Das DZHK

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Das 2011 gegründete Deutsche Zentrum für Herz-Kreislaufforschung DZHK vereint Grundlagenforscher und klinische Forscher an sieben Standorten in Deutschland. Ziel der Einrichtung ist es, neue Ansätze aus der Herz-Kreislauf-Forschung schnellstmöglich in die klinische Anwendung zu bringen, um Vorbeugung, Diagnose, und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verbessern. Gemeinsam mit der Charité, dem Robert-Koch-Institut, dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin und dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung bildet das DHZB den DZHK-Standort Berlin. Hier erfahren Sie mehr. 

Alle 17 Kliniken, die Mitglied im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) sind, verfügen seit kurzem über kardiovaskuläre klinische Forschungseinheiten. Diese vom DZHK ausgestatteten Einheiten dienen ausschließlich der Untersuchung von Patienten, die an klinischen Studien im Rahmen der Herz-Kreislauf-Forschung teilnehmen. In einem internen Audit-Verfahren haben nun alle 17 Forschungseinheiten das Qualitätssiegel „DZHK Clinical Study Unit“ erhalten.

Die DZHK Clinical Study Units bestehen aus ein bis drei Räumen, die von den Kliniken zur Verfügung gestellt werden. Das DZHK hat diese Räume mit einheitlichen Geräten zur Herz-Kreislauf-Diagnostik ausgestattet. Für die DZHK-eigene Bioprobensammlung wurde ebenfalls ein einheitliches Equipment zur Erfassung und Lagerung von Proben angeschafft. 

Im internen Audit wurde überprüft, ob alle vom DZHK finanzierten Geräte vorhanden sind und nach den DZHK-Vorschriften betrieben werden. Ein weiterer Schwerpunkt war die Überprüfung der korrekten Dateneingabe in die zentralen DZHK-Datenmanagement-Systeme. Das DZHK betreibt große multizentrische Studien. Diese erfordern standardisierte Abläufe bei der Rekrutierung von Patienten und bei der Gewinnung von Probenmaterial über alle klinischen DZHK-Zentren hinweg. 

Forschungsprojekt: "Early VAD"

Ein Kunstherz vom Typ "Heartmate 3"
Das System "Heartware HVAD"

Für Patienten mit einer Herzschwäche im Endstadium ist eine Herztransplantation zurzeit die einzige Lösung. Die Wartezeiten sind jedoch sehr lang und die Anzahl an Spenderorganen nimmt ab. Mit der Studie wollen die Wissenschaftler überprüfen, ob sich die Lebensqualität und körperliche Leistungsfähigkeit während der Wartezeit verbessern, wenn den Patienten frühzeitig ein Herz-Kreislauf-Unterstützungssystem eingepflanzt wird. 

Zurzeit wird ein solches System nur dann eingesetzt, wenn sich der Zustand des Patienten während der Wartezeit dramatisch verschlechtert. Ansonsten versuchen die Ärzte, die Zeit bis zur Herztransplantation mit Medikamenten zu überbrücken.

Die Wissenschaftler hoffen, mit der Studie neue Erkenntnisse für die zukünftige Behandlung von Patienten mit einer Herzschwäche im Endstadium zu gewinnen. Im Hinblick auf den Mangel an Spenderorganen ist es ihnen außerdem wichtig herauszufinden, ob der frühzeitige Einsatz eines Herz-Kreislauf-Unterstützungssystems eine Alternative zur Herztransplantation darstellen könnte.

Insbesondere geht es darum, die Alternative der mechanischen Kreislaufunterstützung für Patienten anzubieten, die aufgrund ihres Risikoprofils ein erhöhtes Risiko haben, auf der Warteliste zu versterben. Durch die Teilnahme an der Studie werden die Patienten nicht von der Transplantations-Warteliste gestrichen.

Forschungsprojekt: Vorteile durch gleichzeitige OP der Mitral- und Trikuspidalklappe?

Eine Insuffizienz (Undichtigkeit) der Mitralklappe in der linken Herzhälfte kann auch zur Insuffizienz der Trikuspidalklappe im rechten Herzen führen. Sollte man beide Klappen in einer Operation behandeln, wenn die Trikuspidalklappe nur leicht oder mittelgradig geschädigt ist? Darüber herrscht Uneinigkeit, auch weil belastbare Daten bisher nicht vorliegen. Ziel der Studie ist es, dies zu ändern. Die Mitralklappe hat die Funktion eines Ventils zwischen dem linken Vorhof und der linken Kammer unseres Herzens. Bei einer Mitralklappeninsuffizienz, also einer Undichtigkeit dieser Klappe, staut sich das Blut zurück in die Lunge und zurück zur rechten Herzkammer. Dabei kann auch die Trikusdidalklappe in der rechten Herzhälfte in Mitleidenschaft gezogen werden.

Denn weil die rechte Kammer gegen den Rückstau des Blutes aus der Lunge anpumpen muss, kommt es zu einer krankhaften Erweiterung der rechten Herzkammer. Dadurch wird auch der Ring, an dem die Segel der Trikusdidalklappe  aufgehängt sind, gedehnt. Damit können die Segel nicht mehr dicht schließen. Die Trikuspidalklappe ist das Ventil zwischen rechtem Vorhof und rechter Kammer. Es fließt also Blut zurück in den rechten Vorhof. Die Folge ist ein Rückstau des „verbrauchten“, sauerstoffarmen Blutes in den Körper.   Verschiedene Leitlinien (AHA/ACC und ESC) besagen, dass eine hochgradig insuffiziente Trikuspidalklappe bei der Operation zur Korrektur oder dem Ersatz der Mitralklappe mitbehandelt werden sollte.

Unsicherheit herrscht jedoch, wenn die rechte Herzklappe nur leicht oder mittelgradig beeinträchtigt ist. Prof. Dr. med. Volkmar Falk, Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums Berlin und Direktor der Klinik für Kardiovaskuläre Chirurgie an der Charité - Universitätsmedizin Berlin, erklärt warum: „Die Rekonstruktion der Mitralklappe führt zur Entlastung des Lungenkreislaufs und damit der rechten Herzkammer. Das kann bedeuten, dass die chirurgische Behandlung einer Trikuspidalklappeninsuffizienz nicht mehr nötig ist. Es kann aber auch sein, dass die Undichtigkeit dieser Klappe dennoch fortschreitet. Und dann wird eine zweite Herzoperation notwendig, was für die Patienten natürlich belastend ist.“

Eine neue Studie soll klären, ob es günstiger ist, beide Klappen gleichzeitig zu operieren, auch wenn die Trikuspidalklappe  noch nicht sehr undicht ist. Damit könnten dann auch die Leitlinien für diese Patientengruppe präzisiert werden.

Mit diesem Projekt wurde erstmalig eine Kooperation zwischen dem DZHK und dem sehr renommierten CTSNet in den USA eingegangen. Auf deutscher Seite vwird das Projekt von Prof. Dr. med. Volkmar Falk geleitet. 400 Patienten sollen eingeschlossen werden. In Deutschland beteiligen sich insgesamt 16 Zentren an der Studie, 9 davon sind DZHK-Zentren. In den USA und Kanada sind es 20 Zentren.

Forschungsprojekt: "Katheter oder OP"?

Eine der häufigsten erworbenen Herzerkrankungen bei über 75jährigen ist die Aortenklappenstenose. Sie erfordert in der Regel den Ersatz der Klappe. Dafür gibt es prinzipiell zwei Wege: Der Brustkorb des Patienten wird chirurgisch geöffnet und eine künstliche Klappe implantiert. Oder eine neue Klappe wird mittels Katheter durch eine Leistenarterie bis zum Herzen vorgebracht (TAVI-Verfahren). Eine klinische Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) soll nun erstmals ermitteln, welche der beiden Methoden für Patienten mit mittlerem bis niedrigem Operationsrisiko die bessere ist. Die Studie umfasst 1.600 Patienten und kostet 4,5 Millionen Euro. Sie ist industrieunabhängig, Klappen aller gängigen Hersteller können zum Einsatz kommen.

An der Studie beteiligen sich alle Partnerkliniken des DZHK – darunter auch das DHZB – und weitere führende Kliniken in Deutschland.

DZHK-Professur

Prof. Dr. med. Christoph Knosalla

Christoph Knosalla wurde im Februar 2017 zum DZHK-W2-Professor für Herzinsuffizienzchirurgie an der Charité, Universitätsmedizin Berlin, DZHK Standort Berlin ernannt. Er ist Facharzt für Herz- und Gefäßchirurgie am DHZB und ausgewiesener Experte für Herzinsuffizienz-Chirurgie , die organerhaltende Verfahren ebenso einschließt wie die Herz- und Lungentransplantation.
Seine Forschungsarbeit konzentriert sich auf der translationalen Erforschung der schweren Herzinsuffizienz, mit dem Ziel, organerhaltende Verfahren weiterzuentwickeln und das myokardiale Recovery zu unterstützen.
In den letzten Jahren koordinierte er den Aufbau der DZHK-Biobank am DHZB. Auch bei der Vorbereitung und der Durchführung der oben beschriebenen DZHK-Studie ist Professor Knosalla massgeblich beteiligt.