
Die Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie
In der Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie des DHZB werden seit mehr als 20 Jahren Patienten mit angeborenen Herzfehlern aller Altersstrukturen durch ein hoch spezialisiertes Team rund um die Uhr betreut. Das Behandlungsangebot umfasst das gesamte Diagnose- und Therapiespektrum für angeborene Herzfehler jeglicher Komplexität. Unser Leistungsspektrum möchten wir Ihnen auf diesen Seiten ein wenig näher bringen.
Mit jährlich etwa 500 Herzoperationen, davon fast 50% bei Neugeborenen und Säuglingen und circa 700 Herzkatheteruntersuchungen liegt unsere Klinik in Deutschland und Europa in der absoluten Spitzengruppe vergleichbarer Zentren für Angeborene Herzfehler. In diesem Zusammenhang wurde dem DHZB im Jahr 2002 als erstem Herzzentrum in Deutschland und als erste Klinik in Berlin das KTQ®-Qualitätssiegel (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen) zuerkannt.
Das Behandlungsangebot umfasst das gesamte Therapie- und Diagnosespektrum für Angeborene Herzfehler jeglicher Komplexität. Hierfür stehen der Klinik für Angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie eigenständige Funktionsbereiche zur Verfügung:
- Intensivpflegestation
- Intermediärpflegestation H4
- Spezialambulanz für Angeborene Herzfehler
- Zentrum für Invasive Herzkatheterdiagnostik und Interventionelle Kardiologie
- Zentrum für Nichtinvasive Bildgebung bei angeborenen Herzfehlern
Basierend auf einem umfassenden Operationsangebot für Patienten mit angeborenen Herzfehlern aller Altersgruppen bieten wir neben allen standardisierten operativen Korrekturmöglichkeiten insbesondere für Patienten mit hoch komplizierten Herzfehlern speziell auf den Patienten und seine Herzerkrankung abgestimmte individuelle Behandlungslösungen an.

Prof. Berger auf der Intensivstation
Apropos Altersgruppen: Von den jährlich etwa 4.200 Patienten, die stationär oder ambulant in der Klinik für Angeborene Herzfehler betreut werden, befinden sich derzeit schon knapp ein Drittel im Erwachsenenalter. Als hoch spezialisiertes Zentrum liegt seit Jahrzehnten eine unserer Kernkompetenzen in der Betreuung dieser Gruppe von Erwachsenen mit Angeborenen Herzfehlern (EMAH). Deren Behandlung stellt eine besondere Herausforderung an die Therapiemöglichkeiten und - aussichten dar, da die meisten der Patienten schon mehrfach voroperiert und häufig auch mit schweren Begleiterkrankungen belastet sind.
Der Behandlungserfolg ist für unsere Patienten in erster Linie an einer besseren Lebensqualität und der möglichen Wiedereingliederung in das soziale UmfeldKindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg, über ein abzulesen. Dies wird auch durch eine enge Kooperation zu Sozialarbeitern und Psychologen unserer Klinik ermöglicht. Darüber hinaus verfügen wir durch unseren Kooperationspartner, der exzellentes Nachsorge- und Rehabilitations-Konzept.
Neben dem operativen, liegt ein Hauptschwerpunkt der Klinik für Angeborene Herzfehler in der bildgebenden Diagnostik. Hierzu zählen spezielle Ultraschalluntersuchungstechniken (3-D, Gewebedoppler), die Herzkatheteruntersuchung, die kardiale Magnetresonanztomographie (MRT) und die kardiale Computertomographie (CT). Alle diese Techniken stehen unseren Patienten an hochmodernen Diagnostikplätzen zur Verfügung.
War bis vor knapp 20 Jahren die Herzkatheteruntersuchung noch ein rein diagnostisches Instrument, so ist diese Technik heute mit der Vielzahl der technischen Neuerungen zur therapeutischen Behandlungsmöglichkeit gereift. So können einfache, nicht-komplexe Herzfehler ohne Operation behandelt werden und komplexe Herzfehler für eine Operation vorbereitet werden oder nach einer komplexen Operation auch nachbehandelt werden.
Durch die am Deutschen Herzzentrum federführend entwickelten Ultraschall-gesteuerten Herzkatheter-Techniken können wir heutzutage eine erheblich Anzahl an Eingriffen im Herzkatheter bereits ohne Röntgenstrahlen
Die sich rasant entwickelnde kardiale Magnetresonanztomographie (MRT) ermöglicht derzeit schon bei einer Vielzahl von Herzfehlern eine durchführen. exakte Darstellung der Anatomie und Funktion einfacher und komplizierter Herzfehler ohne den Einsatz schädigender Röntgenstrahlen. Die Technik ermöglicht es uns sowohl der Zeitpunkt und Durchführung geplanter Eingriffe zu optimieren. In der MRT-Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. med. Titus Kühne wird diese Technik im Rahmen klinischer und experimentell-wissenschaftlicher Fragestellungen in unserer Klinik fortwährend weiterentwickelt.
Die Entwicklung der so genannten Hybridtherapie angeborener Herzfehler, also der Kombination von Operations- und Herzkathetertechniken wird als ein Schwerpunkt in unserer Klinik betrieben. Diese schonende Technik ermöglicht beispielsweise bei Neugeborenen die Durchführung katheterunterstützter Eingriffe unter Röntgensicht am schlagenden oder offenen Herzen mit und ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine. Seit März 2008 steht der Klinik ein hochmoderner Hybrid-OP-Saal mit neuster Technik zur Verfügung.
Um noch mehr über die angebotenen Leistungen der Klinik für Angeborene Herzfehler zu erfahren, wählen sie den Punkt Leistungsspektrum.
Unser oberstes Ziel ist, die Behandlungsmöglichkeiten unserer Patienten auf hohem Niveau immer weiter zu verbessern. Ohne Forschung und Wissenschaft gäbe es keine Weiterentwicklung in der Medizin. Die Klinik für Angeborene Herzfehler stellt sich dieser Herausforderung im Rahmen zahlreicher wissenschaftlicher Forschungsprojekte.
Klinische und wissenschaftliche Hauptschwerpunkte beinhalten u. a.:
- Abklärung und Behandlung der erworbenen Form des Lungenhochdruckes bei angeborenen Herzfehlern
- Evaluation der diastolischen Funktionsstörungen chronisch kranker angeborener Herzfehler
- Optimierung des Schutzes vor Schädigungen des Nervensystems besonders bei der Operation von Neugeborenen
- Erforschung der Mechanismen der Signalübermittlung kindlicher Nerven- und Herzmuskelzellen unter den Bedingung einer künstlichen Unterkühlung (wie sie bei speziellen Herzoperationen erfolgt)
- Abklärung der Mechanismen von Umbauprozesse in Lunge und Herz (Remodeling), die häufig als Konsequenz angeborener Herzfehler auftreten
- die Erforschung der Ursachen und Wirkungen molekularer und zellulärer Veränderungen im Gefäßbett und Herzen hinsichtlich des Langzeitverlaufs angeborener Herzfehler steht hier im Mittelpunkt des Interesses.
Durch die enge Kooperation mit dem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Kompetenznetz für Angeborene Herzfehler kann ein effektiver Wissenstransfer und eine bessere Versorgung der Patienten mit angeborenen Herzfehlern erreicht werden.



