Kleine Patient*innen – große Sicherheit

Die Narkoseführung und das Aufrechterhalten der Kreislauffunktionen von Patient*innen mit angeborenem Herzfehler bei einem herzchirurgischen Eingriff erfordert eine ganz besondere Spezialisierung der Anästhesiologie. Deshalb haben wir am Deutschen Herzzentrum Berlin ein für diesen Bereich besonders ausgebildetes pflegerisches und ärztliches Team.
Alle Anästhesist*innen unseres Bereichs für Kinderkardioanästhesie sind Fachärzt*innen für Anästhesiologie mit großer Erfahrung in der Herzchirurgie, einer Zertifizierung in Ultraschalluntersuchungen des Herzens (Echokardiographie) sowie vielfach weiteren Qualifikationen in spezieller Intensivmedizin, Notfallmedizin und/oder kindlicher Echokardiographie, um nur einige zu nennen. Uns liegt am Herzen, dass Sie Ihr Kind in guten Händen wissen.

Im Vorfeld der Operation werden wir mit Ihnen in einem ausführlichen Gespräch alle Einzelheiten der Narkose und der anästhesiologischen Maßnahmen detailliert besprechen und alle Ihre Fragen präzise und verständlich beantworten.

Wir freuen uns, wenn Eltern ihr Kind am Operationstag bis zur Schleuse des Operationstrakts begleiten. Eine Begleitung bis in den Operationssaal oder Einleitungsraum ist allerdings nicht möglich. Zudem überträgt sich die sehr verständliche Nervosität und emotionale Anspannung von Eltern und Begleitpersonen oft auch ungewollt auf die kleinen Patient*innen. Wir bitten um Ihr Vertrauen und Verständnis dafür, dass eine Präsenz während der Operation nicht ermöglicht werden kann.

Eines der grundlegenden Prinzipien in der Praxis der Anästhesiologie ist, dass der Umfang der Überwachungsmaßnahmen sich an der Schwere der zugrundeliegenden Erkrankung der Patient*innen und der Komplexität des geplanten Eingriffs orientiert. Die Überwachung der Herz- und Kreislauffunktion ist in der Herzchirurgie dabei natürlich ein zentraler Aspekt. Sicherheit ist hierbei unser oberstes Gebot. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei unseren jungen Patient*innen noch vor Beginn der Operation, aber bereits in Narkose durch Ultraschall geführt verschiedene Gefäßkatheter (u. a. der sogenannte zentrale Venenkatheter oder kurz ZVK) für die Blutdrucküberwachung und zur herznahen Verabreichung von Medikamenten und Flüssigkeit gelegt werden. Außerdem wird in der Regel ein Blasenkatheter für die Protokollierung der Nierenfunktion eingeführt. Darüber hinaus überwachen wir bei allen Eingriffen kontinuierlich die Hirnfunktion und -durchblutung mit hochempfindlichen, auf der Haut angebrachten Elektroden und Sensoren.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der anästhesiologischen Maßnahmen zur Überwachung und Diagnostik auch unserer kleinsten Patient*innen ist die sogenannte transösophageale Echokardiographie (TEE/TOE). Hierbei wird eine je nach Größe des Kindes zum Teil winzig kleine Ultraschallsonde, ähnlich wie ein Endoskop bei einer Magenspiegelung, in die Speiseröhre eingeführt. Da das Herz anatomisch unmittelbar der Speiseröhre anliegt, erhalten die Kinderkardioanästhesist*innen und Kinderkardiolog*innen so Bilder des Herzens und seiner Funktion in höchster Qualität, welche die chirurgische und medikamentöse Therapie leiten.

Aufwändige Korrektureingriffe brauchen oft Zeit. Dennoch ist es mitunter vorteilhaft und bei bestimmten Operationsformen sogar erwiesenermaßen günstiger, die jungen Patient*innen zügig nach Beendigung des Eingriffs aus dem Narkoseschlaf aufwachen zu lassen und den Beatmungsschlauch wieder zu entfernen – natürlich begleitet von einer durchdachten und an die Bedürfnisse des Kindes angepassten Schmerztherapie. Das Team der Klinik für Kardioanästhesiologie und Intensivmedizin und unsere Kolleg*innen der Klinik für Chirurgie angeborener Herzfehler haben sich schon früh gemeinsam mit diesem sogenannten Fast-Track-Prinzip bei hierfür geeigneten Eingriffen auseinandergesetzt und die möglichen Vorteile untersucht. Daher können wir auf eine ausgedehnte und positive Erfahrung mit diesem Verfahren zurückblicken. In gemeinsamen Besprechungen legen wir die beste Vorgehensweise für alle Patient*innen individuell fest.

Die Nachbetreuung der Patient*innen nach herzchirurgischen Operationen erfolgt auf der Kinderintensivstation des Deutschen Herzzentrums Berlin, wo die Kolleg*innen der Klinik für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie die weitere Versorgung übernehmen. Nach einer ausführlichen Übergabe und einem Bericht über den operativen Verlauf und die Narkose wird Ihr Kind hier bis zur Verlegung auf die Normalstation intensiv betreut. Die ausführliche Überwachung sowie eine eventuell notwendige Kreislauf- und Schmerztherapie laufen hierbei natürlich nahtlos weiter.

Auf unsere Professionalität und Sorgfalt können Sie vertrauen.

Für eine ergänzende kindgerechte Illustration des Krankenhausaufenthalts im Rahmen einer Herzoperation empfehlen wir z. B. das online verfügbare Buch „Annas Herzoperation“ vom Bundesverband Herzkranke Kinder e. V., das Sie über folgenden Link erreichen können:
https://bvhk.de/wp-content/uploads/2016/11/Annas-Herzoperation-deutsch-Download.pdf