
Berliner Institut für Geschlechterforschung in der Medizin (GIM)
Herzkreislauferkrankungen wurden in den letzten Jahren bei Frauen stark unterschätzt, obwohl diese stärker zur Gesamtsterblichkeit bei Frauen (52,9%) als bei Männern (43,5%) beitragen. In Deutschland erleiden jährlich annähernd ebensoviele Frauen wie Männer einen Herzinfarkt (1999: 130 000 vs 148 000).
Die Männer sind in der Regel jünger, während die Mehrzahl der Frauen bereits über 75 Jahre alt ist. Von Herzinsuffizienz sind ca. 10 % aller 70 jährigen betroffen; ihre Häufigkeit nimmt im Alter stark zu. An den Folgen der Herzinsuffizienz versterben jährlich ca. 38 000 Frauen und 18 000 Männer in Deutschland.
Da Frauen im Durchschnitt ein höheres Lebensalter erreichen als Männer (82 vs 77J), stellen für Frauen Herzkreislauferkrankungen eines der wesentlichen Gesundheitsprobleme dar, das derzeit aber noch unzureichend klinisch und wissenschaftlich erfasst ist.Das wichtigste Ziel muß sein, die Herz-Kreislaufgesundheit der Frauen zu verbessern, indem das Bewußtsein für die Bedeutung von Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen verstärkt wird und bisher vernachlässigte geschlechtsspezifische Aspekte in der Pathophysiologie, den molekularbiologischen, hormonellen und psychosozialen Krankheitsgrundlagen und in Diagnostik und Klinik der Herz-Kreislauferkrankungen aufgearbeitet werden.
Vor diesen Hintergründen wurde die Arbeitsgruppe 'Herzkreislauferkrankungen bei Frauen' gegründet, die ihre Fortsetzung in der Gründung des „Instituts für Geschlechterforschung in der Medizin (GIM)“ an der Charité fand. Mittlerweile werden gemeinsame Aktivitäten von GIM und DHZB durch DFG, BMBF und EU gefördert und sind in das neu gegründete Deutsche Gesundheitsnetz Herz-Kreislauferkrankungen integriert.
Institut für Geschlechterforschung in der Medizin der Charite
Graduiertenkolleg 754 und Forschergruppe 1054 "Sex-specific mechanisms in myocardial hypertrophy"
Ausschreibung
Promotionsthema für engagierte und motivierte Mediziner zu vergeben
Fachartikel
ARCH INTERN MED 2010 - Predictive Relationship Between Depression and Physical Functioning After Coronary Surgery
CIRCULATION 2010 - Regression of Myocardial Hypertrophy After Aortic Valve Replacement - Faster in Women?
AM J PHYSIOL REGUL INTEGR COMP PHYSIOL 2010 - Female sex and estrogen receptor-beta attenuate cardiac remodeling and apoptosis in pressure overload
FASEB 2006 - Estrogen receptor alpha up-regulation and redistribution in human heart failure
NRDD 2006 - Therapeutic implications of the gender-specific aspects of cardiovascular disease
Kontakt
Prof. Dr. Vera Regitz-Zagrosek
Deutsches Herzzentrum Berlin und Charité
Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin
Telefon: +49 30 4593 -2410
Center for Cardiovascular Research (CCR)
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Hessische Strasse 3-4, 10115 Berlin
Direktorin, Berliner Institut für Geschlechterforschung in der Medizin
Telefon: +49 30 450-525-172
Sprecherin, Graduiertenkolleg 754 und Forschergruppe 1054, Sex-specific mechanisms in myocardial hypertrophy
Koordinatorin: Deutsche Gesundheitsnetze Herz-Kreislauf; Charité/DHZB, RKI, DIfE

