Januar 2010:
Mensch und Maschine
Leben mit Ersatzteilen am Beispiel der Herzmedizin

Sind wir alle auf dem Weg zum Cyborg? Vermutlich sind wir seit jeher auf diesem Weg; denn die Sehnsucht, die Natur täuschend zu imitieren, um verloren gegangene Funktionen des Körpers wiederherzustellen, ist uralt und wurde immer dann besonders laut, wenn Kriege und Seuchen die Menschen versehrten.
Die hölzerne Beinprothese oder die goldene Gesichtsepithese sind die ältesten Versuche, die körperliche Integrität wieder zu erlangen und sich in die soziale Gemeinschaft erneut einzugliedern.
Zu diesem spannenden Thema hielt DHZB- Herzchirurg Prof. Dr. Miralem Pasic in der „Kosmos und Mensch“ Vorlesungsreihe der Charité am Maxim Gorki-Theater einen wissenschaftlichen Vortrag über „Prothesen in der modernen Medizin – Leben mit Ersatzteilen am Beispiel der Herzmedizin“.
Heute erstaunen fast täglich Nachrichten über die Entwicklung künstlicher Augen, die Blinde sehend, Ohrimplantate, dieTaube hörend oder Kunstherzen, die dem Tod Geweihte wieder lebendig machen. Über künstliche Knie- oder Hüftgelenke, Kontaktlinsen oder einfacheHerzschrittmacher spricht kaum noch jemand, so normal sind diese prothetischen Hilfsmittel im Alltag.
Der Weg zum Cyborg (ein Kunstwort aus Cybernetic Organism) bezeichnet die Mischform ausMensch und Maschine.Die Cyborgisierung zeigt sich gerade auch im Bereich der Herzmedizin von der künstlichen Herzklappe über Medikamente abgebende Gefäßprothesen, Spezial-Defibrillatoren, unterschiedliche Kreislaufunterstützungssysteme für die linke und/oder rechte Herzkammer für Kinder oder Erwachsene.
Im Anschluss an den Vortrag gab es für die interessierten Besucher die Möglichkeit zur Diskussion mit dem Referenten.
