Auszug aus der Jubiläumsbroschüre
Qualität und Wirtschaftlichkeit
Die sich verändernden finanziellen Rahmenbedingungen wurden auf Seiten des DHZB bereits mit Einführung des GRG 93 und der BPflV 95 frühzeitig erkannt und dahingehend bewertet, dass die Gesamtqualität und insbesondere die Wirtschaftlichkeit weiterentwickelt werden müssen, damit die Aufgaben und Ziele des DHZB auch in der Zukunft selbstbestimmend realisiert werden können. Die Wirtschaftlichkeit und deren Optimierung sind wesentliche Qualitätsmerkmale. Sie zu steigern setzt eine ständige Verbesserung der Versorgungsprozesse und damit der Gesamtorganisation voraus.
Im DHZB wird seit 1997 gezielt Organisationsentwicklung betrieben. Im Ergebnis wurde hieraus schon in der Anfangsphase mit der "Gesamtkoordination OP und IPS" eine personellorganisatorische Maßnahme für die Hauptproduktionsbereiche mit dem größten Ressourceneinsatz, "Operation" und "Intensivpflege", abgeleitet.
Entscheidend für alle Maßnahmen der Organisationsentwicklung war und ist weiterhin die aktive Beteiligung der Mitarbeiter und das Erzeugen von größtmöglicher Transparenz durch offensive Kommunikation, wie sich das auch im Leitbild des DHZB widerspiegelt. Organisationsentwicklung ist im DHZB eine Vorstandsangelegenheit, für die sich der Geschäftsführende Vorstand das Instrument eines Organisationsentwicklungsteams (OE-Team) geschaffen hat, das überwiegend aus leitenden Mitarbeitern gebildet wird.
Weitere Komponenten im Kontext mit der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit sind die Einführung von Teilbudgets für die Kostenstellen und deren gemeinsame Kontrolle und Überwachung mit den verantwortlichen Mitarbeitern sowie die konsequente ökonomische Ausrichtung aller Fachkommissionen des DHZB. Im Jahre 1999 wurde eine Risikoanalyse durch externe Experten im DHZB durchgeführt, die sich primär auf die organisatorischen Verhältnisse und Verfahren erstreckte. Im Ergebnis und in Weiterführung dieser Aktivitäten wurde ein Risiko-Management etabliert und bereits ein Jahr später eine Stabsstelle für Qualitätsmanagement eingerichtet. Qualitätsmanagement und OE-Team haben die Zertifizierung des DHZB vorbereitet, die im Jahr 2002 nach dem für Krankenhausbetriebe speziell entwickelten und anerkannten KTQ-Verfahren (Kooperation für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen) durchgeführt wurde. Das DHZB erlangte als erstes Herzzentrum in Deutschland und erster Krankenhausbetrieb in Berlin mit einem sehr guten Ergebnis das KTQ-Zertifikat und konnte sich 2005 bereits wieder erfolgreich rezertifizieren lassen.
Schwerpunkte des sehr umfangreichen KTQ-Zertifizierungsverfahren sind die Patienten- und Mitarbeiterorientierung, die Sicherheit im Krankenhaus, die Krankenhausführung und das Qualitätsmanagement. Die Zertifizierung sowie die daraus abgeleiteten Projekte und Maßnahmen sind Ausdruck der fortlaufenden Verbesserung der Prozesse und der Wirtschaftlichkeit im DHZB.
Die Optimierungsansätze und -maßnahmen erstreckten sich seit 1997 auch auf den Personalsektor, wobei zunächst die Verstärkung von Fort- und Weiterbildung parallel mit moderaten Anpassungen der Besetzungsstärken im Vordergrund standen und darauf folgend weitere Potenziale durch das Zusammenlegen oder Outsourcing von Organisationseinheiten erschlossen wurden. Nachdem bereits 1997 gemeinsam mit einem externen Partner die DHZB – Reinigungs- und Dienstleistungs GmbH gegründet wurde, folgte im Dezember 2001 die Gründung der German Heart Institute Berlin – GHIB – GmbH als eine Tochtergesellschaft des DHZB, in die bis heute ca. 100 Mitarbeiter der nichtmedizinischen Dienstleistungsbereiche des DHZB, wie z. B. Technik, Einkauf, Medizin- und Informationstechnik, Qualitätssicherung etc., ausgelagert wurden.
Während diese Mitarbeiter ihre arbeits- und tarifvertraglichen Besitzstände in die GmbH übertragen bekommen haben, werden alle fluktuationsbedingten Neueinstellungen zu anderen materiellen Bedingungen vorgenommen.
Der Leistungsplan der Unterstützungskasse des DHZB wurde zum Dezember 2001 gekündigt, weil die Leistungen nach dem Gesamtversorgungssystem, infolge der Veränderungen bei der gesetzlichen Rentenversicherung, nicht mehr finanzierbar waren. Ein neuer Leistungsplan wurde entwickelt, der Anfang 2005 rückwirkend ab 2002 in Kraft trat. Der Haustarifvertrag für die Mitarbeiter des DHZB musste gegenüber der Tarifgemeinschaft ver.di / Marburger Bund zum Ende des Jahres 2004 gekündigt werden, da eine Absenkung der tariflichen Leistungen im Wege der Verhandlung nicht erreicht werden konnte. Der Tarifvertrag wirkt nun für Mitarbeiter des DHZB nach, die Arbeitsverträge vor dem 21.12.2004 bekommen hatten, während neue Mitarbeiter zu reduzierten Konditionen eingestellt werden.
Rückblickend kann ein Resümee dahingehend gezogen werden, dass es dem DHZB bisher gelungen ist, die Gesamtqualität zu steigern und dies auch transparent zu machen.
Die Wirtschaftlichkeit wurde kontinuierlich verbessert, auch in Anpassung an die restriktive Entwicklung der finanziellen Rahmenbedingungen.
Auszug aus der Jubiläumsbroschüre 20 Jahre Deutsches Herzzentrum Berlin
Mit freundlicher Genehmigung der FR&P Werbeagentur



