellen und sicheren Übermittlung der Patienten- und Behandlungsdaten zur Verfügung. 

Das Konzept hat bereits zu einer deutlichen Verbesserung der Diagnostik und Erstversorgung geführt: Die Zahl der am DHZB wegen einer akuten Typ A-Dissektion operierten Patienten stieg von durchschnittlich 80 in den Vorjahren auf 138 in 2016, also um mehr als 70 Prozent. 

Auch die Zeitspanne vom Eintreten der ersten Symptome bis zum Operationsbeginn konnte bereits um durchschnittlich 20 Prozent gesenkt werden.  

„Viele dieser Patienten hätten ohne die zügige und effiziente Verlegung ins DHZB nicht überlebt“, sagt Klinikdirektor Prof. Dr. Volkmar Falk: „Der beste Ansporn für uns, das Projekt auszubauen und weiter voranzutreiben“.

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10.07.2017

„Ich wusste sofort, das ist was Ernstes“

Im April 2015 erleidet der Saxophonist Fuasi Abdul-Khaliq eine akute Aortendissektion. Weil die lebensgefährliche Erkrankung sofort erkannt und im DHZB behandelt werden konnte, hat der Musiker nicht nur überlebt, sondern ist wieder fit wie zuvor.

Fuasi Abdul-Kaliq und Dr. Jörg Kempfert. Der leitende Oberarzt am DHZB und sein Team operierten den Jazzmusiker am 13. April 2015

Fuasi Abdul-Kaliq und Dr. Jörg Kempfert. Der leitende Oberarzt am DHZB und sein Team operierten den Jazzmusiker am 13. April 2015

Die Hauptstraße in Berlin-Schöneberg, 13. April 2015, früher Nachmittag. Fuasi Abdul-Khaliq wartet im Auto auf seine Partnerin, die in einem Supermarkt einkauft.

Schon seit 1992 lebt der US-Amerikaner in Berlin, als Jazz-Saxophonist ist er in der Musikszene nicht nur der Hauptstadt eine feste Größe.

Dem damals 64jährigen geht es gut. Gerade ist Fuasi Abdul-Kahliq von einem vierwöchigen Kreuzfahrt-Engagement zurückgehrt, er freut sich, wieder zu Hause zu sein. Doch dann kommt der Schmerz. Unerwartet und heftig. „Es fing im Hals an“ erzählt der Musiker, „und zog sich dann zur Brust ’runter. Ich wusste sofort, da stimmt was nicht, das ist was Ernstes.“

Als seine Partnerin aus dem Supermarkt kommt, hängt Fuasi zusammengesunken halb aus dem Beifahrerfenster. Sie denkt nicht lange nach und rast mit ihrem Freund in die nächste Klinik, das St. Gertrauden-Krankenhaus in Wilmersdorf.

Das Team dieser Klinik denkt sofort an eine Aortendissektion und veranlasst die notwendige Diagnostik. Wenig später ist der Verdacht bestätigt. Als Notfalltransport wird Fuasi Abdul-Khaliq nur wenig später ins Deutsche Herzzentrum Berlin überwiesen.

Um 15 Uhr 40 beginnen Herzchirurg Dr. Jörg Kempfert, leitender Oberarzt am DHZB und sein Team mit dem rettenden Eingriff am offenen He

Fuasi Abdul-Kaliq in action

Fuasi Abdul-Kaliq "in action"

Fuasi Abdul-Khaliq ist bereits mit 6 Jahren Solist im Jugendchor seiner Kirchengemeinde, Klarinette spielen lernt er mit 8, schon mit 10 nimmt er als erster Klarinettist seines Schulorchesters in Los Angeles eine Platte auf. Musik ist sein Leben, ob als Komponist, Lehrer, Produzent oder Bandleader. Längst haben ihn seine Tourneen durch die ganze Welt geführt.

Die Operation gelingt, gut drei Wochen später wird Fuasi Abdul-Khaliq entlassen. Er ist dankbar, überlebt zu haben. Aber die Sorge bleibt: Kann er jemals wieder mit voller Energie Musik machen?

Heute, zwei Jahre später steht fest: Er kann. Fuasi Abdul-Khaliq steht nicht nur mit voller Energie im Leben, sondern auch auf der Bühne. Dank der richtigen Diagnose - und dem schnellen Transport ins DHZB.

Hintergrund:

Hinter dem komplizierten Fachbegriff „akute Typ A-Aortendissektion“ steht eine ebenso lebensbedrohliche wie tückische Erkrankung: Dabei reißt die innere Wandschicht der Hauptschlagader (Aorta) direkt am Herzen ein und löst sich ab. In den Zwischenraum fließt Blut und vergrößert ihn entlang der Aorta immer weiter. So können Abzweigungen – etwa zum Gehirn – verschlossen werden. Die größte Gefahr der Aortendissektion aber ist die Einblutung in den Herzbeutel, die rasch zum Herzstillstand führen kann.

Eine Aortendissektion muss deshalb so schnell wie möglich in einem spezialisierten Herzzentrum operiert werden. Unbehandelt verläuft sie in einem Großteil der Fälle innerhalb von 48 Stunden tödlich.

Eine schnelle und sichere Diagnose der akuten Aortendissektion wie im Fall von Fuasi Abdul-Khaliq ist allerdings keine Selbstverständlichkeit. Die Symptome - vor allem der heftige Brustschmerz - können auch von erfahrenen Notärzten als Anzeichen des weitaus häufiger vorkommenden Herzinfarktes missdeutet werden.

Mehr dazu erfahren Sie hier.

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27.07.2017

Ein Happy End namens Kalle

Im vierten Monat ihrer Schwangerschaft musste Kim Kassuhn aus Berlin vier Stunden lang am offenen Herzen operiert werden. Jetzt ist ihr Sohn ein halbes Jahr alt geworden.

v.l: Professor Joachim Photiadis, Chefarzt der Abteilung für Kinderherzchirurgie am DHZB, Mi-Young Cho, die Kim Kassuhn operiert hat, Vater Lars, Mama Kim, Nachwuchs Kalle und Professor Felix Berger,…

v.l: Professor Joachim Photiadis, Chefarzt der Abteilung für Kinderherzchirurgie am DHZB, Mi-Young Cho, die Kim Kassuhn operiert hat, Vater Lars, Mama Kim, Nachwuchs Kalle und Professor Felix Berger, Chefarzt der Kinderkardiologie

Als Kim Kassuhn im Februar 1982 blau angelaufen zur Welt kommt, klingt die Diagnose dramatisch: „Fallot’sche Tetralogie“, eine Kombination von gleich vier angeborenen Herzfehlern.

Doch Kims Organismus kann die Fehlbildungen erstaunlich gut verkraften. Sie wächst normal auf, kann am Sportunterricht teilnehmen, macht sogar Leichtathletik. Ihre Mutter achtet zwar darauf, dass Kims Herz wenigstens einmal im Jahr untersucht wird. Doch die Ärzte sind jedes Mal zufrieden.

So denkt die junge Frau immer weniger an ihre angeborenen Herzfehler. Sie zieht aus, macht eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin, dann beginnt das Berufsleben, bei Musikmanagern, einer Werbeagentur, schließlich beim Deutschen Institut für Normung (DIN) wo Kim Kassuhn bis heute tätig ist.

„Schon 2009 hat mir mein Kardiologe geraten, mich mal von den Experten im Berliner Herzzentrum untersuchen zu lassen“, gibt sie heute offen zu – „aber ich habe es nicht gemacht. Ich hatte doch keine Beschwerden!“ Ihren Partner Lars Weichert lernt Kim Kassuhn 2011 kennen und lieben. „Dein Herz hört sich seltsam an“, sagt der zu ihr, wenn er an ihrem Brustkorb lauscht. Doch weiter machen sich beide keine Gedanken.

Im Mai 2016 wird Kim Kassuhn schwanger. Die werdenden Eltern sind glücklich, „aber von Anfang an ging es mir körperlich sehr schlecht“, erzählt Kim. Lange glaubt sie, die Kurzatmigkeit sei eben bei Schwangeren normal. Doch Anfang August überweist die Gynäkologin ihre Patientin als dringenden Fall zum Kardiologen. Und der meldet Kim sofort im DHZB an.

Dort wird schnell klar: Der angeborene Herzfehler der Patientin hat sich extrem verschlechtert. Ärzte und werdende Eltern treffen nach langer Beratung die gemeinsame Entscheidung: Kim Kassuhn muss am Herzen operiert werden – trotz aller Risiken, vor allem für das Kind.

Am frühen Morgen des 17. August 2016 übergibt Lars Weichert seine Frau dem OP-Team. „Ich habe bitter geweint“, gibt Kim Kassuhn heute zu, „denn natürlich hatte ich Angst. Um mich, aber vor allem um mein Kind.“ Mi-Young Cho, leitende Oberärztin für die Chirurgie der Angeborenen Herzfehler am Deutschen Herzzentrum Berlin, nimmt den Eingriff vor.

Eine schwangere Patientin ist auch für die Chirurgin, die in ihrem Fach zur Weltspitze gehört, etwas Besonderes: „Welche Auswirkungen die Narkose und der Einsatz der Herz-Lungen-Maschine auf das Baby haben, können wir nicht genau abschätzen“, so Mi-Young Cho, „deshalb war klar, dass ich so zügig wie irgend möglich operieren muss“. Die OP dauert vier Stunden und verläuft komplikationslos. Schon am nächsten Tag kann die Patientin von der Intensiv- auf die Normalstation entlassen werden.Und auch das Baby in ihrem Bauch hat den Eingriff offenbar gut überstanden.

Kim Kassuhn will dazu beitragen, dass andere Frauen mit angeborenen Herzfehlern sich regelmäßig untersuchen lassen und mögliche Risiken einer Schwangerschaft frühzeitig mit einem Facharzt absprechen: „Spätestens wenn es um zwei Leben geht, sollte man Rat suchen - auch wenn man vorher nie Probleme hatte“, sagt sie.

Am 24. August wird Kim Kassuhn aus dem Deutschen Herzzentrum Berlin entlassen. Der Rest der Schwangeschaft verläuft problemlos - und das Happy End dieser Geschichte hat einen Namen: Kalle. Geboren am 25. Januar 2017 im Virchow-Klinikum der Charité. Gesund. Und sehr munter!

Hintergrund:

Jedes Jahr kommen in Deutschland über 6000 Kinder zur Welt, die an einer angeborenen Herzerkrankung leiden. Etwa ein Drittel dieser Kinder benötigt eine intensive und komplexe Medizin oft schon kurz nach der Geburt. Sie sorgt dafür, dass das Kind nicht nur überlebt, sondern auch eine gute Startposition für das gesamte Leben erhält. Heute erreichen etwa 90 Prozent aller Kinder mit einem angeborenen Herzfehler in guter Lebensqualität mindestens das Erwachsenenalter.

Die 1988 eröffnete Klinik für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) bildet heute gemeinsam mit der DHZB-Klinik für Chirurgie der Angeborenen Herzfehler – Kinderherzchirurgie eines der größten Kinderherzzentren in Deutschland.

Bei der Diagnose und Behandlung von angeborenen und erworbenen Herzerkrankungen aller Schweregrade stehen einem hochqualifizierten und erfahrenen Ärzteteam sämtliche technischen Möglichkeiten bis hin zur modernsten Intensivmedizin zur Verfügung.

Viele Patienten mit angeborenen Herzfehlern benötigen lebenslang eine spezialisierte Versorgung, die Erfahrung und die Kenntnis der aktuell besten Behandlungsmöglichkeiten voraussetzt. In der medizinischen Betreuung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern liegt daher ein besonderer Schwerpunkt der Klinik. Die aktive Beratung junger Patientinnen hinsichtlich einer Schwangerschaft ist dabei eine Selbstverständlichkeit.

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01.08.2017

Operation Karrierestart gelungen

Absolventinnen und Absolventen der OTA-Schule des DHZB starten ins Berufsleben

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Wir gratulieren 14 jungen Damen und Herren zum erfolgreichen Abschluss der dreijährigen Ausbildung zur Operationstechnischen Assistenz (OTA) an der OTA-Schule des Deutschen Herzzentrums Berlin. Vier von ihnen starten bei uns am DHZB. Schon jetzt: Herzlich willkommen!

Hier erfahren Sie mehr zum Beruf, zur Ausbildung und zur Bewerbung!

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01.08.2017

Ausführlich, detailliert, praxisnah

Der Leiter des DHZB-Kunstherzprogramms ist Mitherausgeber eines neuen umfassenden Lehrbuchs über mechanische Kreislaufunterstützung. 9 der 58 Artikel wurden von DHZB-Medizinern verfasst.

Privatdozent Dr. med. Thomas Krabatsch, Leiter des DHZB-Kunstherzprogramms

Privatdozent Dr. med. Thomas Krabatsch, Leiter des DHZB-Kunstherzprogramms

 Unter dem Titel "Mechanical Circulatory Support in End-Stage Heart Failure“ legen die Herausgeber eine ausführliche praktische Anleitung für die Verwendung sämtlicher ventrikulärer Unterstützungssysteme vor.

Erst-Herausgeber ist der italienische Herzchirurg Dr. Antonio Loforte vom „S. Orsola-Malpighi“-Uniklinikum in Bologna, der im Rahmen seiner Ausbildung auch zwei Jahre am DHZB tätig war. 

Privatdozent Dr. Thomas Krabatsch, Leiter des Kunstherzprogramms am DHZB, gehört ebenfalls zu den Herausgebern; 9 Kapitel stammen von ihm oder anderen Ärzten am DHZB. 

In den 58 Kapiteln werden unter anderem behandelt: 

„Angesichts des Mangels an Organspendern gewinnt die mechanische Kreislaufunterstützung als dauerhafte Therapie der terminalen Herzinsuffizienz weiter an Bedeutung“, so Dr. Krabatsch, „wir sind überzeugt, dass wir mit unserem Buch sämtlichen Kollegen eine wertvolle Unterstützung in diesem Bereich anbieten können, ob Chirurgen, Kardiologen oder Anästhesisten“. 

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04.08.2017

„Kleine Herzen benötigen größte Hingabe“

Vor 5 Jahren, im August 2012, wurde am DHZB eine eigenständige Klinik für die Chirurgie der angeborenen Herzfehler eingerichtet. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Klinikdirektor Joachim Photiadis zieht Bilanz. Und blickt nach vorn.

Da weiter gehen, wo andere schon aufgegeben haben: Professor Joachim Photiadis, Direktor der Klinik für die Chirurgie der angeborenen Herzfehler

"Da weiter gehen, wo andere schon aufgegeben haben": Professor Joachim Photiadis, Direktor der Klinik für die Chirurgie der angeborenen Herzfehler

Es ist die erste eigenständige und vollumfängliche Klinik für Chirurgie Angeborener Herzfehler – Kinderherzchirurgie in Deutschland, die im August 2012 mit Dr. Joachim Photiadis als Chefarzt und Klinikleiter am Deutschen Herzzentrum Berlin gegründet wurde. Seither werden hier alle denkbaren Korrektur- und Palliativ-Operationen angeborener Herzfehler sowohl bei Neugeborenen als auch bei Erwachsenen durchgeführt, inklusive Kunstherztherapien und Herztransplantationen. Dabei ist es Dr. Joachim Photiadis ein besonderes Anliegen, sich insbesondere um diejenigen Patienten zu kümmern, denen andernorts keine Therapie angeboten werden kann: „Unser Team hat sich zur Aufgabe gemacht, da weiter zu gehen, wo andere schon aufgegeben haben. Dass dieser Weg kein Spaziergang sein kann, ist jedem klar. Man muss ihn mit aller Kraft und zusammen gehen, ihn zu seiner Sache machen - eine gute Behandlung ist deshalb meiner festen Überzeugung nach auch immer sehr persönlich.“

Fakten, die für sich sprechen

2016 wurden an der Klinik 965 Operationen durchgeführt, darunter 485 unter Einsatz einer Herzlungenmaschine. 205 Patienten waren nicht einmal 28 Tage alt, 367 jünger als ein Jahr. Mit dieser Vielzahl an anspruchsvollen Operationen nimmt die Klinik im bundesweiten Vergleich eine führende Position ein. Gleichzeitig hat die Klinik innerhalb von fünf Jahren ihre Patientenzahl um rund ein Drittel erhöht und die Sterblichkeit ihrer Patienten auf 2,4% gesenkt. Damit liegt die Klinik weit unter dem europäischen und weltweiten Durchschnitt.

Spitzenleistung ist nur mit einem hervorragenden Team möglich, das zum Wohle der Patienten unter höchster Konzentration vor, in und nach mehrstündigen Operationen alles gibt. So gehören derzeit die zwei Oberärzte, Mi-Young Cho und Dr. Peter Murin, ebenso zum Spitzenteam wie vier Assistenzärzte in Ausbildung, sechs Kinder-Anästhesisten, vier Kardiotechniker und 8 OP-Pflegende. 

"Darüber hinaus ist die kontinuierliche enge Zusammenarbeit mit unseren kinderkardiologischen Kollegen für unseren Erfolg unabdingbar", so Professor Photiadis. 

Professur als Auszeichnung und Förderung von Forschung und Lehre

Im Oktober 2016 wurde Dr. Joachim Photiadis, zum Professor für Kinderherzchirurgie der Charité berufen. 

Der promovierte Mediziner absolvierte bereits in den neunziger Jahren seine Facharztausbildung zum Herzchirurgen am Deutschen Herzzentrum Berlin unter der Leitung von Professor Roland Hetzer. Nach Forschungsaufenthalten in Philadelphia und London wechselte er in das Deutsche Kinderherzzentrum Sankt Augustin in Bonn, wo er zuletzt als leitender Oberarzt tätig war und mit seinen Forschungsarbeit ganz wesentlich dazu beitrug, dass sich Sankt Augustin als Zentrum für die Behandlung des hypoplastischen Linksherzsyndroms in Deutschland etablierte. 2012 kehrte er als Direktor der Klinik für Chirurgie Angeborener Herzfehler – Kinderherzchirurgie an das Deutsche Herzzentrum Berlin zurück. 

Joachim Photiadis: „Ich freue mich sehr über die Professur - nicht nur als persönliche Auszeichnung meiner Arbeit, sondern auch als Anerkennung meines Fachgebiets. Der Auftrag für Forschung und Lehre ermöglicht uns, unsere Kompetenz in der Kinderherzchirurgie weiter fortzuentwickeln und an den medizinischen Nachwuchs weiterzugeben.“

Faszination Kinderherzchirurgie

Den Kinderherzchirurgen fasziniert seit jeher an der Medizin, wie das sehr komplexe System des menschlichen Körpers im Detail funktioniert und warum es manchmal zu Funktionsstörungen kommt.  Joachim Photiadis begeistert die Aufgabe, sich Strategien zu überlegen, wie diese Fehler im System behoben werden können und damit ein Richtungswechsel hin zur Gesundheit eingeleitet werden kann: „Im Prinzip ist unsere Arbeit detektivisch. Unsere Aufgabe ist es, akribisch nach Fehlerquellen und Lösungen zu suchen. Dafür müssen wir auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Kollegen weltweit stets im Blick zu haben und diese in unsere tägliche Arbeit einbringen. Ebenso ist es unsere Aufgabe, unser Wissen weiterzugeben.“

Für die Kinderchirurgie schlägt sein Herz besonders, weil die Lebensenergie der jungen Geschöpfe den Herzchirurgen ermöglicht, Fehlbildungen bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt zu korrigieren, noch bevor der Körper schwer belastet wird, so dass die Ärzte den kleinen Patienten oftmals ein beschwerdefreies Leben ermöglichen können. 

Zusätzlich bereitet dem leidenschaftlichen Mediziner auch die Teamarbeit mit den Eltern viel Freude: „Wenn ich den Eltern die Herzfehler ihrer kleinen Lieblinge genau erkläre und unsere Lösungsmöglichkeiten aufzeige, kann ich täglich viele Sorgen nehmen und Hoffnung schenken. Wir begreifen uns als Team und gehen den Weg gemeinsam und in gegenseitigem Vertrauen. Auch wenn es Schwierigkeiten gibt. Und auch dann, wenn wir trotz aller unserer Bemühungen und Fähigkeiten ein Kind nicht retten konnten." 

Mehr Zeit und Geld für neue medizinische Erkenntnisse

Die Professur ermöglicht es Joachim Photiadis, sein Expertenwissen zur Behandlung des komplizierten Hypoplastischen Linksherzsyndroms (HLHS) zu erweitern und Menschen mit diesem schweren angeborenen Herzfehler noch mehr Hoffnung auf mehr Leben zu schenken. Dank seiner Optimierung der hierfür benötigten Norwood-Operation konnte der Herzchirurg bereits die Sterblichkeit von 30 Prozent auf 5-10 Prozent reduzieren, so dass Neugeborene mit diesem Syndrom nun bis zur Volljährigkeit überleben. Doch wie kann das Leben dieser Menschen im Erwachsenalter verbessert und verlängert werden? 

Joachim Photiadis: „Um diese Frage zu klären, müssten wir beispielsweise Tiermodelle für die Fontan-Operation zur Kreislauftrennung entwickeln. Offene Fragen in diesem Zusammenhang sind: Welche weiteren Interventionsmöglichkeiten gibt es? Wir wirken Medikamente? Welche Auswirkungen hat welche Therapie? Zudem ist eine erweiterte klinische Forschung nötig: Wie geht es HLHS-Patienten Jahre später? Wieso geht es einigen sehr gut, anderen jedoch sehr schlecht?“ All diesen Fragen kann sich das Team unter der Leitung von Professor Photiadis dank der Professur nun zeitintensiver widmen.

Talentierter Nachwuchs dringend gesucht

Der passionierte Kinderherzchirurg freut sich aber auch auf die Weitergabe seines Wissens an die Studenten, verbunden mit der Hoffnung, hier neue begeisterte Talente für die Ausbildung zu Kinderherzchirurgen zu finden. 

Gesucht werden ambitionierte junge Menschen, die sich dafür begeistern, Menschen mithilfe von korrigierenden Operationen zu heilen. Hierfür ist zunächst ein langer Ausbildungsweg von rund zehn Jahren nötig und anschließend auch auf dem beruflichen Weg die verbindliche Bereitschaft, bestehen zu wollen.

Joachim Photiadis: „Unser Fachgebiet ist kein leichtes: Es gibt unzählige einzeln oder doppelt auftretende Herzfehler, so dass wenig Standardisierung möglich ist. So bringt nahezu jede Operation immer wieder neue Entdeckungen hervor, die es nicht selten nötig machen, die zuvor überdachte Behandlungsstrategie während der OP zu ändern. Die Folge sind oft stundenlange Operationen, die nicht nur höchste Konzentration erfordern, sondern auch physische und psychische Stärke. Darüber hinaus ist eine erhöhte Flexibilität des Privatlebens nötig, da wir 7 Tage lang 24 Stunden im Einsatz sind und entsprechend in Schichten bzw. Rufbereitschaft arbeiten. Deshalb suchen wir Talente, die zur Hingabe bereit sind. Auf diese wartet ein spannender Beruf, mit dem man junges Menschenleben retten kann und hierfür ganz viel Dankbarkeit erhält.“

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15.08.2017

Infektionskrankheiten sicher und schnell erkennen

Neues Forschungsprojekt von DHZB-Biofilmzentrum und wissenschaftlichen Partnern

Jährlich sterben Menschen an schweren Infektionskrankheiten und sind damit auch eine der größten Herausforderungen für die Gesundheitssysteme. Ein großer Teil schwerer Infektionen wird durch sogenannte Biofilm-Infektionen verursacht, zu deren Nachweis und gezielter Therapie bislang diagnostische Methoden fehlen. Ein schneller und spezifischer Nachweis von Erregern ist essentiell für die korrekte Wahl der Antibiotika-Therapie. 

Ziel des im Juli 2017 gestarteten Verbundprojektes iSOLID (»Integrated Solutions for Infection Detection«) ist es, mit Hilfe digitaler Bilddiagnostik Biofilm-Infektionen schneller und sicherer diagnostizieren und entsprechende Therapieempfehlungen geben zu können. 

Am Verbundprojekt beteiligt sind die HB Technologies AG, die CHILI GmbH, das Biofilmzentrum des Deutschen Herzzentrums Berlin und das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS. Die HB Technologies AG übernimmt die Koordination des Verbundprojektes. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) durch seinen Projektträger VDI Technologiezentrum GmbH Düsseldorf für drei Jahre gefördert. 

Interpretation großer Bilddatenmengen

Eine spezifische Diagnose von durch Biofilme verursachten Infektionskrankheiten ist durch die »Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung« (FISH) möglich. Diese diagnostische Methode beruht auf fluoreszenzmarkierten DNA-Sonden und vereint die Vorteile von Molekularbiologie, Fluoreszenzmikroskopie und Histologie. »Dank der FISH-Untersuchung werden Biofilme erstmals routinemäßig mikroskopisch sicht- und nachweisbar. Die an der Infektion beteiligten Bakterien werden aufgespürt und identifiziert, sodass zeitnah eine spezifische Therapie eingeleitet werden kann«, so PD Dr. Annette Moter vom Deutschen Herzzentrum Berlin.

Automatische Detektion von Mikroorganismen

Das FISH-Verfahren basiert jedoch auf sehr großen Bilddatenmengen, deren Analyse aufwändig und komplex ist. Deshalb soll im Rahmen des iSOLID-Verbundprojekts eine digitale Methode der Bildanalyse zur automatischen Detektion und Quantifizierung von Mikroorganismen entwickelt werden, sowie eine Workflow-Integration und Probenhandling-Lösung zur quantitativen Analyse von Biofilmen zur Entwicklung neuer Präventions- und Behandlungsmethoden. Mit einem intuitiv bedienbaren Bildkommunikations- und Archivsystem (PACS) sollen alle relevanten Bilddateien schnell und sicher gespeichert und bearbeitet werden können.

Evaluation direkt in der Klinik 

Zunächst sollen die in iSOLID angestrebten Verfahren und der entsprechende Workflow im Rahmen einer diagnostischen Studie anhand klinischer Gewebeproben bewertet werden. Anschließend soll iSOLID strukturelle Möglichkeiten schaffen, das FISH-Verfahren routinemäßig überregional und international einzusetzen und damit eine Lücke in der Diagnostik von Infektionskrankheiten zu schließen.

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