Kinder-Kardioanästhesie

Im Bereich Kinder-Kardioanästhesie/Anästhesie für Patient*innen mit angeborenem Herzfehler werden in zwei Operationssälen Patient*innen aller Altersgruppen vom Frühgeborenen und Neonaten bis zum Erwachsenen anästhesiologisch versorgt. Die Klinik für Chirurgie angeborener Herzfehler – Kinderherzchirurgie am DHZB führt jährlich mehr als 600 Herzoperationen der gesamten Bandbreite der pädiatrisch-kardiovaskulären Chirurgie inklusive Assist-Device-Implantationen und Transplantationen durch.
Zusätzlich werden bedarfsweise Sedierungen und Narkosen bei Herzkatheteruntersuchungen und ‑interventionen von unserer Abteilung mitbetreut.

Im Jahr 2020 hat die Klinik für Kardioanästhesiologie und Intensivmedizin 627 anästhesiologische Verfahren im Bereich Patienten mit angeborenem Herzfehler durchgeführt.Hiervon waren mehr als 470 Patient*innen jünger als fünf Jahre, davon wiederum 67% Neugeborene.

Da aufgrund der vielen nachhaltigen Fortschritte bei Palliationen und Korrekturverfahren angeborener Herzfehler die jungen Patient*innen heute in aller Regel das Erwachsenenalter erreichen, gewinnen Revisionsoperationen oder Adaptationseingriffe bei Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler (EMAH) seit einigen Jahren deutlich an Bedeutung.

Das Leistungsspektrum der Klinik für Kardioanästhesiologie und Intensivmedizin umfasst neben der Atemwegssicherung und den arteriellen und venösen Instrumentierungen alle etablierten Verfahren der Allgemeinanästhesie inklusive TIVA und balancierter Narkoseformen sowie prozedurale Sedierungen. Aus Sicherheitsgründen werden sämtliche zentralen Venenpunktionen an unserer Klinik ultraschallgesteuert durchgeführt.

Ein klinischer sowie Forschungsschwerpunkt der Klinik liegt in der perioperativen Überwachung der zerebralen Perfusion und Funktion mittels Nahinfrarotspektroskopie und EEG. Die intraoperative Echokardiographie wird gemeinsam mit den Kollegen der Klinik für Angeborene Herzfehler - Kinderkardiologie abgebildet. Hierfür stehen u. a. spezielle ultraminiaturisierte transösophageale Sonden für unsere kleinsten Patient*innen zur Verfügung.

Die Techniken der fremdblutsparenden Verfahren bei kinderkardiochirurgischen Eingriffen wurden am Deutschen Herzzentrum Berlin so weitreichend strukturiert und verbessert, dass wir auch Neugeborene und Säuglinge in der überwiegenden Zahl der Fälle intraoperativ nicht transfundieren müssen und auf das sogenannte Blood Priming verzichten können. Extreme Miniaturisierung der extrakorporalen Zirkulation sowie konsequente intraoperative Überwachung und Optimierung der Hämostase sind nur einige der hier relevanten Faktoren.

Das Ultra-Fast-Track-Konzept mit Extubation noch vor Verlegung auf die Intensivstation spielt für den postoperativen Verlauf vieler Korrekturoperationen und Palliationen eine wichtige Rolle und ist bei Prozeduren wie der bidirektionalen Glenn-Anastomose und nach Fontan-Operationen bereits etablierter Standard. Am Deutschen Herzzentrum Berlin werden darüber hinaus auf der Basis eines angepassten chirurgischen Vorgehens und der Verwendung moderner Sedierungs- und Schmerzkonzepte auch neonatologische Patienten sowie Kinder mit komplexeren Eingriffsformen nach diesem Prinzip sehr erfolgreich behandelt.